Di., 12.06.2018

Garten Worauf Hobbygärtner bei der Gartenpflege im Hochsommer achten sollten

Garten: Worauf Hobbygärtner bei der Gartenpflege im Hochsommer achten sollten

Ein schöner Garten im Sommer: Damit das auch so bleibt, warten auch im Hochsommer wichtige Aufgaben. Doch was ist sinnvoll und was nicht? Foto: © K.-U. Häßler – 207377099 / Fotolia.com

Temperaturen von mehr als 30°C machen Menschen zu schaffen. Während sich Gartenbesitzer spätestens jetzt in den Schatten verziehen, bleiben Pflanzen der prallen Sonne ausgesetzt und ertragen selbst die Mittagshitze ohne sichtbare Spuren. Pflanzen leiden anders unter sommerlichen Hitzewellen.

Steigt das Thermometer über 30°C, muss auch der Hobbygärtner seinen Pflanzen besondere Aufmerksamkeit widmen. Pflanzen brauchen im Sommer eine andere Pflege. Besonders heikel kann es werden, wenn über einen längeren Zeitraum Niederschläge ausbleiben.

Aktuell herrscht in Deutschland eine Wetterlage vor, die einigen Regionen ausreichend bis zu viel, anderen Regionen eher zu wenig Niederschlag beschert. Teile Sachsens haben in den vergangenen Wochen beispielsweise zu wenig Wasser von oben gesehen. Ein Trend, der sich, so auch Wetterexperten um Jörg Kachelmann, in den Frühjahrsmonaten bereits angedeutet hat. Wie verhalten sich Gärtner an den sehr warmen Tagen des Jahres richtig ihren Pflanzen gegenüber? Klar, das Gießen ist ein wichtiger Punkt bei der sommerlichen Gartenpflege. Um Rasen und Sträuchern nicht zu schaden, sind noch einige andere Aspekte zu beachten.

Gartenbewässerung im Hochsommer

Es ist heiß und die Blumen lechzen nach Wasser. Also mittags einfach den Wasserhahn aufdrehen und ordentlich gießen. Genau jetzt haben Hobbygärtner gleich mehrere Fehler auf einmal gemacht. Dass Pflanzen an den hochsommerlichen Tagen Wasser brauchen, ist unbestritten. Wichtig ist allerdings zu wissen, wann der beste Zeitpunkt ist. Warum sollte das Gießen um die Mittagszeit, wenn das kühle Nass für die Pflanzen wichtig ist, falsch sein.

Es gibt zwei Gründe, welche gegen dieses Prinzip sprechen:

  • Wasser verdunstet schneller als es aufgenommen werden kann
  • Wasser auf Blättern bildet linsenartige Tropfen, welche wie ein Brennglas wirken.

Diese Punkte verdeutlichen, dass das Wann und das Wie auf jeden Fall eine Rolle spielen. Im Hinblick auf den Zeitpunkt gelten universelle Regeln, die sich auf:

  • Balkonpflanzen
  • Beete
  • Rasen
  • Blumenbeete

in gleichere Weise anwenden lassen. Generell sollte sich fürs Gießen ein Zeitpunkt ausgesucht werden, an dem die Verdunstung möglichst gering ist. Auf den ersten Blick kommen also die Morgenstunden und der Abend in Frage.

Warum sollte dieser wieder von der Liste gestrichen werden? Ganz einfach: In den Abendstunden ist der Boden immer noch aufgeheizt. Die Wärme im Boden liefert jene Energie, welche das Wasser nach dem Gießen wieder besser verdunsten lässt. Bleibt also nur der frühe Morgen. Ideal wäre es in den kühlsten Stunden, also zwischen drei Uhr und vier Uhr, zur Gießkanne zu greifen. Natürlich von jedem Garten- oder Balkonbesitzer ohne vollautomatisches Bewässerungssystem mit Zeitschaltung etwas viel verlangt. Es reicht aus, nach dem Aufstehen zur Gießkanne oder dem Schlauch zu greifen.

Wie gießen: Gibt es Unterschiede?

Beim Gießen kann so einiges schief gehen. Der beste Zeitpunkt sollte inzwischen klar sein. Bleibt noch eine Frage: Wie viel wird gegossen? Es ist durchaus praktisch machbar, den Rasen eine Stunde so zu wässern, dass sich Besucher wie einer Sumpflandschaft vorkommen. Zielführend ist das Ganze natürlich nicht.

  • Ausreichend gießen: Eigentlich klingt diese Feststellung trivial. In der Praxis ist sie aber alles andere als einfach umzusetzen. Generell sollte so gegossen werden, dass etwa bis maximal 25 Liter auf jeden Quadratmeter pro Woche kommen. Diese einfache Faustregel gilt für Beete wie auch Rasen, da eine solche Menge gewährleistet, dass Wasser in der Hauptwurzelzone auch ankommt.
  • Flachwurzelnde Pflanzen gießen: Grün, das eher flache Wurzeln ausbildet, braucht häufiger Wasser als Tiefwurzler. Der Grund liegt auf der Hand. Zuerst werden von der Hitze die oberen Erdschichten ausgetrocknet. Pflanzen, deren Wurzeln in Tiefen von mehr als einem Meter reichen, kommen länger an Feuchtigkeit.
  • Rasenschnitt liegen lassen: Sollte sich eine Trockenperiode ankündigen und es sehr warm werden, wird der Rasen am besten ohne Fangkorb am Rasenmäher geschnitten. Der Grund hierfür ist recht einfach. Durch den Mulm auf dem Rasen entsteht eine Schicht, durch welche Feuchtigkeit nicht so schnell verdunsten kann.

