Mi., 08.04.2015

Specials Sternzeichen: Alles anders als gedacht?

Specials : Sternzeichen: Alles anders als gedacht?

Dass die Persönlichkeit und der Lebensweg von den Sternen bestimmt oder zumindest beeinflusst werden, davon ist fast jeder Vierte überzeugt. Ob man zum Jahreswechsel einen Blick ins Horoskop wirft, um Voraussagen für das kommende Jahr zu entdecken, oder versucht, jemanden mittels seines Sternzeichens besser einschätzen zu können – Astrologie hat viele verschiedene Facetten. In unserem Kulturkreis am verbreitetsten sind Horoskope, die auf den zwölf Tierkreiszeichen beruhen. Einige Forscher weisen jedoch darauf hin, dass man die Tierkreiszeichen korrekterweise um ein dreizehntes ergänzen müsste.

Der Begriff „Astrologie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Sternlehre". In der astrologischen Weltsicht geht man davon aus, dass man durch die Berechnung der Sternenkonstellation zum Geburtszeitpunkt eines Menschen Angaben über dessen Charakter und Schicksal machen kann. Horoskope auf Basis der zwölf Sternzeichen gibt es schon seit nunmehr 3500 Jahren. Seit einiger Zeit muss dieses Konzept allerdings neu überdacht werden. Denn die Verschiebung der Erdachse hat auch die Tierkreiszeichen enorm verschoben.

Gleiches Datum, andere Himmelsposition

Als die Astrologie entstand, verliefen die Sonnenbahnen nämlich noch anders als heute. Deshalb sind die Tierkreiszeichen, Gruppierungen von Fixsternen, heute aus Sicht der Erde in einer anderen Himmelsposition als damals zur Zeit der Babylonier –  also zu der Zeit, als die Sternzeichen ursprünglich festgelegt wurden. Am 21. März stand die Sonne zu jener Zeit beispielsweise im Sternbild Widder. Nun steht die Sonne allerdings am Frühlingsanfang im Tierkreiszeichen Fische. In Kurzform: Die Daten blieben seit der Zeit der Babylonier gleich, die Sterne aber bewegten sich. Zudem sind nicht alle Tierkreis-Sternbilder gleich groß. Das Zeichen der Jungfrau dauert beispielsweise 45, das des Skorpions aber nur wenige Tage. Somit variiert aus wissenschaftlicher Sicht auch die Dauer der Tierkreis-Sternbilder.

Der Schlangenträger als neues Sternzeichen?

Wer zwischen dem 30. November und 18. Dezember geboren ist, glaubt in der Regel, im Sternzeichen Schütze geboren zu sein. Dabei gibt es noch ein dreizehntes Sternzeichen, dem die zu dieser Zeit Geborenen tatsächlich angehören: den Schlangenträger – ein großes und auffälliges Sternbild. Doch obwohl die Ekliptik durch den Schlangenträger verläuft und sich die Sonne darin länger aufhält als im Skorpion, gehört er dennoch nicht zu den bekannten Sternzeichen.

Zwar kannten die Babylonier dieses Himmelsbild schon, doch wussten sie bereits, dass die traditionellen Tierkreiszeichen und die astronomischen Tierkreissternbilder nicht mehr übereinstimmen. Mit den zwölf Sternzeichen macht jedes Tierkreiszeichen allerdings exakt 30 Grad des Himmels aus. Außerdem hat die Zahl Zwölf in der Astrologie eine weitaus größere Bedeutung als die ungeliebte Zahl Dreizehn.

Also: Astronomisch durchquert die Bahn der Sonne jährlich dreizehn Sternbilder, einschließlich des Schlangenträgers. Astrologisch bewegt sich die Sonne aber durch die bestehenden zwölf Tierkreise.

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