Mi., 29.04.2015

Umwelt Tchibo baut in Afrika nachhaltige Strukturen auf

Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo hat vor Kurzem drei Hilfsprojekte in Afrika erfolgreich abgeschlossen. Damit setzt das Unternehmen einmal mehr ein Zeichen für ethisches Unternehmertum. Die Projekte tragen dazu bei, in Benin, Kenia und Sambia nachhaltige Strukturen zur Verbesserung der Lebensbedingungen aufzubauen. Aus allen beteiligten Regionen bezieht Tchibo Kaffee bzw. Baumwolle, für die in Europa verkauften Endprodukte.

Das Mount Kenya Projekt

Wenn ein Kaffeeröster sich in Afrika engagiert, liegt es nahe in Kenia aktiv zu werden. Das Land in Ostafrika produziert nur rund 0,5 Prozent des weltweit erzeugten Rohkaffees. Allerdings gilt Kaffee aus Kenia unter Experten als besonders aromatisch und edel. Speziell die Arabica-Bohne, die am Mount Kenya wächst, überzeugt Kaffeegenießer mit einem ausgewogenen und fruchtigen Aroma. Tchibo bezieht hier ein Teil seiner Bohnen, die der Kaffeeröster unter anderem für Sorten wie Privat Kaffee African Blue verwendet. Die Plantagen am Mount Kenya werden von Farmern bewirtschaftet, die der Rainforest Alliance angeschlossen sind. Diese ermöglicht es den Erzeugern, von Fair Trade zu profitieren. Inzwischen röstet Tchibo alle Sorten seines Privat Kaffees mit Bohnen dieser Fair-Trade-Organisation.

Während die Kaffeefarmer von den Erlösen des fairen Handels profitieren, erhielten die Frauen der Region in der Vergangenheit praktisch keinen Anteil daraus. Dabei sind sie es, die ihre Familien versorgen und zum Beispiel täglich bis zu fünf Kilometer zu Fuß zum nächsten Trinkwasserbrunnen gehen. Tchibo hat mit dem Mount Kenya Projekt dieses Missverhältnis nachhaltig geändert. Achim Lohrie, Direktor Unternehmensverantwortung bei Tchibo, erklärt dazu: „Tchibo folgt bei allen sozialen Projekten dem Prinzip ‘Hilfe zur Selbsthilfe‘, deshalb haben wir von Anfang an auf eine enge Zusammenarbeit mit den Farmerfrauen gesetzt. Denn die Farmerfrauen wissen am besten, wie die Lebensverhältnisse kurz-, mittel- und langfristig verbessert werden können. Dieser partnerschaftliche Ansatz hat dazu geführt, dass auch kulturell bedingte Herausforderungen gelöst werden konnten und der Zusammenhalt der dörflichen Gemeinschaften auf Dauer gewahrt bleibt.“

Das Ergebnis waren kleine Verbesserungen vor Ort, die aber sehr langfristig und damit nachhaltig wirken. Zum Beispiel hat Tchibo einen zentralen Brunnen gebaut, mit dem der weite Fußmarsch entfällt. Das schafft Zeit für die Frauen, sich um die Familie und die Tiere zu kümmern. Über ein ausgeklügeltes Mikrokreditsystem konnten zunächst 120 Frauen Nutztiere anschaffen, dessen Produkte sie lokal verkaufen. Mit dem Erlös unterhalten sie die Familie und zahlen den Kredit Stück für Stück zurück. Sobald das Geld wieder zur Verfügung steht, wird es an weitere Frauen als Minikredit verteilt. Zusätzlich wurden Ställe gebaut, in denen die Tiere sicher sind. Abfallprodukte wie Mist nutzen die Farmer zum Teil als Düngemittel, zum Teil ist dieser aber Rohstoff für kleine Biogasanlagen. Diese liefern Energie für Feuerstellen, sodass der Baumbestand nicht weiter schrumpft. Schließlich hat Tchibo einige Frauen zu Promoterinnen ausgebildet. Diese geben ihr umfangreiches Wissen über die Projektteile den anderen Frauen in Schulungen weiter, sodass die ganze Gemeinschaft von einem reichhaltigen Know-how profitiert.

Erfolgreiche Schulprojekte in Benin und Sambia

Einen anderen Ansatz verfolgte Tchibo mit seinen Projekten in Benin und Sambia. Aus beiden Ländern bezieht der Einzelhändler Baumwolle aus nachhaltigem Anbau. Diese bildet die Basis für die Textilien der Non-Food-Abteilung des Unternehmens. Daher hat Tchibo hier die Baumwollfarmer im Blick. Um nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten, hat der Kaffeehändler Schulen gebaut. Jeweils fünf Gebäude mit Schulgarten in beiden Ländern tragen zu einer Verbesserung der prekären Bildungssituation bei. Darüber hinaus lernen die Kinder spielerisch den Umgang mit nachhaltigen Anbaumethoden. In Sambia setzt Tchibo das Projekt fort. Dort sollen bis zur Jahresmitte weitere fünf Schulen entstehen. Wie bei den bisherigen Schulen soll dabei zusätzlich ein großer Brunnen errichtet werden. Dieser liefert nicht nur Wasser für den Schulgarten, sondern auch für das gesamte Dorf. Damit erhält die gesamte Gemeinschaft Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Bei den erfolgreichen Schulprojekten hat Tchibo mit der Initiative Cotton made in Africa (CmiA) zusammengearbeitet. Die Initiative fördert fairen Handel mit Baumwollerzeugern. Tchibo unterstützt die Initiative bereits seit 2008. Die Schulprojekte stellen dabei den bisherigen Höhepunkt des Engagements dar. CmiA ist in sechs Ländern Afrikas aktiv. Ein Teil des Ansatzes besteht aus Schulungen der Farmer, damit diese mit nachhaltigen Anbaumethoden die Umwelt entlasten und ihre eigene Gesundheit schonen. Die Initiative fasst Farmer zusammen, die immerhin zwölf Prozent der afrikanischen Baumwolle ernten. Einer der größten Abnehmer ist Tchibo.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3223225?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686138%2F2686293%2F2686475%2F