Mi., 28.10.2015

Wohnen Stromanbieterwechsel und Umzug kombinieren

Wohnen : Stromanbieterwechsel und Umzug kombinieren

Foto: colourbox.de

Im europäischen Vergleich werden private Haushalte in Deutschland durch Stromkosten überdurchschnittlich stark belastet. Im kommenden Jahr steigen außerdem EEG-Umlage und auch regional die Netzentgelte. Je nach Wohnort dürfte es daher für Verbraucher wieder teurer werden. Durch einen günstigen Energieversorger können Verbraucher ihre Stromkosten jedoch spürbar reduzieren - ein Umzug ist oft der optimale Zeitpunkt für den Wechsel.

Der Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde Strom liegt 2015 bei 27,99 Cent. In der Grundversorgung kostete sie im Schnitt 29,97 Cent – immerhin 34 Prozent der privaten Haushalte beziehen ihren Strom darüber. Ein Vier-Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht im Jahr rund 4.000 Kilowattstunden Strom. Wer noch nie seinen Anbieter gewechselt hat und daher noch von seinem Grundversorger beliefert wird, zahlt durchschnittlich knapp 1.200 Euro im Jahr. Wer hingegen den günstigsten Energieversorger beauftragt, zahlt pro Kilowattstunde nur 20,74 Cent und spart damit pro Jahr rund 377 Euro – je nach Wohnort auch mehr, weiß Energie-Experte Lundquist Neubauer vom Vergleichsportal Toptarif. Auch der Bezug von Ökostrom entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Haushaltskasse - die Ersparnis beläuft sich hier auf etwa 376 Euro. Der Wechsel selbst ist für Verbraucher denkbar einfach. 

Warum sich bei einem Umzug ein Stromanbieterwechsel lohnt
Bei einem Umzug ändern sich häufig nicht nur der Wohnort, sondern oft auch die Wohnverhältnisse – beides beeinflusst die Stromkosten: Singles, die in einer Ein-Zimmer-Wohnung bisher 1.500 Kilowattstunden Strom verbrauchten und nun zusammen mit ihrem Partner eine größere Wohnung beziehen, haben danach womöglich den doppelten Jahresbedarf an Strom. Zudem sind die Strompreise regional stark unterschiedlich. Daher sollten Verbraucher bei einem Wohnungswechsel die Strompreise am neuen Wohnort vergleichen und ggfs. zu einem neuen Anbieter wechseln – mitunter haben sich die Kosten für den Umzugswagen oder Umzugshelfer gleich wieder egalisiert.

Sonderkündigungsfristen bei einem Umzug
Verbraucher, die bisher für ihren Strombezug die Grundversorgung nutzen, sind in puncto Kündigungsfristen in einer komfortablen Lage. Denn wer noch nie seinen Stromanbieter gewechselt hat, kann seinen Vertrag mit dem örtlichen Versorgungsunternehmen innerhalb von 14 Tagen beenden und zu einem günstigen Versorger wechseln.

Verbraucher, die schon einmal gewechselt sind, profitieren bei einem Umzug mitunter von einer besonders kurzen Kündigungsfrist – nämlich dann wenn der bisherige Energieversorger am neuen Wohnort nicht aktiv ist. Oft kommt es aber auf die Vertragsdetails an, ob Verbraucher im Falle eines Umzuges an den alten Anbieter gebunden sind. Daher sollten Verbraucher vor einem Umzug den Stromvertrag genau prüfen. Zur Not bleibt immer noch die Möglichkeit den Stromvertrag zu den im Vertrag geschlossenen Fristen zu kündigen.

Optimale Vorbereitung auf den Wechsel
Verbraucher sollten für einen Stromanbieterwechsel etwas Vorlauf einplanen. Zwischen Abschluss und Belieferung durch den neuen Anbieter vergehen zwischen zwei und sechs Wochen. Das Gute ist: Die Formalitäten für den Wechsel bedeuten für private Stromkunden keinen Aufwand. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten Versorger und veranlasst auch, dass zeitgleich mit dem Umzugstermin der Zählerstand geprüft wird. Er benötigt dafür lediglich die alte und neue Anschrift, die Adresse des bisherigen Versorgungsunternehmens, die Kunden- oder Vertragsnummer sowie die Zählernummer.

Eine Unterbrechung des Strombezugs durch einen Umzug braucht übrigens niemand zu befürchten: Das Recht auf eine ununterbrochene und störungsfreie Stromversorgung ist gesetzlich garantiert. Wenn es nach einem Umzug Verzögerungen der Vertragsumstellung gäbe, würde auch am neuen Wohnort zunächst die Grundversorgung einspringen. 

Was gehört bei einem Umzug außerdem auf den Prüfstand?
Bei einem Umzug gehören nicht nur der bisherige Stromvertrag auf den Prüfstand, sondern auch alle anderen haushaltsbezogenen Verträge - also beispielsweise die DSL- oder Kabelverträge für Festnetztelefonie und Internet sowie Versicherungsverträge. Im Hinblick auf den Stromverbrauch empfiehlt Energie-Experte Neubauer auch eine Durchsicht der technischen Ausstattung des Haushalts und eventuell die Anschaffung neuer, energieeffizienter Haushaltsgeräte – denn je nach Gerät kann ein Neukauf den Energieverbrauch um 30 bis 50 Prozent reduzieren. Denn welcher Zeitpunkt wäre besser, stromfressende Altgeräte endlich loszuwerden, als ein Umzug?



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