Spiegeltrick mit Flamme
So testet man den Zustand von Altbau-Fenstern

Wer einen Altbau kauft, kann oftmals nicht nachvollziehen, aus welchem Jahr die Fenster stammen. Und damit auch nicht, um welche Art Glas es sich handelt und wie gut dieses dämmt. Die Flamme eines Feuerzeugs kann erste Hinweise liefern.

Donnerstag, 20.12.2018, 13:03 Uhr aktualisiert: 20.12.2018, 13:06 Uhr
Wie gut die Fenster eines Altbaus isoliert sind, lässt sich mithilfe eines Feuerzeug herausfinden.
Wie gut die Fenster eines Altbaus isoliert sind, lässt sich mithilfe eines Feuerzeug herausfinden. Foto: Lothar Ferstl

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Mit einem Feuerzeug können Besitzer eines Altbaus herausfinden, wie alt und in welchem energetischen Zustand die Fenster sind. Denn das Glas besteht unter Umständen aus mehreren einzelnen Scheiben und die Flamme spiegelt sich genauso häufig im Glas.

Hält man das Feuerzeug ans Fenster und zeigen sich mehrere andersfarbige Reflexionen, handelt es sich um Wärmedämmglas. Darauf weist der Verband Fenster+Fassade hin. Es besteht nicht nur aus mehreren Scheiben, sondern auch aus wärmereflektierenden Beschichtungen und einer Edelgasfüllung zwischen den Scheiben. Das führt dazu, dass die Spiegelungen der einzelnen Scheiben jeweils farblich anders sind, zum Beispiel bläulich wirken können.

Fenster mit Zweifach-Wärmedämmglas werden üblicherweise seit circa 1980 eingebaut und dämmen gut, erläutert der Verband. Eine noch bessere Dämmwirkung hat das Dreifach-Wärmedämmglas, das seit circa 2003 verwendet wird. In der Regel gilt: Je jünger die Fenster sind, desto besser können sie Wärme im Raum halten.

Bis etwa 1995 wurde Standard-Isolierglas eingebaut. Darin spiegelt sich eine Flamme zwar auch mehrfach, die Spiegelungen haben aber keine unterschiedlichen Farben. Denn dabei handelt es sich um ein Glas aus zwei verbundenen Scheiben, ohne eine wärmereflektierende Beschichtung dazwischen. Diese Fenster gelten laut aktuellem Stand als eher wenig wärmedämmend, erläutert der Verband. Übrigens: Beschlagen die Zwischenräume der Scheiben, sei das ein Hinweis darauf, dass das Fenster nicht mehr dicht ist.

Bis circa 1978 waren einfachverglaste Fenster gängig. Hier zeigt sich nur eine Spiegelung der Flamme. Erkennbar sind diese Fensterscheiben aber auch an der kalten Glasoberfläche sowie an Eisblumen und Kondenswasser, die sich je nach Witterung an der Scheibe bilden können.

Parallel wurden bis circa 1980 auch Verbundfenster verbaut. Diese erkennt man an ihren zwei miteinander verbundenen Flügelteilen, die zusammen geöffnet werden. Kastenfenster wurden bis circa 1960 eingesetzt - hierbei handelt es sich um zwei einzelne Fenster, die hintereinander getrennt geöffnet werden müssen.

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