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Online Casinos bald legal?

Jedes Jahr machen Online-Casinos Umsätze in Milliardenhöhe. Und auch Spieler aus Deutschland steuern einen großen Betrag dazu bei. Casino Bonus , Angebote und deutlich höhere Auszahlungsquoten als bei staatlichen Spielbanken sind einfach zu verlockend. Was vielen jedoch nicht bewusst ist: Grundsätzlich verbietet der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland das Glücksspiel. Auch wer nur als Spieler an so einer Veranstaltung teilnimmt, muss theoretisch mit einer Strafe rechnen. Dieses Gesetz umgehen jedoch viele Anbieter virtueller Plattformen, indem sie die Online-Casinos einfach aus dem Ausland betreiben und somit das deutsche Gesetz umgehen.

Dienstag, 18.02.2020, 10:33 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 10:49 Uhr
Specials: Online Casinos bald legal?
Foto: Colourbox.de

Doch jetzt gibt es gute Neuigkeiten für alle Online-Zocker. Bereits ab Mitte 2021 soll das Online-Glückspiel auch in Deutschland erlaubt werden. Denn die Länder haben sich zusammengesetzt und mit dem Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag  ein fast 70 Seiten dickes Dokument mit neuen Regeln erstellt. Bislang sind Glückspiele im Internet nur in Schleswig-Holstein erlaubt. In allen anderen Bundesländern gelten Online-Casinos als illegal. Doch trotzdem lassen sich die Spieler nicht vom Zocken abhalten. Daher ist eine Legalisierung langfristig unumgänglich.

Sind alle Online-Casinos derzeit illegal?

Theoretisch ja, in der Praxis sieht die Realität jedoch anders aus. In den vergangenen Jahren wurde der Glücksspielstaatsvertrag, der das Glückspiel in Deutschland verbietet, mehrmals von der EU beziehungsweise vom EuGH und sogar dem deutschen Verfassungsgericht  gerügt. Der Vertrag führe laut Kritikern nämlich zur Aufrechterhaltung des staatlichen Glücksspielmonopols. Zusätzlich dazu verstoße er außerdem gegen die europäische Dienstleistungsfreiheit. Daher hatte das Bundesland Schleswig-Holstein bereits im Vorfeld einen Sonderweg gewählt, wodurch diverse Casinobetreiber eine Sondergenehmigung zum Betrieb ihrer Spiele erhielten.

Ein weiteres Problem mit dem Glücksspielstaatsvertrag ist, dass es von Juristen unterschiedliche Auslegungsweisen dieses Vertrages gibt. Ein gängiges Beispiel ist das Verbot der Teilnahme an illegalem Glücksspiel. Das Strafgesetzbuch legt fest, dass Glücksspiel illegal ist, wenn eine entsprechende behördliche Genehmigung fehlt. Viele Online-Casinos haben aber eine Lizenz von einer ausländischen Behörde aus einem anderen Staat der Europäischen Union. Somit liegt theoretisch eine Genehmigung vor, die das Glücksspiel der jeweiligen Online-Casinos bewilligt.

Derzeit muss ein Online-Casino, um in Deutschland legal zu sein, von einer staatlichen Stelle eine Genehmigung vorweisen können. Die Verantwortung für die Verwaltung des Glückspiels und der Sportwetten liegt bei den Bundesländern. Im Ausland hingegen reicht es oftmals, wenn man die Lizenz von einer zentralen Glücksspielbehörde erhält. Hierfür muss der Betreiber der Webseite unterschiedliche Auflagen erfüllen, wie beispielsweise das Ergreifen von Maßnahmen zur Suchtprävention und Hinzufügen von Warnungen für Spielende.

Was ändert sich mit dem neuen "Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag"

Um diese schwammige Situation des Glückspiels und der Online-Casinos in Deutschland zu verbessern, ist der Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag von den Ländern verabschiedet worden. Diese große Reform soll für mehr Klarheit in diesem Bereich sorgen und wird zum 1. Juli 2021 in Kraft treten. Ab dann sind alle Arten von Glücksspielen im Internet schlagartig legal. Nicht nur die klassischen Casinospiele wie Roulette, Spielautomaten oder Blackjack zählen dazu, sondern auch Sportwetten jeglicher Art und Online-Poker.

Dennoch können Spieler nicht maßlos und unbegrenzt zocken und in Gefahr geraten, ihre kompletten Ersparnisse für das Glücksspiel online aufzubrauchen. Es wird ein Einzahlungslimit pro Spieler geben, was man nicht überschreiten kann. Bei 1.000 Euro soll Schluss sein. Sobald der Nutzer dieses Limit überschreitet, kann er nicht mehr weiterspielen. Die Überschreitung des Limits führt dann automatisch zur Sperrung des Kontos. Hierzu zählen allerdings nicht mögliche Gewinne, es geht lediglich um das ins Glücksspiel investierte Geld.

