Mo., 14.05.2018

Fußball Die WM in Russland - Wen schickt Jogi ins Rennen?

Fußball: Die WM in Russland - Wen schickt Jogi ins Rennen?

Foto: colourbox.com

Bereits jetzt richten sich die Blicke vieler Fußballfans auf die WM 2018 in Russland. Schon in wenigen Monaten wird dort das Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber und Saudi-Arabien stattfinden, welches den Startpunkt für ein hart umkämpftes Turnier setzt. Nach wie vor ist unklar, in welcher Formation das deutsche Team an den Start gehen wird. Wir haben deshalb einen genauen Blick auf die einzelnen Positionen geworfen, die es bis dahin noch zu besetzen gilt.

Die hohen Erwartungen

Generell ist es für das Team von Trainer Joachim Löw in diesem Jahr wichtig, richtig mit den hohen Erwartungen umzugehen. Als amtierender Weltmeister ist es schon den Teams aus Italien und Spanien in den vergangenen Jahren nicht gelungen, an ihre Erfolge anzuknüpfen. Das Trainerteam muss aus diesem Grund versuchen, die Mannschaft in der richtigen Art und Weise auf die Herausforderung einzustellen, vor der sie steht. Nur so kann es möglich sein, den Druck auszuhalten und selbst in dieser Lage erfolgreich zu agieren.
Generell scheint die Gruppe mit Mexiko, Schweden und Südkorea durchaus machbar zu sein. Doch schon in der Vergangenheit erwies sich eine solche Art der Betrachtung in manchen Fällen als Trugschluss. Das Team ist deshalb gut damit beraten, jeden Gegner von Beginn an ernst zu nehmen und mit einer entsprechend hohen Intensität in den einzelnen Spielen zu rechnen. So wird sich am ehesten die Chance bieten, einzelne Akzente zu setzen. Alle wichtigen Neuigkeiten rund um das Turnier erfahren Sie auch unter russland-wm2018.de.

Die Torwartposition

Schon in den vergangenen Jahren erwies sich Manuel Neuer als der so wichtige Rückhalt in der Mannschaft. Erst durch seine starken Paraden war es überhaupt möglich, ganz vorn mitzuspielen. Ausgerechnet sein Einsatz könnte für die WM 2018 nun fraglich sein. Denn bereits die gesamte Saison über war er beim FC Bayern von Verletzungen geplagt. Zwar wird es allem Anschein nach möglich sein, ihn rechtzeitig zur Vorbereitung wieder auf den Platz zu bekommen, doch seine Höchstform ist in diesem so knappen Zeitfenster kaum mehr zu erreichen. Auch aus diesem Grund wird sich Torwarttrainer Andreas Köpke bereits mit möglichen Alternativen befassen, die dafür zur Verfügung stehen. In erster Linie wird dafür auch Marc-André ter Stegen, die aktuelle Nummer eins beim FC Barcelona, in Betracht kommen. Schließlich ist es ihm selbst auf internationaler Ebene gelungen, das eigene sportliche Potenzial immer wieder deutlich unter Beweis zu stellen und die Massen auf diese Weise zu begeistern.

Die Defensive

In der Verteidigung steht zunächst ein Duo des FC Bayern, welches gesetzt sein dürfte. Jerome Boateng und Mats Hummels gelten auch vier Jahre nach ihrem großen Triumph noch als die besten Innenverteidiger in Deutschland. Zudem verfügen sie über den Vorteil der Spielpraxis. Beide standen bereits während der Saison in zahlreichen Partien gemeinsam auf dem Platz und sind so dazu in der Lage, in einer ähnlich guten Form in die WM zu gehen. Direkt dahinter stehen mit Niklas Süle und Antonio Rüdiger weitere junge Verteidiger, die zu jeder Zeit als hochwertiges Backup in Betracht gezogen werden können.

Weniger deutlich ist dagegen der Blick auf die Positionen der Außenverteidiger. Zumindest Joshua Kimmich dürfte in einer solchen Lage gesetzt sein. Bereits bei den Bayern gelang es ihm immer wieder, auch seine offensiven Qualitäten deutlich unter Beweis zu stellen. Diese machen ihn zu einem Verteidiger, wie er bestens in das Konzept von Trainer Löw passt. Auch dort sind Vorstöße der Verteidiger durchaus geplant, um den Gegner dadurch noch zusätzlich unter Druck zu setzen.
Auf der linken Seite klafft dagegen eine Lücke, die bisher noch nicht in geeigneter Weise geschlossen werden konnte. Bereits beim vergangenen Turnier stand mit Shkodran Mustafi ein gelernter Innenverteidiger auf diesem Posten. Zunächst wurde auch Marcel Halstenberg als Lösung für diese Seite angesehen. Eine langwierige Verletzung, die er sich in der Rückrunde der Fußball Bundesliga zuzog, konnte diesen Planungen nun einen Strich durch die Rechnung machen. Womöglich wird aus diesem Grund Jonas Hector vom 1. FC Köln die Chance bekommen, sich auf der ganz großen Bühne zu beweisen.

