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Gründe für Haarausfall und wirksame Hilfsmittel

Ob als natürliche Begleiterscheinung des Älterwerdens, durch Krankheit, Hormonumstellung oder Stress – Haarausfall kann viele Ursachen haben und löst bei den Betroffenen oft große Sorgen aus. Als Wundermittel angepriesene Therapien, die angeblich gegen das Ausgehen der Haare helfen sollen, bleiben meist erfolglos. Doch was hilft nun wirklich gegen Haarausfall?

Dienstag, 09.07.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 08:18 Uhr
Specials: Gründe für Haarausfall und wirksame Hilfsmittel
Nicht jeder Mann kann mit seinem Haarausfall selbstbewusst umgehen. Foto: Pixabay.com / Russel_Clark

Ein Effekt des Alters

Meist bemerken gerade Männer, wenn sie älter werden, dass die Geheimratsecken deutlicher werden und der Haaransatz immer weiter nach hinten wandert. Schuld andiesem androgenetischen Haarausfallist das Hormon DHT (Dihydrotestosteron), das aus dem männlichen Sexualhormon Testosteron gebildet wird. Je höher die Konzentration von DHT in der Kopfhaut ist, desto empfindlicher reagieren die Haarfollikel, sodass die Haare mehr und mehr ausfallen.

Leider gibt es noch keine Patentlösung gegen diese Art des Haarverlustes, sodass er sich weder vorbeugen noch rückgängig machen lässt. Medikamente wie Minoxidil oder Finasterid helfen, die Alopezie zu stoppen, doch dieser Effekt hält nur solange an, wie die Arzneien auch eingenommen werden. Zudem besteht wie bei jedem Medikament das Risiko, dass Nebenwirkungen auftreten können.

Alternativ kommt eine Haartransplantation infrage, die den Haarausfall zwar nicht heilen kann, das Haupthaar aber wieder voller erscheinen lässt. Aufgrund der hohen Kosten entscheiden sich dabei immer mehr Betroffene für eine Haarverpflanzung im Ausland , wo der Eingriff im Zuge einer Gesundheitsreise durchgeführt wird.

Eine Störung des Immunsystems

Praktisch über Nacht entstehen am Kopf ein oder mehrere rundliche, kahle Stellen – das ist ein Zeichen für den kreisrunden Haarausfall. Woher diese Flecken kommen ist leider noch nicht eindeutig geklärt. Vermutlich liegen sie aber einer Fehlfunktion des Immunsystems zugrunde, bei dem sich das Abwehrsystem gegen die eigenen Haarwurzeln richtet.

In vielen Fällen verschwinden die Flecken nach ein paar Monaten von selbst wieder, auch wenn nichts dagegen unternommen wurde. Unterstützend wird oft Zink verschrieben, weil es dabei hilft, das Immunsystem zu regulieren. Tinkturen oder Cremes mit Kortison können allerdings ebenso auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

Stressbedingtes Ausgehen der Haare

Andauernder Stress kann ebenfalls dazu führen, dass die Haare ausfallen. Je gestresster sich der Körper fühlt, desto mehr Stresshormone werden ausgeschüttet. Diese können Entzündungen an den Haarfollikeln hervorrufen und dazu führen, dass die Haare weniger werden. Die gute Nachricht ist aber, dass diese Art der Alopezie reversibel ist. Wird der Stress weniger, verflüchtigt sich in der Regel auch der Haarausfall wieder.

Dazu ist in erster Linie aber ein gutes Stressmanagement nötig. Nur wer sich einen Ausgleich sucht, genügend Pausen einlegt und die Bedürfnisse seines Körpers nicht ignoriert, sorgt auch für ein gesundes Haarwachstum. Gerade wenn Schicksalsschläge Auslöser für die Belastung sind, kann zudem eine psychologische Betreuung hilfreich sein, mit dem Druck umzugehen.

Hormonumstellung als Auslöser

Besonders Frauen haben oft mit dieser Art des Haarschwundes zu kämpfen. Während einer Schwangerschaft oder bei Einnahme der Antibabypille befindet sich im Körper viel Östrogen. Frauen bemerken dann meist, dass die Haare voller und glänzender als sonst zu sein scheinen. Nach der Geburt des Kindes oder Absetzen der Pille sinkt der Östrogenspiegel hingegen rapide ab. Als Folge kann es passieren, dass es zu einem starken Haarverlust kommt. In der Regel dauert es aber nicht lange, bis sich das Haarwachstum von allein wieder reguliert.

Doch auch die Hormone der Schilddrüse, die den Stoffwechsel regulieren, können sich für den Haarverlust verantwortlich zeigen. Sobald ein Ungleichgewicht der Schilddrüsenhormone T3 und T4 herrscht, hat das Auswirkungen auf die Haare. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird das Wachstum der Haare gehemmt, während sie bei einer Überfunktion früher in die Ruhephase eintreten. Durch die richtigen Medikamente kann diese Störung der Schilddrüse jedoch wieder behoben und das Hormonungleichgewicht ausgeglichen werden.

Nährstoffmangel lässt die Haare ausgehen

Wenn die Haarwurzeln nicht mit ausreichend Nährstoffen und Vitaminen versorgt werden, gehen sie in die Ruhephase und die Haare fallen aus. Häufig ist es ein Eisenmangel, Zinkmangel oder ein Vitamin-B-Mangel, der dahintersteckt. Wer sich einer radikalen Diät unterzieht oder an einer Essstörung leidet, ist meist ebenfalls von diffusem Haarausfall betroffen.

Handelt es sich um einen bestimmten Mangel, kann er meist durch entsprechende Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel gut ausgeglichen werden. Kommt die Alopezie von einer Essstörung, ist eine gesamtheitliche Ernährungsumstellung wichtig . Eine psychotherapeutische Unterstützung kann ebenfalls hilfreich sein, um die ungesunden Essgewohnheiten in den Griff zu bekommen.

Eine Nebenwirkung von Medikamenten

Haarausfall kann auch eine Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel sein. Zytostatika, die Medikamente, die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden, sind bekannt dafür, die Haare ausgehen zu lassen. Doch selbst Antidepressiva oder Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können diesen Effekt nach sich ziehen. Doch selbst das Schmerzmittel Ibuprofen kann in manchen Fällen dazu führen, dass das Haar dünner wird und ausgeht.

Falls der Verdacht besteht, dass ein Arzneimittel für das Schwinden der Haare verantwortlich ist, sollte unbedingt beim Arzt nachgefragt werden. Er kann dann entweder ein anderes Präparat oder eine andere Dosis verschreiben. Nach Absetzen oder Umstellen der Medikamente sollten die Haare dann jedoch wieder nachwachsen.

Im Zweifelsfall zum Arzt gehen

Wer sich nicht sicher ist, warum plötzlich immer mehr Haare in der Bürste hängen bleiben, sollte auf jeden Fall einen Termin beim Dermatologen machen. Denn selbst, wenn der Haarausfall oft nur mit dem Älterwerden oder einem Nährstoffmangel zusammenhängt, kann er auch ein Anzeichen für gesundheitliche Probleme sein. Ist erst einmal die Ursache geklärt, kann zusammen mit dem Arzt nach einer geeigneten Therapie geforscht werden.

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