Sonderveröffentlichung

Umwelt
Innovatives Recycling: Plastikmüll muss reduziert werden

Keinen Kunststoff mehr produzieren – die einzige Lösung, um die Umwelt langfristig von Plastik zu befreien? Nicht unbedingt. Denn während in naher Zukunft zu Recht auf Einwegplastik verzichtet werden soll, gilt hochwertiger, wiederverwendbarer Kunststoff als wertvolles und zukunftsgestaltendes Material. „Kreislaufwirtschaft“ und „Innovatives Recycling“ sind hier die Stichwörter.

Dienstag, 10.11.2020, 11:47 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 11:51 Uhr
Umwelt: Innovatives Recycling: Plastikmüll muss reduziert werden
Foto: Pixabay @ DarkmoonArt_de (CC0 Creative Commons)

Plastik: kurzlebig vs. langlebig

Allzeit bekannt ist, dass kurzlebige Plastikprodukte fossile Rohstoffe verschwenden, Plastik in Alltagsprodukten oft Schadstoffe enthält und Plastikmüll in der Umwelt, auf Deponien und in den Weltmeeren weltweit horrend anwächst.

In Deutschland hat der Bundestag bereits einem Verkaufsverbot für Wegwerfartikel aus Kunststoff zugestimmt. Nachdem der Bundesrat der Verordnung ebenfalls zustimmt, tritt dieses in Kraft. Demnach sollen zum Schutz des Meeres und der Umwelt keine To-Go-Getränkebecher, kein Plastikbesteck, keine Plastikteller, Wattestäbchen, Trinkhalme, Rührstäbchen, Luftballonstäbe aus Kunststoff sowie Fast-Food-Verpackungen aus Styropor mehr verkauft werden. Das soll im Allgemeinen Plastikmüll reduzieren sowie verhindern, dass Verpackungsmüll im Park oder am Strand liegen bleibt und Umwelt und Tieren Schaden zufügt.

Nicht nur in Deutschland sollen Einwegprodukte aus Plastik verboten werden. Das Verbot zur Herstellung von Einwegplastik soll ab dem 21. Juli 2021 EU-weit durchgesetzt werden.

Natürlich könnte man sagen, dass Plastik am besten weltweit gar nicht mehr produziert und verwendet werden soll. Hier ist allerdings zwischen kurzlebigem und langlebigem Plastik zu unterscheiden. Denn hochwertiger und langlebiger Kunststoff bringt viele Vorteile mit sich, wenn er richtig produziert und verwendet wird. Er verlängert den Produktlebenszyklus der jeweiligen Produkte und kann recycelt und wiederverwendet werden.

Beim Kunststoffrecycling unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Verfahren: dem mechanischen und dem chemischen Recycling. Letzteres zerlegt Kunststoffe mithilfe chemischer Prozesse in seine ursprünglichen Moleküle und Rohstoffe, sodass diese zur Herstellung neuer Kunststoffe wiederverwendet werden können. Beim mechanischen Recycling wird das Plastik als Ausgangsmaterial verwendet, um neue Rohstoffe herzustellen. So kann beispielsweise aus gebrauchten Wasserflaschen hochwertiger Kunststoff hergestellt werden, aus dem wiederum Elektronikbauteile produziert werden können.

Wichtig zu verstehen ist: Gebrauchter Kunststoff ist nicht gleich Müll. Denn aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten, diesen wiederzuverwerten, stellt er eine wertvolle Rohstoffquelle dar.

Der Weg zur Kreislaufwirtschaft

Um eine Circular Economy zu ermöglichen und möglichst effizient zu gestalten, muss die Grundlage mit langlebigen und gut recycelbaren Materialien geschaffen werden. Des Weiteren ist eine weltweite Verbesserung der Entsorgungs- und Recyclingsysteme notwendig. In manchen Ländern müssten diese grundsätzlich erst aufgebaut werden.

Das Unternehmen Covestro beispielsweise hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit marktübergreifenden Lösungen, schnellstmöglich den Weg hin zu einer Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Kunststoffe und seine Komponenten sollen von vornherein so entwickelt und produziert werden, dass sie gut und einfach zu recyceln sind. Des Weiteren fördert das Unternehmen innovative Technologien, um gebrauchten Kunststoff wieder in den Wertschöpfungskreislauf zurückzuführen und forscht in der kommenden Zeit an verschiedensten Recyclingtechnologien. Mithilfe zahlreicher Projekte sollen so neue und effiziente Pfade zum Kunststoffrecycling entwickelt werden.

Um eine wirklich nachhaltige Zukunft zu ermöglichen und die Umwelt vor Plastikmüll und Abfall zu schützen, ist eine enge Zusammenarbeit aller Akteure ausschlaggebend. Nur wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen, kann es endlich zu den gewünschten Erfolgen kommen. 

Dabei muss sich vor allem unser grundlegendes Verständnis von Plastik, und von Abfall allgemein, ändern. Viel Plastik zu produzieren und nach kurzem Gebrauch wegzuschmeißen, ist nicht nachhaltig und fügt unserer Umwelt weltweit erheblichen Schaden zu. Ausreichend wiederverwendbaren Kunststoff zu produzieren und diesen innovativ zu recyceln allerdings, ist der Weg in eine Kreislaufwirtschaft – und genau das, was Umwelt und Klima benötigen.

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