Dank des verabschiedeten Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrags entfällt auch schlussendlich das staatliche Monopol auf Sportwetten und Lotto im Internet. Was Sportwetten angeht, gibt es zwar seit dem Jahr 2019 ein entsprechendes Gesetz, welches privaten Unternehmen das Anbieten online erlaubt hat. Jedoch gab es eine zeitliche Begrenzung bis zu diesem Zeitpunkt. Schlussendlich können die Betreiber dieser Plattformen nun aufatmen, aber bis jetzt war nicht deutlich, ob sich die Regierung tatsächlich für die Aufhebung des deutschen Glücksspielverbots entscheidet.

Intensiver Schutz für die Spieler

Was die neuen Regulierungen angeht, fällt der Konsens der Experten für Glückspiel hauptsächlich positiv aus. Denn es sollen insbesondere die Nutzer von Online-Casinos profitieren. Der Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag beinhaltet mehrere Regelungen, die den Spieler vor Spielsucht, dem finanziellen Ruin und anderen Problemen schützen sollen. Die Bundesländer nehmen die Glücksspielsucht sehr ernst und ergreifen Maßnahmen, um die wachsenden Ausmaße dieses Problemes zu reduzieren. Denn immer mehr Menschen nutzen Online-Casinos, wodurch die Zahl der Betroffenen weiter ansteigt.

Um Spieler in Zukunft vor der Sucht zu schützen und damit sie durch ihr Hobby keine schwerwiegenden Verluste machen, wurde als Hauptmaßnahme wie oben bereits angesprochen das Limit von tausend Euro im Monat festgelegt. Um die erfolgreiche Durchführung dieser Maßnahme zu gewährleisten, muss jeder Anbieter eines Online-Casinos für jeden einzelnen Nutzer ein eigenes Spielerkonto erstellen. Als weitere Maßnahme wird eine zentrale Sperrdatei eingeführt, in der sich Nutzer freiwillig von Online-Casinos und weiteren Glücksspielangeboten ausschließen lassen können.

Besonderen Schutz erhalten auch Minderjährige durch den Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag. Denn es wird eine zentrale Glücksspielbehörde eröffnet, die auch großen Fokus auf Kinder- und Jugendspielerschutz setzt. Erfasste Spielerdaten gewährleisten in Zukunft eine große Transparenz, was Zahlen und Gewohnheiten der Nutzer betrifft. Denn im Moment gibt es hierzu lediglich unregulierte Seiten mit sehr schwammigen Informationen. Die Legalisierung und Neuregulierung soll nach Einführung der neuen Regeln ein deutlicheres Bild über die Situation zur Spielsucht in Deutschland erschaffen.

Vor- und Nachteile des neuen Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrags

Vorteile des Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrags

  • Spieler können durch das 1000 Euro Limit nicht ihr ganzes Geld verlieren.
  • Staatliches Monopol für Lotto und Sportwetten im Internet entfällt.
  • Zentrale Sperrdatei verhindert den finanziellen Ruin bei Spielsüchtigen.

Nachteile des Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrags

  • Ein Nutzer kann durch die Eröffnung mehrerer Spielerkonten die 1000 Euro Regel umgehen.
  • Legalisierung führt zu mehr Nutzern und bietet mehr Suchtpotenzial.

Was zeichnet ein gutes Online-Casino aus?

Für viele Menschen klingt die Entscheidung der Bundesländer, alle Formen von Glücksspiel im Internet zu legalisieren sehr kontrovers. Denn die virtuellen Spielcasinos genießen nicht immer einen guten Ruf. Kritiker befürchten, dass diese Neuregelung zu einer radikalen Erhöhung der Anzahl der Spieler in Online-Casinos führt und immer mehr Menschen in Zukunft der Spielsucht verfallen könnten. Dies ist zwar eine berechtigte Sorge, doch Experten geben diesbezüglich Entwarnung, im Gegenteil. Sie sehen die Legalisierung überwiegend positiv.

Denn derzeit floriert das illegale Glücksspiel in Deutschland und Millionen von Bürgern besuchen die Online-Casinos in sehr regelmäßigen Abständen, um dort ihr echtes Geld einzusetzen. Alle diese Seiten sind in Zukunft legal und dementsprechend auch durch den Staat reguliert. Der Schutz für Spielsüchtige wird sich enorm erhöhen, da die unterschiedlichen Hilfseinrichtungen die Gelegenheit bekommen einen großen Teil der Problemspieler vom Spielen auszuschließen oder ihnen Hilfe anzubieten. Erreichen möchte das der deutsche Staat durch zentralisierte Glücksspielüberwachung.

Diese zentrale Glücksspielbehörde stellt dann sicher, dass im Internet alles rechtens abläuft. Sie wird Kinder und Jugendliche vor dem Angebot der Online-Casinos schützen und versuchen das Entstehen von Spielsucht weitestgehend zu verhindern. Menschen mit Spielsucht bekommen die Möglichkeit, sich in einer Sperrdatei registrieren zu lassen, die verhindert, dass sie weiterzocken können. Anbieter müssen dann alle Spieldaten für die Behörde speichern, sodass diese prüfen kann, ob Spielverläufe zu Lasten von Spielern manipuliert sind oder geltende Gesetze nicht eingehalten werden.

