Mo., 29.01.2018

Umwelt Maßnahmen gegen Mikroplastik: Industrie und Politik werden endlich aktiv

Umwelt: Maßnahmen gegen Mikroplastik: Industrie und Politik werden endlich aktiv

Foto: unsplash.com

Mikroplastik ist allgegenwärtig, davor kann die Sportartikelindustrie ihre Augen nicht mehr verschließen und setzt sich endlich mit dem Thema auseinander. Immer deutlicher werden die Risiken des künstlichen Stoffes, der immer dann entsteht, wenn Plastik im Müll oder Wasser landet anstatt im Recyclingkreislauf. 

Am eindringlichsten macht sich Mikroplastik in den Weltmeeren bemerkbar. Schätzungen zufolge treiben bereits 100 bis 142 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen, alljährlich kommen bis zu zehn Millionen Tonnen hinzu. Der Plastikabfall zerfällt mit der Zeit, verschwindet jedoch nie ganz. Es bleiben kleine Partikel zurück, dieses Mikroplastik nehmen die Tiere mit der Nahrung auf. Laut WWF verenden zahlreiche Seevögel qualvoll an winzigen Handybestandteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln die Plastikteilchen mit Plankton.

Mikroplastik aus verschiedenen Quellen

Auch Kosmetikprodukte wie Peelings enthalten Mikroplastik, das mit jeder Gesichtsreinigung in das Abwasser gespült wird. Zudem sondert Kleidung aus Kunstfasern in der Waschmaschine Mikroplastik ab. Da die Klärwerke nur einen Teil dieser Partikel herausfiltern, landet das Plastik in den Flüssen und gelangt von dort ins Meer.

Die von Plastikmüll  verursachten Probleme sind riesig, das treibt nun auch die Sportartikelindustrie um. So ist beispielsweise im Herbst 2017 ein speziell gefertigter Stoff auf den Markt gekommen, der beim Waschen keine Plastikfasern abgeben soll. Die raue Seite, die dazu neigt, sich Stück für Stück aufzulösen und so Plastikpartikel ans Abwasser abzugeben, besteht aus einer Gewebeinnovation: der Naturfaser Tencel, die äußerst beständig ist und zudem aus natürlichen Fasern besteht, die biologisch abbaubar sind wie ökologische Kleidung.

Zusammenschlüsse von Unterstützern

Darüber hinaus haben mehrere Interessenverbände und Teilnehmer eine Übereinkunft zum Thema Mikroplastik getroffen, darunter die European Outdoor Group (EOG) und die europäische Vereinigung für Textilien und Bekleidung (EURATEX). Zusammen möchten sie Maßnahmen definieren und die Forschung zur Vermeidung von Mikroplastik vorantreiben. Den ersten Entwurf wollen sie spätestens Ende 2018 vorstellen. Zudem existiert ein Projekt der EOG in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Biov8tion und der University of Leeds. Ziel ist es, mehr über die Verunreinigung durch Kleidungsfasern herauszufinden. Unternehmen wie Adidas, Helly Hansen, Ikea oder The North Face unterstützen das Vorhaben.

Die Initiativen zur Vermeidung von Mikroplastik kommen nicht von ungefähr, sondern zu einer Zeit, in dem das Thema auch auf der internationalen politischen Agenda steht: Die EU hat Mitte Januar 2018 eine Strategie gegen Plastikmüll vorgestellt. Eines der Ziele ist, dass sich bis 2030 alle Plastikverpackungen in Europa wiederverwerten lassen.



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