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Wahrscheinlichkeiten im Glücksspiel – hat man überhaupt eine Chance?

Eigentlich wissen es alle. Beim Glücksspiel wird eine Illusion heraufbeschworen, nämlich die, dass man sich selbst zum Gewinner zählen könnte. Das ist beim Lotto so, bei der Glücksspirale, auf dem Jahrmarkt, aber auch bei Automaten oder im Casino. Dennoch entwickeln viele Spieler ihre Strategie. Das kann beim Lotto ein ausgeklügeltes Zahlensystem sein, beim Roulette der beständige Farbwechsel. Und in der Tat kann sich die Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn manchmal erhöhen . Wer beispielsweise am Automaten für jeweils zehn Cent spielt, der hat bei einem Gesamteinsatz von einem Euro höhere Chancen, den Einsatz wieder zurückzuerhalten, als derjenige, der gleich für einen Euro spielt. Hier machen die Anzahl der möglichen Spiele – und Chancen – den Unterschied. Und bei anderen Spielen? Ein Überblick:

Mittwoch, 28.08.2019, 11:34 Uhr aktualisiert: 28.08.2019, 11:40 Uhr
Specials: Wahrscheinlichkeiten im Glücksspiel – hat man überhaupt eine Chance?
Glücksspiele wie Lotto, Roulette oder Spielautomaten üben eine besondere Faszination aus – doch wie liegen eigentlich die Wahrscheinlichkeiten für Gewinne? Foto: dylan nolte / Unsplash.com

Die Wahrscheinlichkeit im Roulette

Auch wenn es nicht gleich so aussieht, so ist das Roulette ein Spiel, das voll und ganz auf Glück basiert. Die Kugel lässt sich, sobald sie einmal in Bewegung ist, nicht beeinflussen. Auch gibt es keinen Unterschied zwischen Rot und Schwarz. Selbst »Serien« sind dem Zufall geschuldet, denn nach vier mal Schwarz ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel bei der nächsten Runde auf Rot liegen bleibt, ebenso groß, wie beim schwarzen Pendant. Wer sich dafür näher interessiert, findet hier die Wahrscheinlichkeiten beim Roulette erklärt .

Die Chance besteht in erster Linie nicht darin, die Wahrscheinlichkeit des Zufalls einzuschätzen, sondern darin, das bestmögliche Ergebnis mit seinem Einsatz herauszuholen:

  • Fixe Gesamtsumme – Spieler sollten einen maximalen Höchsteinsatz bestimmen. Dieser Betrag wird unter keinen Umständen erhöht.
  • Kleine Einsätze – umso kleiner die Einsätze sind, desto mehr Spiele sind möglich. Hier trifft das »10-Cent-Prinzip« zu. Die Wahrscheinlichkeit, bei beispielsweise fünfzig Runden mit kleinen Einsätzen wenigstens so viel zu gewinnen, dass der bisherige – oder gesamte – Einsatz ausgeglichen oder überschritten wird, ist höher als bei nur drei gespielten Runden.
  • Verdoppelung – manche Spieler nutzen ein System. Sie fangen beispielsweise mit einem minimalen Einsatz an und verdoppeln diesen bei jeder Runde – unabhängig davon, ob gewonnen wurde oder nicht. Das Spiel hängt weiterhin vom Zufall ab, doch spielen hier zwei Faktoren eine Rolle: das beständige Spielen und die Erhöhung des möglichen Gewinns.

Trotz allen Möglichkeiten, Ideen und Strategien, die sich Spieler erdenken, bleibt es beim Roulette beim reinen Zufall. Spieler sollten zudem hingehen und ihre Auffassung von Gewinn überdenken. Wann ist es ein Gewinn? Wenn der bisherige Einsatz gewonnen wird und kein Verlust entsteht, oder erst, wenn ein echter Geldbetrag zusätzlich gewonnen wird?

