Mi., 20.06.2018

Weniger Strom? Bei Ertragsverlust Flüssigkeit von Solarthermieanlage prüfen

Eine Solarthermieanlage auf dem Hausdach erwirtschaftet in der Zeit zwischen März und Oktober fast 80 Prozent ihres Jahresertrags.

Eine Solarthermieanlage auf dem Hausdach erwirtschaftet in der Zeit zwischen März und Oktober fast 80 Prozent ihres Jahresertrags. Foto: Andrea Warnecke

Es lohnt sich, immer mal wieder die Erträge der Solarthermieanlage zu überprüfen. Vögel und Stürme können sie beschädigen. Aber auch die Solarflüssigkeit kann altern und dann alles zum Stillstand bringen.

Von dpa

Sankt Augustin (dpa/tmn) - Sinken die Erträge der Solarthermieanlage stark ab, sollte ein Fachmann auch die Solarflüssigkeit überprüfen. Sie stehe unter hohem thermischem Stress und altere damit, erklärt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin bei Bonn.

Bestandteile der Flüssigkeit können ausflocken und die Pumpe oder einzelne Röhren blockieren. Erkennen kann das der Besitzer der Solaranlage nicht direkt. «Dazu muss etwas Flüssigkeit aus der Solarleitung gezapft werden», erklärt Ebisch. «Dann würde man an der Farbe oder am Geruch Veränderungen feststellen können.»

Außerdem wird der unter den Alterserscheinungen leidende Frostschutz ähnlich wie bei einer Autobatterie überprüft. «Das sind sicherlich keine Tätigkeiten für den Endkunden», sagt der Sanitärexperte. Auch der Austausch der Solarflüssigkeit gehört dazu.

Allerdings kann die Solaranlage auch mal etwas Flüssigkeit verlieren, zum Beispiel durch ein defektes Ausdehnungsgefäß. Ob das der Fall ist, kann der Laie durchaus selbst erkennen - am Druckmessgerät, dem sogenannten Manometer.

«Dabei darf er dann aber das Manometer der Solaranlage nicht mit dem der restlichen Heizungsanlage verwechseln», erläutert Ebisch. «Am Manometer sollte der individuelle Druckbereich für die Solaranlage gekennzeichnet sein. Wenn der Druck unterhalb der Markierung sinkt, muss nachgefüllt werden.» Auch das sei dann wiederum Arbeit für einen Fachmann.

Die Erträge der Solaranlagen - ob für Thermie oder Stromerzeugung - regelmäßig zu kontrollieren, ist ein gängiger Tipp für Hausbesitzer. Zwischen März und Oktober erzielen Solaranlagen fast 80 Prozent ihres Jahresertrags. Stimmt hier etwas nicht, kann das höhere Strom- und Wasserkosten zur Folge haben.

Bei Solarthermie-Anlagen lässt sich der Ertrag so kontrollieren: Wer einen Wärmemengenzähler hat, kann die Werte direkt ablesen. An anderen Anlagen sollte Besitzer Hand anlegen: An sonnigen Tagen sollten sie prüfen, ob die Pumpe läuft und ob sich die warme Leitung der Anlage auch wirklich wärmer anfühlt als die kalte Leitung.



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