Was zeichnet ein gutes Online-Casino aus?

Bei jeder Art von Aktivität im Internet, bei der man Geld einsetzt und seine Kontodaten eingibt, sollte man natürlich extrem vorsichtig sein und nur auf legale Anbieter setzen. Derzeit gibt es ein Überangebot an Online-Casinos aus dem Ausland, das Verbraucher oft überfordert, was die Wahl eines guten und fairen Online-Angebotes angeht. Des Öfteren stehen hinter mehreren Plattformen identische Betreiber, sodass Beginner auf der Suche nach vertrauenswürdigen Casinos schnell den Überblick verlieren.

Es gibt bestimmte Indikatoren, an denen sich die Qualität von Online Casinos  bewerten lässt. Ein wichtiger Punkt ist die Lizenz der jeweiligen Plattform. Derzeit, da der Betrieb eines Online-Casinos von Deutschland aus noch weitestgehend illegal ist, kann die Lizenz aus einem Mitgliedsstaat der EU als Qualitätsmerkmal gesehen werden. Auch ist es wichtig, auf transparente Geschäftsbedingungen zu achten und sich unbedingt vor Anmeldung die jeweiligen Regeln der Plattform detailliert durchzulesen und zu merken.

So lange der Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag noch nicht in Kraft getreten ist, sollte man auch die Banking-Bedingungen einer virtuellen Plattform vor der Nutzung prüfen. Hierbei zu beachten ist, ob bei den Gewinnen die einzelnen Zahlungswege beim "Cash-out" für die Spieler kostenfrei sind oder unterschiedliche Gebühren anfallen. Das Gleiche gilt für Bonusbedingungen. Diese sollten einfach und transparent sein. Viele Casinos machen über Prämien auf sich aufmerksam. Wer das Kleingedruckte aber nicht liest, muss oft mit Enttäuschungen rechnen.

Reaktionen zur Neuregelung größtenteils positiv

Die meisten Reaktionen zur Neuregelung fallen durchweg positiv aus, denn die neuen Regeln sind dringend notwendig! Vor allem in den letzten Jahren hat es einen regelrechten Boom von fragwürdigen und nicht regulierten Casinos im Netz gegeben. Hierbei sitzen die Anbieter solcher Plattformen im Ausland, in dem Glücksspiel legal ist. Von Deutschland aus sind solche Webseiten aber kaum zu regulieren. Lieber erlaubt man die Spiele jetzt auch Innerlandes, führt aber wichtige Kontrollen und strengere Regeln ein.

Legalisierung laut Suchtberater "richtig"

Der Direktor der Fachstelle Glücksspielsucht der Drogenhilfe in Köln Wolfgang Kursawe begrüßt das neue Gesetz und äußert sich im Interview mit der "Tagesschau" überwiegend positiv zu der neuen Glücksspielneuregulierung: Es sei nicht zeitgemäß, wenn bestimmte Sachen online verboten werden. Denn schließlich kommen täglich neue Angebote aus anderen Ländern. Mit der Legalisierung in Deutschland habe man jetzt die Gelegenheit, eigene Regeln und Gesetze zum Verbraucherschutz einzuführen. Und genau das ist auch der Vorsatz der Neuregulierung

Schleswig-Holstein begrüßt Neuregelung

Besonders erfreut über den Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag zeigt sich die Landesregierung von Schleswig-Holstein. Diese hatte das Glücksspiel bereits im Vorfeld legalisieren  lassen. Der künftige Staatsvertrag wird die Grundlage für ein adäquates virtuelles Glücksspiel-Angebot sein, um die Regulierung und Beobachtung des Glücksspiels auf legale Art und Weise zu etablieren, so der Direktor der Staatskanzlei, Dirk Schrödter. Noch muss der Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag von den Landesparlamenten abgesegnet werden, um ab dem 1. Juli 2021 in Kraft zu treten. Der bisherige Staatsvertrag läuft dann aus.

Häufige Fragen und Antworten

Warum wurde eine Neuregelung beschlossen?
Mit der Legalisierung von Online-Casinos kann das Glücksspiel besser reguliert werden.

Ab wann gilt das neue Gesetz?
Der Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag soll am 1. Juli 2021 in Kraft treten.

Gibt es ab dann strengere Regeln?
Es gibt mehrere neue Maßnahmen, um die Nutzer zu schützen.

Ich bin 14, darf ich mich auch in Online Casinos anmelden?
Nein, um Glücksspiele zu spielen, muss man unbedingt volljährig sein.

Gilt das neue Gesetz nur für Online-Casinos?
Nein, auch weitere Angebote wie Sportwetten und Poker sind betroffen.

Wie viel Geld darf ich in Online-Casinos dann ausgeben?
Ein Maximalbetrag von 1000 Euro wird festgelegt, mehr ist nicht möglich.

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