Sonderveröffentlichung

Technik
Solarenergie zum Leasen

Wer sich im Jahr 2020 eine Solaranlage kauft, sollte mit durchschnittlichen Kosten von 1.300 € pro kWp rechnen. Obwohl die Kosten in den vergangenen 20 Jahren drastisch gesunken sind, ist dies nach wie vor eine große Investition, die sich nicht jeder leisten kann. Bei einem Einfamilienhaus rechnet man mit 7.000 € - 10.000 € für die gesamte Anlage, was etwa dem Preis eines günstigen Neuwagens entspricht. Genauso wie Autos kann man Photovoltaikanlagen heute daher leasen.

Mittwoch, 16.12.2020, 12:32 Uhr aktualisiert: 16.12.2020, 12:40 Uhr
Technik: Solarenergie zum Leasen
Solaranlagen kann man mittlerweile sogar leasen. Foto: colourbox.de

Vor- und Nachteile beim Kauf

Aus finanzieller Sicht macht der Kauf vor allem dann Sinn, wenn man den entsprechenden Betrag aufwenden kann und bereit ist, sich um Angelegenheiten rund um Wartung und Reparatur zu kümmern. Eine Solaranlage ist eine Investition in die Zukunft, denn sie spart nicht nur CO2 ein, sondern reduziert oder deckt auch den externen Strombedarf des Haushalts. Die Kosten einer Solaranlage amortisieren sich also mit der Zeit.

Der Kauf einer Anlage geht mit folgenden Vorteilen einher:

  • Keine Bindung an Anbieter und Vertrag
  • Der Besitzer entscheidet selbstständig was mit der Solaranlage passiert (z.B. bei einem Umzug)
  • In einigen Bundesländern gibt es besonders günstige Kreditbedingungen und Förderungen beim Kauf
  • Langfristig wird beim Kauf gegenüber der Miete etwas Geld gespart

Eigentümern steht es frei, die Photovoltaikanlage so lange zu nutzen, wie sie möchten, ohne dabei Verpflichtungen gegenüber Dritten nachkommen zu müssen. Mit dem Besitz gehen aber auch einige Pflichten einher, die der Eigentümer vor dem Kauf berücksichtigen sollte:

  • Eigentümer müssen sich im Vorfeld eigenständig und detailliert mit der Materie beschäftigen
  • Die Installation muss organisiert werden
  • Die Wartung muss regelmäßig durchgeführt werden
  • Die Finanzierung der Anlage muss (oft über eine Bank) abgeschlossen werden
  • Eine Versicherung sollte abgeschlossen werden, um vor Katastrophen und Diebstahl zu schützen
  • Der Hersteller der Solaranlage überlässt den Besitzer nach dem Kauf sich selbst und kommt dem Käufer nur in den seltensten Fällen zu Hilfe

Wer sich um seinen Besitz kümmert, investiert dabei nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Vor und nach der Anschaffung der PV-Anlage kommt es regelmäßig zu Entscheidungen, die der Eigentümer zu treffen hat, diese können sehr zeitintensiv sein. Dazu gehört z. B.:

Mit genügend Expertise kann der Eigentümer mit seiner Entscheidung in all diesen Fragen Geld sparen. Vorweg muss er sich jedoch informieren, Termine organisieren und sich anschließend um etwaige Probleme selbst kümmern.

Aus finanzieller Sicht bietet der Besitz Risiken und Opportunitätskosten.

Die Höhe der jährlich aufzuwendenden Kosten sind nicht klar einzuschätzen und die Kosten einer Reparatur können unterschiedlich hoch ausfallen, je nach Ursache und Versicherung. Solange eine Anlage nicht funktioniert, muss der Eigentümer auf Solarstrom verzichten und bekommt die ggf. entgangene Einspeisevergütung nicht erstattet.

Wer in eine Solaranlage investiert, kann sich außerdem die Frage stellen, welche alternativen Anlagemöglichkeiten (z. B. Wertpapiere) er durch den Kauf nicht wahrnehmen kann. 

