Wohnen
Kücheninseln liegen voll im Trend

Bereits seit einigen Jahren sind Kücheninseln aus den deutschen Küchen nicht mehr wegzudenken. Besonders in Neubauten sind offene Küchen mit einer trendigen Kochinsel damit ausgestattet. Doch warum ist dieser Trend auf dem Vormarsch und ist die Kücheninsel auch für alle Küchen geeignet?

Montag, 15.02.2021, 05:50 Uhr aktualisiert: 15.02.2021, 09:04 Uhr
Wohnen: Kücheninseln liegen voll im Trend
Foto: Pixabay.com, © mgattorna

Was ist eine Kücheninsel?

Dabei handelt es sich um eine dekorative Küchenzeile, die inmitten von quadratisch gebauten Küchen platziert ist. Alternativ wird sie als Trennelement zwischen Küche und dem offenen Wohnbereich eingesetzt, sodass es möglich ist, während des Kochens an Gesprächen im Wohnzimmer teilzunehmen oder die spielenden Kinder im Blick zu behalten.

Im Idealfall sollten sie mindestens einen Meter und maximal fünf Meter lang sein. Die Arbeitsfläche hat bestenfalls eine Tiefe von 80 cm. Praktisch ist es, ausreichend Stauraum in Form von Fächern und Schubladen einzuplanen, um Geschirr oder kleine Küchengeräte dort unterzubringen. Es ist auch möglich, die Kücheninsel mit einem Tresen, Esstisch oder einer Bar zu erweitern oder zu kombinieren.

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Welche Arbeitsplatten sind am besten geeignet?

Die Kücheninsel ist ein Arbeitsbereich, der bei begeisterten Köchen stark genutzt wird . Daher ist es wichtig, sich für die richtige Arbeitsplatte zu entscheiden. Dabei beißen sich allerdings häufig das gute Aussehen und die praktische Nutzbarkeit.

In klassischen Küchen finden sich häufig Natursteine wie Granit, Marmor oder Schiefer. Alle drei vertragen allerdings keine Fruchtsäuren. Sehr natürlich sind auch Holzplatten, die leider ebenfalls Einschränkungen haben, da keine heißen Töpfe darauf abgestellt und keine Lebensmittel direkt auf der Platte geschnitten werden dürfen. Etwas besser schneiden Quarzkomposite ab, die sehr kratzbeständig sind, aber ebenfalls keine Hitze vertragen.

Aus diesen Gründen und auch weil es günstiger ist, greifen viele zu Kunststoff-Arbeitsplatten. Diese sind extrem pflegeleicht und in sehr vielen Farben und Dekoren erhältlich. Ebenso haltbar und widerstandsfähig sind Keramikplatten, dafür sind diese allerdings vergleichsweise kostenintensiv. Edelstahl ist ebenfalls im Einsatz, merkt sich aber jeden Fleck und jeden Kratzer und sieht schnell abgenutzt aus.

Für wen sind Kücheninseln die richtige Wahl?

Vor der Anschaffung einer Kücheninsel steht die grundsätzliche Überlegung an, ob man damit überhaupt zurechtkommt und diese in dem Rahmen überhaupt notwendig ist. Ideal ist ein solches Modell, wenn dringend zusätzlicher Stauraum benötigt wird oder die Küche das Herzstück von Haus und Wohnung ist, in der sich die ganze Familie oder auch häufig Freunde treffen – vielleicht sogar zum gemeinsamen Kochen.

Individuell unterschiedlich ist auch das Bedürfnis oder die Notwendigkeit, sich während des Kochens mit anderen Personen im angrenzenden Wohnraum zu unterhalten oder dort fernzusehen oder Kinder zu beaufsichtigen. Wer ohnehin eine geschlossene Küche besitzt oder eine sehr kleine Küche hat, tut sich nicht unbedingt einen Gefallen, wenn er zusätzlich den begehbaren Platz mit einer Kücheninsel vollstellt. Es ist nämlich wichtig, dass die Insel das Arbeiten effizienter macht und nicht das Erreichen von Herd, Kühlschrank und Spültisch zusätzlich erschwert.

Was ist bei der Planung zu berücksichtigen?

