Sonderveröffentlichung

Wohnen
Der Anti-Einbruch-Ratgeber 2020: Was sollte heute dazu gehören?

Laut Kriminalbundesamt gehen die Einbruchzahlen weiterhin zurück, doch für Betroffene oder Angehörigen von Betroffenen ist dies weniger tröstlich. Wer einmal einen Einbruch – oder nur einen Einbruchsversuch – in seinem Heim erlebte, der weiß um die Unruhe, Angst und Sorge, dass es noch einmal geschehen könnte. Somit ist und bleibt der Einbruchsschutz wichtig. Aber was gehört im Jahre 2020 dazu? Dieser Artikel gibt einen Einblick in die Möglichkeiten und Must-Haves.

Freitag, 07.02.2020, 10:07 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 10:20 Uhr
Wohnen: Der Anti-Einbruch-Ratgeber 2020: Was sollte heute dazu gehören?
Mittlerweile gibt es mehr als nur mechanische Hürden, die Einbrecher abhalten sollen. Foto: Pixabay.com

Die Basics: Fenster und Türen sichern

Der beste Einbruch ist der, der gar nicht erst beginnt. Die oberste Maßgabe ist somit, das Haus oder die Wohnung bestens abzusichern. Leider gibt es insbesondere im Bereich der Terrassen- und Balkontüren immer noch große Schwachstellen. Wenngleich die Schutzklassen von Fenstern in der Regel nur bedeuten, dass das Fenster einen ganz bestimmten Zeitrahmen hält, bevor es nachgibt, so sagen die Schutzklassen doch einiges aus :

  • Widerstandsklasse RC1N - sie bietet gerade einmal einen begrenzten Grundschutz gegen Einbrüche . Mit einem Hebelwerkzeug lassen sich diese Fenster leicht öffnen.
  • RC2N - diese Fenster und Türen müssen bereits einem einfachen Werkzeug nach DIN EN 1627 standhalten. Zu den Werkzeugen gehören Schraubendreher, aber auch Keile. Auch in dieser Kategorie werden Fenster vom Fachhandel heute zu günstigen Konditionen angeboten .
  • RC2 - diese Fenster erschweren den Einbruch, sofern ein einfaches Werkzeug genutzt wird. Es gibt eine manuelle Prüfung des Fensters, bei der das Fenster mindestens drei Minuten lang einem gestellten Aufhebelversuch standhalten muss. Ohne diesen Test wird die Klasse nicht vergeben. Als Einstiegsmodell empfiehlt die Polizei diese Fenstertypen.
  • RC3 - im Test kann ein Prüfer über fünf Minuten lang Schwachstellen suchen. Beim Test darf eine Brechstange zum Einsatz kommen. Zugleich müssen diese Fenster über ein Sicherheitsglas der Norm EN 356 verfügen.

In der Regel geht es darum, Türen und Fenster so zu schützen, dass sie innerhalb von drei Minuten nicht aufgebrochen werden können. Die meisten Einbrecher brechen ihren Aufhebelversuch schon nach rund neunzig Sekunden ab. Wer nun nicht alle Fenster und Türen austauschen möchte, der kann nachträgliche Sicherungen einbauen:

  • Hebelschutz - es gibt für Fenster etliche nachträglich zu installierende Möglichkeiten, die das Aufhebeln erschweren. Dasselbe gilt für die Terrassentüren. Die Optionen reichen von zusätzlichen Schlössern, Verstärkungen im Rahmen bis hin zu massiven Verstrebungen, die in den Wänden verankert werden.
  • Kellerbereich - vielfach wird der Hauskeller vergessen. Die Fenster sind oft leicht zugänglich und nicht geschützt. Gitter sind ein sinnvolles Element, wie auch ein eigener Sperrhebel an der Kellertür.
  • Zugang - sinnvoll ist es, den Keller über eine widerstandsfähige Tür vom Haus abzutrennen. Gerade in Mehrfamilienhäusern muss darauf geachtet werden, dass diese Tür immer verschlossen ist.
  • Türen - für Wohnungstüren gibt es gängige Schutzvorrichtungen, die nachträglich installiert werden können. Zumeist werden Schieberiegel genutzt, die mitunter ebenfalls verhindern, dass die Tür aufgedrückt werden kann, wenn sie nur einen Spalt breit geöffnet werden soll.

Mieter dürfen auch tätig werden, doch sollten sie vorab den Vermieter um eine schriftliche Genehmigung fragen. 

