Altern ohne Pflegeheim
Weitere Dörfer im Projekt zum Wohnen im Alter dabei

In fünf rheinland-pfälzischen Dörfern gibt es inzwischen Wohn-Pflege-Gemeinschaften. Bis Jahresende sollen drei weitere fertig sein. Das Projekt wird im kommenden Jahr weitergeführt.

Dienstag, 03.11.2020, 11:19 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 11:26 Uhr
In fünf rheinland-pfälzischen Dörfern gibt es inzwischen Wohn-Pflege-Gemeinschaften mit Unterstützung des Projekts Wohnpunkt RLP. Bis Jahresende sollen drei weitere fertig sein.
In fünf rheinland-pfälzischen Dörfern gibt es inzwischen Wohn-Pflege-Gemeinschaften mit Unterstützung des Projekts Wohnpunkt RLP. Bis Jahresende sollen drei weitere fertig sein. Foto: Uwe Anspach

Mainz (dpa/lrs) - Alt werden im vertrauten Umfeld und ohne Pflegeheim - mit diesem Ziel bringt das Projekt WohnPunkt RLP ländliche Kommunen mit privaten Investoren, Bürgervereinen, ambulanten Pflegediensten und anderen Beteiligten zusammen.

Das von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) getragene Projekt hat in diesem Jahr fünf Gemeinden neu aufgenommen, in denen nun die Planung für den Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften aufgenommen wird.

Mit Unterstützung des 2014 gestarteten Projekts wurden nach Angaben der LZG bisher fünf Wohn-Pflege-Gemeinschaften bezogen. Vier weitere sind in Bau und 13 in Planung. Bis 2019 wurden Gemeinden mit maximal 5000 Einwohnern gefördert, seit diesem Jahr auch größere Gemeinden bis zu 10.000 Einwohnern. Im kommenden Jahr werde Wohnpunkt RLP fortgesetzt, teilte die Landeszentrale mit. Kommunen im ländlichen Raum können sich ab diesem Monat dafür bewerben.

Wenn der Aufbau einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft nicht möglich ist, kann das Ergebnis auch eine andere Umsetzung innovativer Konzepte des Wohnens mit Teilhabe sein. Es gehe letztlich darum, dass Menschen mit Pflegebedarf im Ort bleiben könnten und weiter in ihrer vertrauten Dorfgemeinschaft eingebunden seien, erklärte die Landeszentrale.

Gute Konzepte für das Wohnen im Alter und bei Unterstützungsbedarf müssten «eine gelungene Architektur mit individuellen Dienstleistungen und dem bürgerschaftlichen Engagement in der Kommune verbinden», erklärte Sozial- und Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in einer Videobotschaft zu einer Online-Veranstaltungsreihe des Projekts . «Alle im Dorf sind gefragt, wenn es darum geht, passgenaue Wohnangebote und Konzepte der sozialen Teilhabe vor Ort zu entwickeln und zu nutzen.»

Fertig bezogen sind bislang Wohn-Pflege-Gemeinschaften in Merkelbach (Westerwaldkreis), Rengsdorf (Kreis Neuwied), Bruchweiler (Kreis Birkenfeld), Feilbingert (Kreis Bad Kreuznach) und Neuburg (Kreis Germersheim). Eine Fertigstellung noch bis Ende dieses Jahres ist nach Angaben der LZG in Reich (Rhein-Hunsrück-Kreis), Oberelbert (Westerwaldkreis) und Siershahn (Westerwaldkreis) geplant.

© dpa-infocom, dpa:201103-99-189509/3

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