Di., 03.03.2015

Buntes Nicht nur dank Fahrrädern umweltfreundlich: Elektromobilität made in Münster

Elektrofahrräder und Elektroautos werden immer beliebter.

Foto: Flickr (Werner Hillebrand-Hansen)

Münster ist einmal mehr die Fahrradhauptstadt Deutschlands. Doch trotz aller Zweiräder ist der Verkehr in Münster auch auf Autos angewiesen. Damit diese die Umweltbilanz nicht verschlechtern, gibt es immer mehr Innovationen aus dem Bereich der Elektromobilität. Eine zentrale Produktgruppe kommt dabei von einem Forschungszentrum in Münster.

Während die großen Städte wie Berlin oder Hamburg regelmäßig hinten landen, kann Münster seine Spitzenposition in Sachen fahrradfreundlichste Großstadt erneut verteidigen. Wie der Allgemeine deutsche Fahrrad Club (ADFC) mitteilte, ist Münster in der Kategorie der Städte ab 200.000 Einwohnern Sieger und auch darüber hinaus mit Abstand an vorderster Front beim guten Fahrradklima. Aber neben der lobenswerten Infrastruktur bleiben vor allem die überdurchschnittlichen Diebstähle von Fahrrädern ein dicker Wermutstropfen.

Wem das Fahrrad unfreiwillig abhanden gekommen ist, der kann immerhin auf ein gut ausgebautes Netz aus Linienbussen zurückgreifen, die in der PKW- und LKW-freien Innenstadtzone zur ohnehin guten Umweltbilanz beitragen. Mit der „Leeze", wie der Münsteraner sein Fahrrad nennt, ist das flache Stadtgebiet einfach zu befahren. Fahrradstationen, das ideale Radwegnetz und ein auf Zweiräder ausgerichtetes Verkehrssystem mit Fahrradschleusen und Fahrradstraßen sorgen dafür, dass viele das Auto stehen lassen. Dennoch gibt es eine hohe Zahl an Unfällen mit Fahrradfahrern. Neben dem Sicherheitsaspekt bleibt das Auto für Gewerbetreibende, Pendler und Einkäufer oft ohne Alternative.

Neben den Auflade-Stationen für motorisierte Drahtesel gibt es immer häufiger entsprechende Vorrichtungen für Automobile. Für kurze Stadttouren sind sie die umweltfreundliche Alternative zum Fahrrad. Die Batterien und Energiespeichersysteme für diese Fortbewegungsmittel stellen dabei eine zentrale Komponente dar. Dass viele Innovationen in dem Bereich aus Münster kommen, wissen nur die Wenigsten. Seit 2009 forschen Entwickler am „Münster Electrochemical Energy Technology (MEET)" an besseren Batterien für Elektroautos. Der Leiter dieser Einrichtung, Professor Martin Winter, ist für seine Arbeit sogar schon mit dem „IBA Award" der International Battery Association ausgezeichnet worden. Die Entwicklung neuer Materialien und die synergetische Verbindung von Grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung steht bei ihm seit Jahren im Fokus.

Die 150 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker des MEET-Forschungszentrums arbeiten an der längeren Haltbarkeit und höheren Sicherheit von Elektroautos. Beides ist zentral für das Anliegen, die elektrischen Fortbewegungsmittel attraktiver zu gestalten. Im vergangen Jahr wurden nur knapp 8.500 neue Autos in diesem Bereich zugelassen – trotz einer 41-Prozent-Steigerung nur ein Tropfen auf den heißen Stein von 0,28 Prozent Marktanteil. Hoffnung geben aber auch die Autohersteller. Selbst Marken wie Chevrolet haben jüngst auf der Automesse NAISAS in Detroit zwei neue Elektrofahrzeuge vorgestellt. Hauptinnovation sind Techniken, die die Reichweiten enorm verlängern. Modelle von Chevrolet gelten hierzulande als relativ seltene Importware, die als sportliches Vielzweckauto dienen. Denn ist auf dem Gebrauchtmarkt die Auswahl an beispielsweise SUVs groß. Gerade solche Modelle würden massiv zur weltweiten Verbreitung und Etablierung beitragen. Denn wenn selbst traditionelle Firmen derart in den Markt der Elektro- und Hybridautos vordringen, besteht noch Hoffnung, bis 2020 die Marke von 12,1 Millionen Neufahrzeugen weltweit zu erreichen.

Batterien gelten auch die nächsten Jahre weiterhin als die Schlüsseltechnologie, und Münster hat beim Verständnis des Zusammenspiels aus Chemie, Elektronik und Kühlung eine wettbewerbsfähige Forschung vor der Haustür. Vor der stehen dann vermutlich aber immer mehr Fahrräder mit Elektrohilfen.

Bildrechte: Flickr 3-ZOE-Munich werner hillebrand-hansen CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten



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