Fr., 15.12.2017

Fairtrade Fairtrade – mehr als nur eine Modeerscheinung

Fairtrade: Fairtrade – mehr als nur eine Modeerscheinung

Foto: © Robert Kneschke/shutterstock

In den (sozialen) Medien wird sehr häufig von schlechten Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie, von niedrigen Löhnen für Kleinbauern in der Lebensmittelindustrie und von der steigenden Nachfrage bestimmter Produkte aus fernen Ländern gesprochen. Während noch vor einigen Jahren das Motto „Geiz ist geil“ an der Tagesordnung war, beginnen immer mehr Konsumenten damit, sich nicht nur kritisch mit ihrem Konsumverhalten auseinanderzusetzen, sondern ebenfalls mit der Herstellung sowie dem Anbau ihrer Lieblingsprodukte. Was zunächst als Modeerscheinung begann, ist mittlerweile ein Ruf nach Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Sozialverträglichkeit. Dennoch stellt sich die Frage, was sich genau hinter der Bezeichnung Fairtrade verbirgt und ob Fairtrade-Produkte wirklich ihr Geld wert sind.

Fairtrade beeinflusst den Markt

Ein billiges Produkt hat seinen Preis. Und zwar nicht nur den, der auf dem Preisschild steht. Dahinter verbergen sich oft Massentierhaltung, unfairer Handel, Ausbeutung oder gesundheitsschädigende Stoffe in Textilien. Nicht selten sehen Verbraucher Nachrichten über ausgebeutete Arbeiterinnen in der Textilindustrie aus Bangladesch, die für nahezu einen Hungerlohn viele Stunden in einer Fabrik arbeiten. Oder lesen in der Zeitung einen Bericht über Kleinbauern aus Südamerika, die sich ihre Hauptnahrungsquelle wie Quinoa selbst nicht mehr leisten können, weil sie in Massen das Trend-Lebensmittel für den europäischen Markt produzieren.

Der Ruf nach gerecht produzierten sowie gehandelten Gütern wurde lauter und hat nicht nur das Verhalten der Käufer, sondern ebenfalls das von Unternehmen verändert. Viele Firmen zentralisieren nicht mehr nur das Geld, sondern ebenfalls den kleinen Bauern aus der Dritten Welt, der den Gewinn erst möglich macht. Eine solche Philosophie vertreten Unternehmen wie der DW-Shop, der von der Deutschen Welthungerhilfe als Handelsplattform gegründet wurde. Doch nicht nur Unternehmen, sondern die Verbraucher werden ebenfalls für die Thematik sensibilisiert. Viele Kunden sind mittlerweile bereit, für Kleidung oder Lebensmittel einen höheren Preis zu bezahlen – mit dem Wissen, dass sie einerseits nicht an der Qualität einsparen, dafür aber andererseits Arbeitern und Bauern ein besseres Leben ermöglichen.

Wozu verpflichten sich Hersteller von Fairtrade-Produkten?

Faire Preise

Kleinbauern erhalten beispielsweise einen im Vorfeld festgelegten Preis für ihre Waren, der unabhängig von auftretenden Preisschwankungen gezahlt wird. Es ist demnach egal, ob die Preise sprichwörtlich in den Keller gehen. Die Bauern erhalten dennoch den verabredeten Preis. Damit soll eine stabile Lebensgrundlage geschaffen werden und bietet gleichzeitig eine gewisse Planungsgrundlage. Der Endverbraucher profitiert ebenfalls von diesem Arrangement, denn die Kleinbauern verpflichten sich dazu, einen gewissen Betrag ihres Einkommens in die Qualität sowie die Produktivität zu investieren.

Faire Arbeitsbedingungen

Darunter fallen auch faire Entlohnungen, vernünftige Arbeitszeiten, gültige Arbeitsverträge sowie die strikte Ablehnung von Kinderarbeit. Unternehmen müssen außerdem die Kultur und die Traditionen ihrer Angestellten respektieren und diese nicht aufgrund dessen diskriminieren.

Nachhaltige und umweltschonende Produktion

In der Textilindustrie ist zusätzlich das Verwenden von schadstofffreien Materialien eine Grundlage für eine Fairtrade-Zertifizierung. Weiterhin verpflichten sich Unternehmen dazu, ihre Emissionswerte so gering wie möglich zu halten, um die Umwelt nicht noch mehr zu belasten.



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