Kriminalität
Die Drogenkriminalität nimmt weiter zu

Die Aktivitäten auf dem Drogenmarkt verlagern sich zunehmend auf den Handlungskreis der Cyberkriminalität. Deutschland übernimmt in dieser Hinsicht neben Großbritannien die Vorreiterposition – das Geschäft mit illegalen Drogen boomt!

Dienstag, 23.02.2021, 04:49 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 14:57 Uhr
Kriminalität: Die Drogenkriminalität nimmt weiter zu
Foto: Colourbox

Statistik

Lässt man die Beschaffungskriminalität einmal außen vor, ergeben sich für die Rauschgiftdelikte nach dem BtMG steigende Zahlen. Gemäß der Polizeilichen Kriminalstatistik kamen von 2018 auf 2019 über 9.000 Fälle hinzu, im Jahr davor stieg die Zahl sogar um 20.000 Fälle an – die Dunkelziffer nicht inkludiert!

Gesetzeslage

Das Betäubungsmittelgesetz enthält die wichtigsten Regularien , die im Umgang mit schädlichen Substanzen zu beachten sind und führt im Anhang eine Liste ebendieser Substanzen auf. Nikotin, Alkohol und Koffein gehören übrigens nicht dazu (sie werden aber von einigen Nebengesetzen, wie dem Straßenverkehrsgesetz, erfasst).

Die Rauschmitteldelikte beginnen nicht erst mit dem Besitz, sie beziehen auch den Handel, die Lieferkette, die Produktion und den Versuch all dessen mit ein. Daneben gibt es spezielle Straftatbestände, mit denen der Normalbürger im Regelfall gar nicht in Berührung kommt (Beispiel: Verschreibung von Medikamenten in strafrechtlich relevanter Form).

Die strafrechtlichen Sanktionen reichen von Geld- zu Freiheitsstrafen und Therapie. Einige Rechtsverstöße werden besonders schwer bestraft. Zu ihnen zählen unter anderem Drogendelikte mit Todesfolge, die bewaffnete Tatbegehung, die Bandenkriminalität und die Gewerbsmäßigkeit.

Gesetzliches Schlupfloch

Die Einzelauflistung ist die große Schwachstelle des BtMG. Der Umgang mit Substanzen, die nicht gelistet sind, ist demnach erlaubt. Das flexible Drogennetz passt sich mit Schaffung zahlreicher Derivate (minimale Veränderungen der chemischen Struktur, die psychedelische Wirkung der Droge bleibt aber gleich) an die aktuelle Verbotslage an. Deshalb gibt es seit einigen Jahren das NpSG, welches nicht nur den Einzelstoff, sondern gesamte Stoffgruppen erfassen soll.

Mengenstrafbarkeit

Das Strafmaß steht in Abhängigkeit zu der Menge beziehungsweise zu der jeweiligen Wirkstoffkonzentration. Das BtMG geht begrifflich auf geringe und nicht geringe/erhebliche Mengen ein und überlässt das Mittelmaß der richterlichen Interpretation. Bei geringen Mengen stellt der Staatsanwalt das Verfahren regelmäßig ein.

Die kategorische Einordnung macht sich aber nicht nur an der absoluten Wirkstoffmenge, sondern auch an den Konsumeinheiten fest. Diese werden von der Rechtsprechung definiert.

Minderjährigenstrafrecht

Konsequenzen für die beteiligte Drittperson:

Jugendliche erfahren durch das Gesetz einen besonderen Schutz. Dieser ist unter anderem im Jugendschutzgesetz normiert , findet sich aber auch im BtMG selbst. Der Schutzauftrag ist vor allem an dem erhöhten Strafmaß zu sehen, das einem Täter droht, der berauschende Substanzen an Minderjährige verteilt oder mit dem Drogengeschäft wirbt.

Konequenzen für den jugendlichen Konsumenten:

Jugendliche Täter werden als Konsument in das polizeiliche System aufgenommen und sind Beschuldigter im Ermittlungsverfahren.

Darüber hinaus werden die Erziehungsberechtigten, das Jugendamt und die Straßenverkehrsbehörde über den Betäubungsmittelkonsum informiert.

Hilfsangebot

Präventivarbeit:

Präventiv hilft es vor allem, die einflussgebenden Faktoren zu kennen. Diese sind zum einen für die beteiligten Funktionsträger interessant, weil sie ihr Vorgehen daran ausrichten können. Zum anderen schützt man sich durch die thematische Auseinandersetzung selbst, weil die Bewusstwerdung dabei hilft, den persönlichen Gefährdungsgrad realistisch einschätzen zu können.

Therapie:

Abhängigkeitserkrankungen sind behandelbar. Wichtige Erfolgsfaktoren sind Erkenntnis und dauerhafte Abstinenz.

Selbst das Gesetz greif den Rehabilitationsgedanken im Sinne einer Entwöhnungsbehandlung auf. Demnach kann es im Einzelfall möglich sein, statt der Inhaftierung in ambulante/stationäre Therapie zu gehen. Das Ableisten der Therapie zieht man anschließend von der zu verbüßenden Gefängnisstrafe ab und setzt den Rest in der Regel zur Bewährung aus.

Rechtsanwalt:

Außenstehende finden sich in dem komplexen Feld des Drogenstrafrechts nicht ohne Weiteres zurecht. Schon allein die Analyse des Sachverhalts erfordert fachkundigen Rat, etwa bei der Kanzlei Drogen München .

Gerade weil weitreichende Folgen für das berufliche und private Leben zu befürchten sind, macht eine frühzeitige Kontaktaufnahme Sinn. Der Rechtsvertreter wird im Sinne der Mandantschaft versuchen, das Verfahren zu modulieren. So wird er zum Beispiel das Ermittlungsverfahren auf Fehlerhaftigkeit kontrollieren oder Umstände aufzeigen, die entlastend sind.

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