Mi., 28.03.2018

Technik Genug Beinahe-Unfällen mit Drohnen - Gesetzgeber führte neue Regelungen ein

Technik: Genug Beinahe-Unfällen mit Drohnen - Gesetzgeber führte neue Regelungen ein

Foto: colourbox.de

Beginnend bei Fachpublikationen der Luftfahrt bis hin zu den Lokalteilen mancher Tageszeitung sorgten Drohnen immer wieder für Aufregung. So berichtete der Münchner Merkur bereits im August 2016 über einen Beinahezusammenstoß eines Airbus A321 mit 205 Plätzen mit einer Drohne. 

Neben der Flughöhe und dem Nicht-Einhalten des Sicherheitsabstands tauchten weitere Probleme auf: Warum tragen Drohnen nicht wie andere Luftfahrzeuge auch eine Zulassung bzw. Kennzeichnung? Und: Wer kommt für etwaige Schäden auf, wenn eine Drohne mal wirklich ein Flugzeug beschädigt oder in die Jet-Turbine gezogen wird und eine Triebwerkreparatur fällig wird. 
Dieser und ähnliche Vorfälle zeigten: Es besteht Handlungsbedarf! 
Der Gesetzgeber hat reagiert und die Drohnen-Verordnung erlassen, die vollständig am 1. Oktober 2017 in Kraft getreten ist. Diese enthält die folgenden, wesentlichen Neuregelungen: 
1.) Drohnen dürfen grundsätzlich nur in einem Bereich verwendet werden, den der Pilot direkt einsehen kann. Die Drohnen-VO verwendet dafür den Begriff der "Sichtweite". So wäre es beispielsweise bei Nebel nicht zugelassen mehrere Hundert Meter entfernt zu fliegen und sich lediglich an einer Bildübertragung aus dem Quadrocopter oder einem ähnlichen Fluggerät zu orientieren.
2.) Für die Zulassung der Drohne bzw. die nachzuweisenden Kenntnisse ("Drohnenführerschein") gibt es verschiedene Größen- bzw. Gewichtsklassen. Alle Drohnen, die außerhalb von Modellflugplätzen geflogen werden, müssen mit dem Namen und der Adresse des Eigentümers gekennzeichnet werden. Dies kann formlos geschehen, es ist keine spezielle Kennzeichnung (wie bei Autokennzeichen) erforderlich. Bereits ab 2,0 Kilogramm Gewicht muss ein Kenntnisnachweis erworben werden. 
Erst bei Überschreiten eines Gewichts von 5 Kilogramm muss eine besondere Erlaubnis für das Fliegen der Drohne eingeholt werden.
3.) Sie definiert "No-Fly-Zones" bzw. Gebiete, die von Drohnen nicht beflogen werden dürfen. Neben Behörden und den Sperrbereichen von Flughäfen sind exemplarisch Menschenansammlungen, Hauptverkehrswege und Naturschutzgebiete zu nennen. 
Auch wenn die Versicherungspflicht in der Drohnen-VO nicht explizit genannt wird, sie besteht: Bereits 2005 - also vor mehr als zwölf Jahren - wurden die Luftfahrtgesetze dahingehend geändert, dass eine Versicherungspflicht besteht. Diese Versicherungen sind übrigens erstaunlich günstig und schon für einen zweistelligen Jahresbeitrag zu haben, wie ein Vergleich verschiedener Versicherungen zeigt.
Wenn Sie diese Regelungen beachten, dann können Sie schon bald das technische bzw. optische Potenzial Ihrer Drohne voll umfänglich nutzen und ganz beruhigt ein paar Runden fliegen.



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