Alles rund ums Leasing

Solarleasing ist ein Mietkauf von Photovoltaikanlagen, bei dem eine Leasinggesellschaft Ihre Photovoltaikanlage kauft und Ihnen für die zur Verfügung stellt. Sie haben also eine Solaranlage auf dem Dach, ohne deren Eigentümer zu sein. Über eine bestimmte Laufzeit hinweg (oft 10 – 20 Jahre) zahlen Sie einen monatlichen Betrag und können dafür den durch die Solaranlage zur Verfügung gestellten Strom nutzen.

Sollten Sie sich für die Einspeisung des Solarstroms entscheiden, so erhalten Sie, genau wie Anlageeigentümer, hierfür eine entsprechende Einspeisevergütung. Je nach Vertragsinhalt überlässt Ihnen der Leasinggeber die Anlage nach Ablauf der Vertragsdauer.

Der noch junge Markt des Solarleasings legt in den letzten Jahren ein enormes Wachstum hin. Das erst 2017 gegründete Start-up Enpal ist inzwischen Marktführer und hat bereits über 5.000 Solar-Projekte durchgeführt. „Wir wollten einen No-Brainer schaffen und alles für den Kunden so unkompliziert wie möglich halten“, sagt Gründer und CEO Mario Kohle in einem Interview mit dem Online-Magazin Business Insider .

Was kostet das Leasen von Solaranlagen

Je nach Leistung der Solaranlage kostet das Mieten im Marktdurchschnitt 50-160 € monatlich. Der Preis und die Laufzeit wird im Vorhinein mit dem Anbieter vereinbart und bietet eine verlässliche Grundlage für die private Ausgabenkalkulation.

Anlagen Leistung Markt-Mietpreis pro Monat Mietpreis pro Jahr
2-3 kWp ø 50 € 600 €
4-5 kWp ø 90 € 1.000 €
6-7 kWp ø 130 € 1.600 €
8-9,5 kWp ø 160 € 2.000 €

Quelle: Solaranlage.de

Ein großer Vorteil des PV-Leasings ist ganz klar die Kostentransparenz. Einige Anbieter gewähren ihren Kunden während der Mietzeit eine Rundum-Sorglos-Garantie. Der Mieter zahlt nur, wenn die Anlage auch wirklich Strom generiert, die Anlage ist über die gesamte Laufzeit versichert und Wartung und Reparatur werden übernommen. Unter solchen Bedingungen entstehen neben dem vereinbarten Monatsbetrag keinerlei Nebenkosten.

Bei Anbietern, die schon vor Inbetriebnahme oder gar vor Installation die ersten Raten verlangen, sollten Sie vorsichtig sein!

Obwohl man beim Solar-Leasing monatlich Geld ausgibt, spart man auch gleichzeitig bei der Stromrechnung. Eine Solaranlage deckt einen großen Teil des häuslichen Energiebedarfs ab und verringert somit die Stromrechnung. Wie viel Energie Sie erzeugen und wie viel Geld Sie dadurch sparen, hängt dabei von der Jahreszeit, dem Wirkungsgrad der Solarzellen, der verfügbaren Dachfläche, dem Ausrichtungswinkel und der Beschattung ab.

Überschüssigen Strom können Sie in das öffentliche Stromnetz einspeisen und so von der Einspeisevergütung profitieren. Ob sich das Mietmodell aus finanzieller Sicht lohnt, muss also unter Berücksichtigung zahlreicher Faktoren bewertet werden.

Kaufen oder mieten? – Die Zusammenfassung

Wer genug Geld, Zeit und Nerven hat, dem sollte beim Kauf einer Solaranlage nichts im Wege stehen. Als Eigentümer einer Solaranlage sind Sie ungebunden und sparen langfristig etwas Geld.

Die Energiewende in Deutschland geht jedoch nur schleppend voran und das liegt nicht zuletzt daran, dass der Besetzung des eigenen Daches mit Photovoltaik meist einiges im Wege steht. Das Solar-Leasing bietet daher all jenen eine Lösung, die sich aufgrund der folgenden Punkte bisher noch nicht entschieden haben:

  • Zeitaufwand
  • Risiko
  • Ausgaben für Installation, Reparatur und Wartung
  • Zinsen aus einem Kredit
  • mangelnde Liquidität für andere Wertanlagen

Weiter Information zum Leasingmodell erhalten Sie hier: Solaranlage mieten: Lohnt sich das Modell? - Alle Vorteile und Nachteile

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