Keine Pflanzen, sondern Tiere
Korallen im Aquarium brauchen eine besondere Pflege

Im Meerwasser-Aquarium faszinieren Korallen. Da sie Nesseltiere sind, benötigen sie beispielsweise das richtige Licht, damit sie nicht eingehen. Wie muss man sie sonst noch versorgen?

Freitag, 19.07.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 19.07.2019, 05:36 Uhr
Viele Korallen benötigen eine Kombination aus blauem und weißem Licht. Sonst verhungern sie und verlieren die Farbe.
Viele Korallen benötigen eine Kombination aus blauem und weißem Licht. Sonst verhungern sie und verlieren die Farbe. Foto: Ulli Gerlach

Wiesbaden (dpa/tmn) - Was sonst nur Taucher und Schnorchler im Urlaub entdecken, können sich Meerwasser-Aquarianer auch ins Wohnzimmer zu Hause holen: bunte und faszinierende Korallen, die nicht aus den Weltmeeren stammen, sondern aus Züchtungen.

Um ihre Farbenpracht lange zu erhalten, muss man die Nesseltiere allerdings mit dem richtigen Licht versorgen - anderenfalls verhungern sie.

Was sind Nesseltiere?

Nesseltiere? Ja, die polypenartigen Gebilde sind keine Pflanzen, sondern Tiere, die sich aber ungewöhnlich ernähren. Sie leben in Symbiose mit einzelligen Algen, die in den Polypen der Korallen eingelagert sind. Durch Photosynthese produzieren sie bei ausreichendem Lichteinfall Zuckerverbindungen und Aminosäuren - Nährstoffe, die den Korallen zum Leben ausreichen.

Eine zusätzliche Fütterung ist darum nicht notwendig, erklärt Stefan Schmölzing von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren (FLH). Allerdings sei der Lichtbedarf von Art zu Art unterschiedlich. Das müsse bei der Beleuchtung und Standortauswahl für die einzelnen Korallenbecken berücksichtigt werden. Dabei sei auch das richtige Lichtspektrum entscheidend: Viele Korallen benötigen beispielsweise eine Kombination aus blauem und weißem Licht, erläutert Schmölzing.

Was das Meerwasseraquarium benötigt

Auch die Wasserströmung ist in einem Meerwasseraquarium besonders wichtig. Strömungspumpen, die die Bewegungen des Meeres simulieren, sorgen dafür, dass die Korallen einen guten und kontinuierlich hohen Durchlauf an frischem Wasser bekommen. So werden Schwebe- und Abfallstoffe von den Tieren fortgespült, und sie werden mit ausreichend Sauerstoff und zusätzlichen Nährstoffen versorgt.

Damit die Nesseltiere auch im heimischen Aquarium ihre intensiven, teilweise fluoreszierenden Farben zeigen und leuchten, benötigen sie Spurenelemente, die regelmäßig dem Wasser zugesetzt werden. Die meisten Korallen fühlen sich bei Wassertemperaturen von 24 bis 26 Grad Celsius am wohlsten. Für Aquaristik-Neulinge sind Weich- und Hornkorallen ratsam, da sie geringe Ansprüche an ihre Umgebung haben.

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