Die wichtige Schaltzentrale

Gerade im Spielsystem von Trainer Joachim Löw ist die Bedeutung des Mittelfelds nicht zu unterschätzen. Auf der einen Seite müssen alle Spieler dazu in der Lage sein, den Gegner zielgerichtet unter Druck zu setzen und das eigene Umspielen zu vermeiden. Weiterhin besitzt die Zentrale sehr viele gestalterische Möglichkeiten, die sich allerdings nur in Kombination mit den fußballerischen Mitteln in die Tat umsetzen lassen. Ebenfalls gefordert wird die Torgefahr, die nicht nur von einer einzigen Sturmspitze ausgehen kann. Die Allrounder, die dazu in der Lage sind, solche Aufgaben zu übernehmen, stehen dem Trainer aber in jedem Fall zur Verfügung.

In einer defensiven Reihe könnte es Sami Khedira und Emre Can gelingen, wichtige Aufgaben zu übernehmen. Eine Position davor werden dann Toni Kroos und Mesut Özil für die richtige Verteilung der Bälle sorgen. Mario Götze wird derweil kaum noch eine Chance zugesprochen, sich selbst in eine aussichtsreiche Position für die WM-Plätze zu bringen. Dafür fehlt ihm grundsätzlich die Spielpraxis bei Borussia Dortmund, wie sie ihn in der Vergangenheit noch so stark machte. Ebenfalls eine Rolle spielen werden Akteure wie Ilkay Gündogan oder Thomas Müller, die auf ähnlichen Positionen in der Mitte zum Einsatz gebracht werden können.

Auf den Flügeln bieten sich Trainer Joachim Löw derweil sehr viele unterschiedliche Optionen. Einerseits stehen junge Akteure wie Leroy Sané oder Julian Brandt zur Verfügung, die mit ihrer Schnelligkeit immer wieder für Gefahr auf den Außen sorgen können. Mit seinen starken Leistungen im Trikot von Paris SG wird wohl auch Julian Draxler noch die Chance bekommen, sich auf einer Position zu beweisen, wie er sie auch während der EM 2016 in Frankreich bekleidete. Noch weitgehend unklar sind derweil die Rollen von André Schürrle und Marco Reus. Die beiden Dortmunder hatten bislang nicht die Möglichkeit, an ihre Form alter Tage anzuknüpfen. Während Schürrle selbst immer wieder für kleine Lichtblicke sorgen konnte, waren es die Verletzungen, die bislang kein Comeback von Marco Reus zuließen. Dennoch werden die Flügel wohl die am stärksten besetzte Position innerhalb des Kaders sein.

Fragen im Angriff

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen ein solch großes Turnier direkt mit mehreren Stürmern bestritten wurde. Aller Voraussicht nach wird sich Joachim Löw dafür entscheiden, mit Timo Werner eine Art Mittelstürmer auf den Platz zu stellen. Er hat in erster Linie seine enorme Schnelligkeit als großen Vorteil auf seiner Seite. Nicht nur bei Kontern ist diese eine echte Waffe, wie sie gegen viele Gegner zum Einsatz gebracht werden kann.
Ein ganz anderer Stürmertyp ist derweil Sandro Wagner. Auch er könnte noch die Chance bekommen, sich einen Platz im Kader zu erobern. Vor allem seine Stärke im Kopfballspiel macht ihn zu einem Akteur, wie ihn jeder Trainer in bestimmten Momenten gerne auf dem Platz hat. Einzige Alternative, um ihn in seiner Rolle zu ersetzen, wäre Mario Gomez. Dem Stürmer des VfB Stuttgart ist es jedoch zuletzt nicht mehr gelungen, an seine alte Form anzuknüpfen und in gleicher Weise für Aufregung zu sorgen.

Schon jetzt dürfen wir gespannt sein, mit welchen Spielern Trainer Jogi Löw in die Vorbereitung auf das Turnier gehen wird. Nach der üblichen Vorgehensweise werden im Anschluss noch einmal ein paar Spieler aus dem Kader gestrichen, um sich von den aktuellen Eindrücken leiten lassen zu können. Alles in allem wird diese Vorgehensweise hoffentlich für eine schlagkräftige Mannschaft innerhalb des Turniers sorgen.



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