Wahrscheinlichkeiten bei Spielautomaten

Online tritt der Zufall noch stärker zur Geltung, als in alten Spielhallen. Online hilft kein Schütteln, der Automat folgt einfach seiner Programmierung. Allerdings trifft dies auch auf Spielhallen zu, denn hier werden die Automaten massiv auf Schäden oder Manipulationen kontrolliert. Welche Symbole die Walzen zeigen und ob ein Spieler den Jackpot knackt, ist rein zufällig. Das mag nicht immer so wirken, denn viele Gambler nutzen beispielsweise gerne einen besonderen Spielautomaten, weil sie an ihm so häufig Glück haben. Das Problem ist, dass es nicht der Automat ist. Es ist das menschliche Hirn, welches Spieler automatisch wieder zu dem »guten« Automaten lenkt. Da hier die meisten Spiele stattfinden, erfährt der Spieler hier natürlich auch die meisten Gewinne. Generell gilt:

  • Kleine Einsätze – die Einsätze sollten sehr gering sein, damit viel gespielt werden kann.
  • Viele Spiele – umso häufiger gespielt wird, desto eher wird tatsächlich einmal etwas gewonnen. Das ist wie beim Lotto. Wer einmal im Jahr ein Feld ankreuzt, der hat geringere Chancen als der, der jede Woche zwei Mal ein Feld ankreuzt – über das gesamte Jahr hinweg. Die Chance auf den Jackpot ist minimal, doch durch die häufigeren Kleingewinne erscheint es, als ginge diese Taktik auf.

So traurig, wie es ist: Bei Spielautomaten hilft auch nicht die beste Taktik oder ein böser Blick zur richtigen Zeit. Wie die Walzen zum Stillstand kommen, entscheidet sich wahlweise virtuell oder mechanisch.

Langfristig betrachtet hat die Bank bessere Chancen

Diese Weisheit liegt jedoch nicht allein an der Bank oder der Form der angebotenen Spiele, sondern auch im Menschen an sich:

  • Kleingewinne – viele Spieler gehen hin und setzen kleinere Gewinne direkt wieder um. Die Wahrscheinlichkeit, dieses Geld nochmals herauszubekommen oder gar zu vermehren, ist gering. Der Spieler verspielt seinen Gewinn also wieder an die Bank, die nun ein Plus hat: den Einsatz dieses Spielers, den Gewinn und etwaige weitere Einsätze.
  • Vernunft – um im Casino wirklich beträchtliche Beträge gewinnen zu können, müssen Spieler zumeist hohe Einsätze leisten. Was in Filmen so einfach aus sieht, lässt im realen Leben zum Glück die Vernunft auf den Spieltisch springen. Die meisten Spieler haben eine Schmerzgrenze. Ist diese erreicht und gewannen sie bislang nicht, setzen sie nicht noch einen Betrag oben drauf. Das schließt sie jedoch auch von den seltenen Großgewinnen aus.

Natürlich gibt es diese absoluten »Glückspilze«, die tatsächlich gewinnen. Aber auch im Casino-Leben ist dies vergleichbar mit dem Jackpotgewinn beim Lotto. Manche spielen ihr ganzes Leben und freuen sich über 17,50 Euro. Andere spielen zwischendurch und erwischen die richtigen Zahlen . Doch auch beim Lotto ist es, wie bei jeder anderen Spielbank: Die Gesellschaft gewinnt am Ende. Gewinnauszahlungen mögen kurz schmerzen, doch stehen gerade nach einem Großgewinn umso mehr Spieler parat, die gerne ihr Geld an die Bank zahlen. In gewisser Weise ist es sogar ein perfektes Werbemittel für Spielbanken, wenn bei ihnen zwischendurch ein Großgewinn erspielt wird. Was dem einen gelingt, das kann auch anderen gelingen, nicht wahr? Solange dies nicht zur Sucht wird, stellt das Ganze auch kein großes Problem dar. In Deutschland ist jedoch gerade das Online-Glücksspiel nach wie vor nicht vollständig reguliert , weshalb Spieler einen genauen Blick auf die Lizensierungen werfen sollten.

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Spiele wie Blackjack sind besonders beliebt – hier gibt es wenigstens ansatzweise Möglichkeiten, Strategien anzuwenden. Foto: Michal Parzuchowski / Unsplash.com

Fazit – es ist Glückssache, trotzdem ...

... schadet es natürlich nicht, wenn ein Spieler zusätzlich auf seine Zahlen setzt, auf sein Bauchgefühl hört oder den Automaten links neben dem Fenster favorisiert. All diese Faktoren erhöhen die persönlichen Chancen rechnerisch nicht, doch geben sie dem Spieler wiederum ein besseres Gefühl. Und wer ein besseres Gefühl hat, der ist auch fokussiert und mit den Gedanken bei der Sache. Das kann im besten Fall bedeuten, dass der Button des Automaten just im richtigen Moment gedrückt wird oder dass der Bauch beim Roulette sagt, dass Schwarz jetzt korrekt ist.

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