Wohnen
Gärten gekonnt gestalten

Im Frühjahr zieht es die Menschen nach draußen auf den Balkon oder in den Garten. Jetzt ist die richtige Zeit, den eigenen Garten in das persönliche Paradies zu verwandeln. Mit etwas kluger Planung machen Staudenbeete den Garten das ganze Jahr zu einem Blickpunkt.

Freitag, 22.05.2020, 11:13 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 11:16 Uhr
Wohnen: Gärten gekonnt gestalten
Frische Blumen aus dem Garten? Aus einem üppigen Staudenbeet lässt sich rasch ein schön arrangierter Blumenstrauß zaubern. Foto: pixabay.com © Kerstin Riemer

Ein Garten teilt sich stets in unterschiedliche Zonen auf. Je nach persönlichem Geschmack fällt die Gestaltung innerhalb dieser Zonen entweder modern, schlicht bis hin zu verspielt und naturnah aus. Vorab erfolgt eine Einteilung, die sich an den Bedürfnissen der Gartennutzer orientiert. Bei den meisten Häusern ist ein Bereich klar: der Eingangsbereich mit einem Vorgarten. Je nach Platz und Aufbau befinden sich im Vorgarten bei Stadthäusern Mülltonnen oder ein Stellplatz für die Fahrräder. Insbesondere notwendige Elemente sollten optisch in den Garten eingebunden werden. So lässt sich ein Verdeck für Mülltonnen beispielsweise bepflanzen. Der geradlinige oder verschlungene Weg in einem größeren Vorgarten kann von einem geschmackvoll arrangierten Staudenbeet umgeben sein. Es kann sich um einen richtigen Weg oder um einzelne Trittsteine handeln. Ein verbindendes Element wie der Weg ist im Garten einheitlich gehalten. Weitere mögliche Zonen sind:

  • Ruhebereiche
  • Bereiche für mehrere Personen wie eine Terrasse mit Sitzplatz
  • ein Bereich für Nutzpflanzen
  • Spielbereich
  • Wellnessbereich

Je nach Größe des Gartens und Bedürfnissen der Gartennutzer sind weitere oder weniger Bereiche möglich. Wer gerne zurückgezogen in einer Laube liest, bringt zwischen diesem privateren Bereich und einer geselligen Terrasse Abstand. Ist dies in einem kleinen Garten räumlich nicht möglich, lässt sich mit Ebenen arbeiten. Hecken, Mauern und Stufen in einem Garten bringen Abwechslung und Tiefenwirkung in kleine Gärten.   

Pflanzen planen

Sobald die Bereiche des Gartens klar sind, steht die Bepflanzung am Programm. Möglicherweise gibt es schöne Bestandspflanzen, die bleiben sollen. Vor allem bei älteren Bäumen empfiehlt sich das Einbinden in die Planung. Schließlich dauert es lange oder ist sehr kostenintensiv, bis ein neuer Baum eine ähnliche Größe erreicht. Wer allerdings auf Birke allergisch reagiert, fällt eine Birke in Terrassennähe. Laut RKI sind fast 13 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer in Deutschland von Heuschnupfen betroffen. Beim eigenen Garten werden Allergien berücksichtigt, damit der Aufenthalt zu jeder Jahreszeit ein Genuss ist. Je nach Stil kommen unterschiedliche Zierpflanzen ins Spiel, doch wie verbinden sich einzelne Pflanzen zu einem harmonischen Garten? Denn von Strauch, Busch, Staude bis hin zum Bodendecker sind die Pflanzenarten vielfältig. Ein Laie entscheidet nach optischen Kriterien. Ihm gefällt die violette Aster mit der weißen Schwertlilie. Allerdings blühen beide Pflanzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr und haben unterschiedliche Bedürfnisse. In einem smarten Pflanzplan finden die Pflanzen harmonisch zusammen und der Garten blüht das ganze Jahr hindurch stimmig. Abwechslungsreich bepflanzte Gärten bieten zusätzlich zu ihrem optischen Reiz Insekten und Vögeln Nahrung und sorgen für ein buntes Treiben im eigenen Garten, was sich nicht nur zur Vogelzählung des NABU beobachten lässt.

