Sonderveröffentlichung

Umwelt
Wie die Klimaveränderung den deutschen Wald gefährdet

Die Auswirkungen der weltweiten Erwärmung der Ozeane hat erhebliche Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland. Heiße Sommer mit langen Dürreperioden sind eine Folge. Durch die Klimaveränderungen steigt die Zahl der Stürme. Sie sind eine Gefahr für deutsche Wälder.

Dienstag, 04.08.2020, 14:30 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 14:38 Uhr
Umwelt: Wie die Klimaveränderung den deutschen Wald gefährdet
Foto: colourbox.de / Heiko Kueverling

Die Münchner Rück, einer der weltweit führenden Rückversicherer, hat die Zahl der durch Stürme verursachten Schäden gezählt und eine Verdopplung festgestellt. Für die zahlreichen Waldgebiete in der Bundesrepublik bedeutet das vielerorts einen Kahlschlag. Die Aussichten für den Wald sind nicht gut.

Millionen Kubikmeter gefällte Bäume

Rund ein dritter der Fläche Deutschland ist von Wald bedeckt. Im flachen Norden sind bewaldete Gebiete seltener, ab dem Mittelgebirge gibt es besonders viele Wälder. Fast die Hälfte der Landesfläche von Hessen und Rheinland-Pfalz sind bewaldet. In Nordrhein-Westfalen nimmt der Wald etwas mehr als ein Viertel der Fläche ein.
Die Forst- und Holzwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland. Ihre Aufgabe besteht im Erhalt und Schutz, der im Einklang mit einer wirtschaftlichen Nutzung stehen muss. Immer häufiger sind Beschäftigte in der Branche – immerhin 250.000 Menschen arbeiten in Deutschland in dem Sektor – mit der Aufgabe konfrontiert, die Schäden durch Naturkatastrophen zu beseitigen. Der durch Wind- und Sturmschäden verursachte Holzeinschlag betrug 2018 18,5 Millionen Kubikmeter. Das ist eine Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr.

Das Material, aus dem Häuser gebaut werden

Holz ist ein vielseitiger Rohstoff und wird seit Jahrtausenden von Menschen verarbeitet. Aus dem Rohstoff werden Spanplatten und Papier hergestellt. Zwei Drittel des hiesigen Holzschlages werden in einem Sägewerk verarbeitet.
Von steigender Beliebtheit ist das natürliche und ästhetische Holzhaus. Holz ist ein idealer Rohstoff für den Bau von Häusern. Aufgrund seiner niedrigen Wärmeleitfähigkeit kommt es zu einem geringen Austausch von Wärmeenergie. Ein Vorteil, denen sich die Bewohner von kalten Regionen wie den Alpen oder Skandinavien zunutze machen. Da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, ziehen mehr und mehr Menschen Holz als Möglichkeit für ein nachhaltiges und ökologisch vertretbares Bauen in Betracht.

Stürme bereiten Probleme

Im Jahr werden in Deutschland mehr als 60 Millionen Kubikmeter Holz geschlagen. Doch nur ein Teil davon können die Förster an die Holzindustrie verkaufen. Seit Jahren steigt der Anteil. Das Schadholz überfordert die Sägewerke und verrottet immer häufiger. Dabei handelt es sich um Holz, das aufgrund von Dürre, Trockenheit, Sturmschäden oder Schädlingsbefall geschlagen wurde.
Im Jahr 2018 lag der Anteil an Schadholz bundesweit bei fast 50 Prozent. In vielen Fällen bleiben die Förster auf diesem Holz sitzen und können es nicht verkaufen. Ein schönes Holzhaus wird nicht aus Schadholz hergestellt.

Regional große Unterschiede

Nicht überall sind die Wälder in Deutschland gleich stark von Klimaveränderungen betroffen. Eine stark betroffene Region ist das Sauerland. Das Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland musste in den letzten Jahren tausende neue Bäume anpflanzen. Die Trockenheit der letzten Jahre verhinderte jedoch ein gesundes Wachstum der Setzlinge während der bestehende Wald schrumpfte.
Bundesweit sind Forstbetriebe gefordert, die Veränderungen des Klimawandels zu erfassen und entsprechend darauf zu reagieren. Auf die Veränderungen reagiert der Wald selbst auch. Wissenschaftler haben ein verändertes Wachstum der Wurzeln festgestellt. Um möglichst viel Wasser zu erhalten, bilden sich bei einigen Baumarten die oberflächlichen Wurzeln stärker aus. In den tief unter der Erde liegenden Wurzeln kommt aufgrund der Trockenheit zu wenig Wasser an.

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