Fr., 07.12.2018

Technik Der neue Mobilfunkstandard 5G: Technologietreiber für die Industrie

Technik: Der neue Mobilfunkstandard 5G: Technologietreiber für die Industrie

2020 soll mit dem flächendeckenden Ausbau der 5G-Netze begonnen werden. Foto: Pixabay, 2495325, schwarzweisz

Beim Mobilfunk zündet in naher Zukunft die nächste Stufe: Vor acht Jahren startete mit 4G das LTE-Netz, jetzt steht der neue Standard 5G vor der Tür – mit einem noch nie dagewesenen Leistungsspektrum, was Schnelligkeit und Zuverlässigkeit angeht. Das freut nicht nur Gamer, sondern auch die Wirtschaft. Erste Versuche mit 5G sind bereits erfolgt.

Schneller, sparsamer, weiter

Der Rollout für den neuen Mobilfunkstandard 5G wird voraussichtlich ab 2020 stattfinden. Die neue Mobiltechnologie soll bis zu 100-mal schneller sein als das heutige LTE-Netz und weltweit etwa 100 Milliarden Mobilfunkgeräte mit schnellem Internet versorgen. Der Standard hat extrem kurze Reaktionszeiten, benötigt zudem weniger Strom. Ein Smartphone oder Notebook mit 5G-Anbindung lädt Filme etwa 625-mal schneller als der aktuell schnellste DSL-Anschluss.

Ferngesteuerte Kräne

Moderne Krantechnik ist für viele Branchen eine Schlüsseltechnologie. Spezialisten für Schwerlastkräne bieten für unterschiedlichste Anwendungen im Innen- und Außenbereich sowie Kleinkrananlagen an.

Dieser hochspezialisierten Industriesparte eröffnet der Mobilfunkstandard 5G neue Perspektiven. Die Schmidbauer-Gruppe ist führend bei Mobilkränen – einer ihrer Schwerlastträger ist bereits ins 5G-Netz gegangen: Auf der diesjährigen CeBIT demonstrierten Vodafone und Schmidbauer, wie sich ein 350 Kilometer vom Messestandort entfernter Kran vom Typ Tadano Faun ATF 200 via 5G-Technologie fernsteuern lässt. Dank der extrem kurzen Reaktionszeit („Latenz“) von 5G kann ein Kran so in Echtzeit gelenkt werden.

Die Vorteile solch schneller Fernverbindungen liegen auf der Hand: Kranführer sind begehrte Fachkräfte, an denen es mangelt. Per 5G-Technologie kann ein Kranführer mehrere Kräne von einem Standort aus steuern und überwachen. Er muss dazu nicht mehr hoch hinaus und befindet sich in sicherer Entfernung, wenn beispielsweise Gefahrgut am Ausleger hängt.

Feldversuch im Hamburger Hafen

Ein weiteres Beispiel für erste Anwendungen von 5G in industriellen und logistischen Bereichen ist ein Projekt, dass die Hamburger Hafenbehörde (HPA) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom und Nokia ins Leben gerufen hat. Die HPA erhofft sich von diesem Projekt frische Impulse für die Digitalisierung ihrer Hafeninfrastruktur. Im Hamburger Hafen ist ein 5G-Testnetz errichtet worden, dass sich über weite Teile des Gebiets erstreckt. Im Rahmen des Feldversuchs werden 50 Schiffe mit Sensoren ausgestattet, die über das 5G-Netz Umwelt- und Positionsdaten an einen Leitstand liefern. Der Versuch soll zeigen, inwiefern 5G die Arbeit der Lotsen im Hafen optimieren kann.

Außerdem wird die Highspeed-Tauglichkeit des neuen Netzes anhand einer Augmented-Reality-Anwendung geprüft. Sie lässt sich von Ingenieuren bei der Planung und Überwachung von Bauplanungen im Hafengebiet nutzen. Über eine 5G-Datenverbindung werden zusätzliche Gebäudedaten in Echtzeit an die Augmented-Reality-Brille des Ingenieurs oder Planers gesendet.



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