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Wie geht es mit den Sportwetten in Deutschland weiter?

Wer einen Blick auf kommende Fußballspiele wirft, der wird es schnell erkennen: Für Fußballfans ist gerade Hochsaison. Denn während wie üblich jedes Wochenende Bundesligaspiele stattfinden, geht im Oktober und November zusätzlich die EM-Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft in die nächste Runde. Um den Spielen noch einen zusätzlichen Kick zu geben, erfreuen sich Sportwetten, wie man sie etwa auf der Betsson Casino Seite abschließen kann, steigender Beliebtheit.

Donnerstag, 26.09.2019, 11:58 Uhr
Spezial: Wie geht es mit den Sportwetten in Deutschland weiter?
Foto: colourbox

Doch Fußballfans, die bisher gerne ein paar Euro auf ihren Lieblingsverein gesetzt haben, könnten ab Januar 2020 Änderungen bevorstehen. Denn ab da soll eine Änderung des Glücksspielstaatsvertrages in Kraft treten. Vorrangig geht es dabei zwar um die Vergabe von neuen Lizenzen für die Betreiber von Sportwetten-Webseiten, diese werden aber auch das Angebot der Spieleseiten verändern.

Rund sieben Milliarden Euro jährlich wurden in Deutschland 2018 bei Sportervanstaltungen gewettet. Dabei sind Sportwetten in Deutschland immer noch eine Grauzone und streng genommen nicht legal. Viele Anbieter ignorieren gesetzliche Vorgaben bislang, wenn es beispielsweise um Live-Wetten geht. Um das zu ändern, hatten sich die Länder im März dieses Jahres auf eine Änderung des Glücksspielstaatsvertrag geeinigt, die mit 1. Januar 2020 in Kraft treten sollte. Doch im Sommer kam dann ein blauer Brief von der EU-Kommission, der diese Änderungen bemängelt.

Was kritisiert die EU-Kommission an den geplanten Änderungen?

In dem Brief zweifelt die EU-Kommission vor allem an der Wirksamkeit der Gesetzesänderung. Es wird kritisiert, dass Betreiber kaum Anreize hätten, Lizenzen zu erwerben. Aus den ursprünglich geplanten sieben Jahre als Experimentierphase für Sportwettlizenzen waren schlussendlich 18 Monate geworden, die dann um bis zu drei Jahre verlängert werden können. In dem Brief der Kommission heißt es, dass dieser Zeitraum zu kurz sei und zu wenig Anreize für Anbieter für einen Wechsel vom unregulierten in den regulierten Bereich bieten würde. Denn für die Betreiber hieße das, dass sie nach Ablauf dieser Zeit keine Sicherheit für eine neue Lizenz hätten.

Positiv erwähnt wird hingegen, dass das neue Gesetz keine Obergrenze für Lizenzen vorsieht. Das würde bedeuten, dass alle Anbieter, die die Auflagen erfüllen, eine Lizenz erhalten könnten. Bewerben können sich Anbieter von Sportwetten für die Lizenzvergabe in einem Konzessionsverfahren beim Land Hessen.

Ein blauer Brief bedeutet auch die erste Stufe zu einem Vertragsverletzungsverfahren.

Doch die Länder kennen die Kritik der EU-Kommission bereits, denn es ist nicht das erste Mal, dass Deutschland aus Brüssel kritisiert wird. Die erste geplante Experimentierphase, die mit 20 Lizenzen auf sieben Jahre geplant war, scheiterte im Februar 2016 nach einer Entscheidung des EuGH . Man sehe diesen Brief derzeit jedenfalls nicht als Anreiz, erneut über die Änderung des Gesetzes zu diskutieren, heißt es seitens der Länder.

Aus für Live-Wetten und Online-Casinos?

Während Sportwetten als Grauzone gelten, ist die Rechtslage bei Online-Casino-Angeboten klar. Diese dürfen legal nur in Schleswig-Holstein angeboten werden. Wer sich also künftig um eine Sportwettlizenz bewirbt, muss dieses Angebot von seiner Seite verbannen, ebenso wie Live-Wetten. Dies betrifft also Wetten, die während eines laufenden Spiels stattfinden, wie zum Beispiel welche Mannschaft das nächste Tor schießen wird. Außerdem muss es für Spieler ein Einsatzlimit von 1000 Euro pro Monat geben.

Wer also während Bundesligaspielen gerne Live-Wetten tätigt, sollte seine Chance dazu dieses Jahr noch nutzen. Denn sobald die Änderungen des Glücksspielstaatsvertrages in Kraft treten, wäre es damit vorerst vorbei.

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