Staudenbeete als Blickpunkte

Geschickt geplante Staudenbeete nach einem Pflanzplan verleihen einem Garten Lebendigkeit. Sie blühen das gesamte Jahr hindurch an unterschiedlichen Stellen und in verschiedener Intensität. Ebenso sorgt Vielfalt bei den Pflanzen im Staudenbeet für eine ansprechende Optik. Die größeren Pflanzen bilden den Hintergrund. Bodendecker schließen die Lücken am Boden und beschatten Wurzeln anderer Pflanzen. Einzeln gesetzte höher wachsende Pflanzen sind interessante Blickpunkte oder bilden einen harmonischen Rahmen für andere Eyecatcher, wie beispielsweise einen bewachsenen Pavillon. Gerade winterharte Stauden sollten in keinem Garten fehlen. Sie kommen bei richtiger Pflege jedes Jahr wieder. Daher bleibt in Staudenbeeten beim Pflanzen stets Platz zwischen den einzelnen Pflanzen. Mit der Zeit schließen sich diese Lücken durch das Wachstum der unterschiedlichen Stauden. Werden sie zu eng gepflanzt, können sich die einzelnen Stauden nicht genug ausbreiten und nehmen Schaden. Auch vertragen sich einige Stauden besser miteinander, während andere sehr ähnliche Bedürfnisse haben und sich gegenseitig im Wachstum behindern.

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Bei einem Staudenbeet kommt es nicht nur auf die Optik an. Die Pflanzen müssen auch anderweitig harmonieren. Foto: pixabay.com © Manfred Richter

Beliebte Stauden

Es gibt einige robuste Stauden, die auch bei neuen Gartenfreunden gut gedeihen:

  • Türken-Mohn: blüht mit auffälliger roter Blüte im Frühjahr bis frühen Sommer und gedeiht am besten bei voller Sonne.
  • Pracht-Storchenschnabel: großblumig und blütenreiche Pflanze, die im Halbschatten unter Sträuchern für schöne Blickpunkte sorgt.
  • Astilben: gedeihen im Schatten, blühen weiß, rosa oder dunkelrot durch den späten Sommer bis Herbst.
  • Fetthennen: dunkelrote Blütenstände öffnen sich ab August und blühen an einem sonnigen Platz den gesamten Herbst.
  • Herbst-Anemonen: Spätblüher, der mit großen weißen bis dunkelrosa Blüten im Halbschatten durch den Herbst hindurch ein Blickfang im Garten ist.

Bereits diese kleine Auswahl an Stauden zeigt ihre Vielfältigkeit. Gleichzeitig wird deutlich, wie viel Wissen für ein schönes und das ganze Jahr hindurch ansehnliches Staudenbeet notwendig sind.

Rahmen für die Beete

Ein Staudenbeet braucht keine Beetbegrenzung. Je nach Gartenart und persönlicher Vorliebe sind aber unterschiedliche Rahmen für ein Staudenbeet möglich. Wer wegen eines Hangs mit Ebenen in seinem Garten arbeitet, legt Mauern in einzelnen Stufen oder einen kleinen Wall an. Bei einzelnen Stufen bieten sich sowohl Bodendecker als auch Kletterpflanzen in einem naturnah gestalteten Garten an. Gekaufte Beetbegrenzungen sind eine zeit- und kostengünstige Lösung für eine Begrenzung. Wer es natürlicher mag, greift auf Findlinge zurück und grenzt hiermit seine Staudenbeete ab. Bei den Grenzen unbedingt daran denken, dass ein Garten mit den Jahren wächst. Ein streng angelegter Garten benötigt entsprechend viele Rückschnitte, damit er seine klare Form dauerhaft behält. Auch ein wilderer Garten benötigt Pflege und Rückschnitte, damit sich die Stauden, Büsche, Hecken und Bäume optimal entwickeln.  

Vertikal mehr Fläche nutzen

Gerade in kleinen Stadtgärten ist das vertikale Gärtnern ein Trend. Hierbei werden Hochbeete, umgebaute Paletten oder andere kreative Bauten bepflanzt. Durch Stufen oder übereinanderliegende Pflanzgefäße entsteht in der Höhe ein vertikaler Garten für sich. Besondere Sonnenecken in einem Garten lassen sich für leckere Erdbeeren, knackige Tomaten oder frische Kräuter auch auf kleinerer Fläche nutzen. Und auch bei vertikalen Gärten sind Stauden Blickpunkte und praktische Nachbarpflanzen für Nutzpflanzen. Etwas Hilfe bei der Planung und Ausprobieren machen den Garten zum besonderen Ort.

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