Smart Home: Eine große Hilfe

Mit den Technologien, die das Smart Home mit sich bringt, ist der Einbruchsschutz vielfach erleichtert und erweitert worden. Die Grundlage dieser Nutzung sollte aber immer eine gute IT-Sicherheit sein. Ist das WLAN im Haus praktisch ungesichert und für jedermann erreichbar, so nützt auch der smarteste Einbruchschutz nicht. Aber welche Optionen bieten das Smart Home?

  • Kameras – kaum ein Werbeblock geht aktuell vorüber, ohne die »Kameraklingel« zu zeigen. Smarte Kameras lassen sich heute in so viele Nutzungsgebiete integrieren, dass es mühelos möglich ist zu sehen, wer um 10:11 Uhr daheim vor der Tür steht, wenn man selbst am anderen Ende des Landes ist. Da die Technologien nicht allein auf das WLAN oder Home-Assistenten setzen, sondern das Smartphone mit einbinden, bleibt auch unterwegs die Kontrolle.
  • Alarmanlagen – sie werden meist mit der gerade genannten Möglichkeit kombiniert. Je nach verwendetem Türschloss oder einer smarten Fenstersicherung wird eine Warnung auf das Smartphone geschickt, die darüber Auskunft gibt, was aktuell am Haus geschieht.
  • Simulationen – während die Beleuchtung bislang recht mühelos über Zeitschaltuhren gesteuert werden konnte, verhielt es sich bei Jalousien nicht so. Selbst elektrische, zu festen Zeiten steuerbare, Rollladen boten das Problem, dass sie fix zu einer festen Zeit gesteuert wurden. Smarte Technologien »gaukeln« die Anwesenheit des Nutzers wesentlich besser vor. Die Zeiten können nicht nur an den Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang, die Uhrzeit oder an Tage gekoppelt werden, verbundene Geräte können auch von unterwegs aus gesteuert werden.

Aber was ist überhaupt smart? Letztendlich handelt es sich natürlich stets um Optionen, die mit dem WLAN verbunden werden. Die Steuerung erfolgt nun per App, alternativ auch über Smart-Home-Assistenten.

Die richtige Alarmanlage

  • Trotz aller modernen Möglichkeiten ist die Alarmanlage weiterhin ein wichtiges Kriterium beim Einbruchschutz. Krach und Lärm schreckt Einbrecher ab, da die Umgebung alarmiert wird. Aber was ist wichtig, wenn eine Alarmanlage installiert wird?
  • Reichweite – viele Alarmanlagen befassen sich gezielt mit wenigen Türen oder Fenstern. Das Problem ist, dass Hausbesitzer oftmals nicht aus der Sicht des Einbrechers denken. So wird die Terrassentür geschützt, nicht aber der direkte Zugang zum Keller. Eine gute Alarmanlage sichert alle sich in Reichweite befindlichen Fenster und Türen.
  • Kamera – die Alarmanlage sollte mit einer Kamera verbunden sein. Nicht nur lässt sich, bei smarten Lösungen, der Alarm nun gezielt auch aus der Ferne steuern, die Kamera hält auch an den Einbrecher bildlich fest. Dies ist dann wichtig, wenn er trotz Alarm ins Haus einsteigt.
  • Bedienprobleme – leider kam es in der Vergangenheit vor, dass Hausbesitzer selbstständig Alarmanlagen installierten, ins WLAN anbanden, doch niemals den Zugangscode änderten. Einbrecher kennen diesen Trick mittlerweile und hacken sich in das WLAN, um die Alarmanlage zu deaktivieren. Es gilt: Jeder Zugangscode muss nach der Installation geändert werden.
elektrisches Schloss

Smart Lock Systeme versprechen mehr Sicherheit. Foto: Sebastian Scholz / Unsplash.com

Fazit – Technik hilft beim Einbruchschutz

Es schadet nie, auf moderne Technik zu setzen. Smarte Lösungen unterstützen beim Einbruchschutz, dennoch dürfen die »alten« Mittel niemals außer Acht gelassen werden. Gerade die gut erreichbaren Fenster und Türen müssen geschützt werden. Das kann nachträglich recht leicht erfolgen. Ein zusätzlicher Sperrriegel an der Wohnungstür kostet inklusive Installation ungefähr 200,00 Euro – und schützt mitunter sogar dann, wenn die Tür nicht ganz geöffnet werden soll. Gerade bei Alleinstehenden oder älteren Personen ist dies wichtig, denn die Tür kann, ist der Hebel erst eingehakt, nicht mehr aufgedrückt werden.

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