Überhaupt ist das Gießen ein sehr individueller Aspekt im Garten. Wie häufig zu gießen ist, variiert sehr stark mit der Pflanze. Was in der Sonne steht, braucht tendenziell eher Wasser. Pflanzen, die aus dem semi-ariden Klima stammen, sind von Haus aus an Trockenheit eher angepasst. Hier kann zu häufiges Gießen sogar zum Problem werden.

Besonderes viel Aufmerksamkeit brauchen beim Gießen alle Pflanzen, die nicht im Beet stehen, sondern in Töpfen. Der Erdballen trocknet sehr schnell aus. Es kann hier durchaus passieren, dass mehrfach (früh und in der Abenddämmerung) gegossen werden muss.

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Beim Gießen der Pflanzen spielt die Art und Weise sowohl als auch die Menge eine entscheidene Rolle. Foto: @ mhp– 204961322 / Fotolia.com

Was im Hochsommer nicht getan werden sollte

Regelmäßiges und richtiges Gießen ist nur ein Aspekt in der sommerlichen Pflege des Gartens. Es kommt letztlich darauf an, viele Punkte im Hinterkopf zu behalten. Der Sommer (Juni und Juli) ist nicht die klassische Jahreszeit zum Pflanzen. Einige schnellwachsende Gemüsesorten können gesetzt werden, das Pflanzen von Stauden o. Ä. ist aber eher unüblich. Transport und Pflanzstress werden durch die Hitze noch einmal verstärkt. Gibt es weitere Punkte, auf die in den sehr heißen Monaten des Jahres tendenziell eher zu verzichten ist?

Tipp: Wer die Pflanzen schon gekauft hat, setzt diese im Pflanztopf ein, gießt regelmäßig und pflanzt sie erst nach dem Ende der Hitzewelle.

Verzichtet werden sollte in der größten Sommerhitze auch auf das Zurückschneiden von Bäumen oder Hecken. Der Grund liegt auf der Hand: Beim Schnitt werden die Pflanzen verletzt. Während einer Hitzewelle stehen sie sowieso schon unter enormen Stress, der sich durch das Schneiden noch einmal zusätzlich erhöht. Hierdurch kann die Pflanze soweit geschwächt werden, dass sie letztlich Schädlingen nicht mehr viel entgegensetzen kann.

Aber: Was gemacht werden sollte, ist das Entfernen abgestorbener Pflanzenteile. Letztere bilden andernfalls den Nährboden für die Vermehrung von Pflanzenschädlingen und Pilzen, das gilt es zu vermeiden.

Welche Pflegeaufgaben sind noch wichtig?

In der Sommerhitze geht’s offensichtlich viel ums Gießen. Vergessen werden sollte aber auch nicht der Einsatz von Dünger. Dieser gibt zum Beispiel Rosen noch die Kraft, welche zum Ausreifen der Zweige für den Winter gebraucht wird. Auch wenn es im Juli vielleicht noch nicht danach aussieht: Die Pflanzen wissen, dass der Winter irgendwann vor der Tür steht und sich darauf vorbereitet werden muss.

Geprüft wird natürlich auch, ob sich Schädlinge den Hitzestress zunutze machen und Pflanzen befallen. Sollte dies der Fall sein, ist Handeln erforderlich.

Ebenfalls auf der Agenda steht im Sommer und an den heißen Tagen die Teichpflege. Viele Gartenbesitzer haben in der Vergangenheit mit dem Gedanken an einen Teich gespielt und das Projekt umgesetzt. In der Hitze verdunsten Wasser, es braucht Frischwasser. Wichtig ist dies nicht nur für Pflanzen, sondern gerade für die Bewohner des Feuchtbiotops. Achtung: In der Hitze gedeihen Algen sehr gut. Deren Bildung kann durch den Einsatz spezieller Wasserchemie gehemmt werden. Auf der anderen Seite bietet der Gartenteich die Gelegenheit, natürliche Mittel auszuprobieren. Durch den Einsatz spezieller Pflanzen kann das Wachstum von Algen gehemmt werden.

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Nicht jede Gartenarbeit ist im Hochsommer sinnvoll, einige Arbeiten können letztlich sogar schaden. Foto: @ photoschmidt – 163281805 / Fotolia.com

Fazit: Im Hochsommer den Garten richtig pflegen

Der heimische Garten ist ein Ort der Ruhe und Entspannung. Ein Garten sorgt aber auch für Arbeit. Gerade an den sehr heißen Tagen des Hochsommers lechzen auch die Pflanzen nach Wasser. Es ist nicht damit getan, einfach zur Gießkanne zu greifen. Es kommt auf das richtige Know-how an. Dies schließt die richtige Menge Wasser genauso wie den passenden Zeitpunkt ein. Damit hat sich die Pflege des Gartens im Sommer aber noch nicht erledigt. Auch beim Thema Rasen- und Heckenschnitt sind jetzt besondere Regeln, und diese beziehen sich nicht auf den Lärmschutz, zu beachten. Wer als Gartenbesitzer und Hobbygärtner alle wichtigen Tipps beherzigt, kann sich am Ende auch im Herbst noch über seinen Garten freuen und viele schöne Stunden in der eigenen Grünoase verbringen.



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