Für den Einsatz einer Kücheninsel sollte die Küche mindestens 15 – 20 m² groß sein. Außerdem ist es wichtig, einen ausreichenden Bewegungsradius um die Insel herum zu haben. Dabei ist zu beachten, dass große oder kräftige Personen, Schwangere oder vielleicht Rollstuhlfahrer auf jeden Fall mehr Platz brauchen.

Daneben dürfen natürlich nicht die notwendigen Anschlüsse außer Acht gelassen werden: Kühlschrank, Geschirrspüler, Herd und vor allem die Dunstabzugshaube benötigen schließlich nicht wenig Platz. Dabei wird die Dunstabzugshaube häufig vergessen, was dazu führt, dass sich die Gerüche im gesamten Wohnbereich verteilen. Für Kücheninseln gibt es spezielle, leistungsstarke und höhenverstellbare Varianten.

Welche Vorteile bieten die modernen Kücheninseln?

Kücheninseln bieten einige überzeugende Vorteile, zu denen beispielsweise folgende gehören:

  • Eine Kücheninsel mit schickem Design ist ein optischer Blickfang und das Herz des Raumes.
  • Eine effizient eingerichtete Kücheninsel spart lange Wege und bringt mehr Freude am organisierten Kochen.
  • Sie bietet genügend Platz, um auch mit Kindern oder dem Partner gemeinsam zu kochen.
  • Es gibt mehr Stauraum - auch für sperrige Küchengeräte.
  • Beim Kochen kann der Koch gleichzeitig mit Gästen sprechen oder Kinder, Haustiere und TV im Blick haben.
  • Die Kücheninsel kann auch als Bartresen oder Esstisch fungieren und dient damit auch als Treffpunkt für Familie oder Freunde.
  • Bei festlichen Anlässen wird die Kücheninsel schnell zum praktischen Buffet.
  • In offenen Wohnbereichen ist die Kücheninsel ein schicker und zweckmäßiger Raumteiler.
  • Hier lassen sich nicht nur Geschirr und Küchengeräte verstauen, sondern auch der Geschirrspüler unterbringen.

Gibt es auch Nachteile?

Bei so vielen Vorteilen ist es nur natürlich, dass die Kücheninseln einen Siegeszug durch die deutschen Küchen angetreten haben. Allerdings sind auch ein paar Nachteile zu beachten:

  • Damit die Küchen überhaupt effektiv mit einer sinnvollen Insel ausgestattet werden können, müssen diese eine gewisse Mindestgröße besitzen, denn eine Kücheninsel braucht viel Platz.
  • Die Planung einer solchen Küche ist ziemlich aufwendig, da Bewegungsfreiheit, Anschlüsse etc. beachtet werden müssen.
  • In diesem Zuge muss auch erwähnt werden, dass häufig hohe Kosten wegen des Verlegens neuer Anschlüsse anfallen.
  • Trotz Dunstabzugshaube kann es sein, dass die Gerüche (vor allem von angebrannten Speisen) sich sofort im gesamten Wohnbereich verteilen.
  • Als Wohnküche konzipiert, kann nicht nur der Koch die Gäste sehen, sondern umgekehrt haben die Gäste auch stets einen freien Blick in die Küche – und auf das schmutzige Geschirr.
  • In Mietwohnungen sind Kücheninseln meist nicht umsetzbar , außer mit Zustimmung (oder Beteiligung) des Vermieters.

Wie teuer ist eine Kücheninsel?

Diese Frage stellt sich natürlich immer schon vor der Planung, doch sie lässt sich nicht pauschal beantworten, da es immer auf Größe, Material und eventuelle Neuverlegung von Anschlüssen ankommt. Grundsätzlich lassen sich solche modernen Kücheninseln jedoch bereits ab rund 4.000 Euro umsetzen.

Wer eine zu kleine Küche oder weniger Budget zu Verfügung hat, kann sich vielleicht mit einer „Halbinsel“ anfreunden, also einer L-förmigen Insel, die in den Raum hineinragt. Eine Schnäppchenpreis-Lösung wäre auch eine kleine Insel mit (wahlweise auch ohne) Rollen, die ähnlich aussieht wie ein Servierwagen.

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Foto: Pixabay.com, © La-Belle-Galerie

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