Mieten
Deutsche Großstädte trotzen mit deutlichen Mietsteigerungen der Corona-Krise

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt lässt sich von der Corona-Krise wenig beeindrucken. Das ist eines der Kernergebnisse einer aktuellen Immowelt-Untersuchung. Der Analyse zufolge trotzen Mieten in Großstädten der Bundesrepublik den Folgen der Corona-Krise. So haben die Mieten auf Bundesebene im Krisenjahr 2020 um teilweise bis zu 12 Prozent zulegen können.

Montag, 01.03.2021, 04:03 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 16:06 Uhr
Mieten: Deutsche Großstädte trotzen mit deutlichen Mietsteigerungen der Corona-Krise
Foto: Colourbox

Für die aktuelle Analyse hat Immowelt die Mietentwicklung in 80 deutschen Großstädten genauer betrachtet. München hat dabei seine Position als Spitzenreiter weiter ausbauen können. Die Angebotsmieten sind 2020 in Bayerns Landeshauptstadt gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent gestiegen. So müssen Wohnungssuchende pro Quadratmeter bereits durchschnittlich 18,60 Euro einplanen.

Köln mit deutlichem Mietanstieg

Noch größere Mietsteigerungen gab es vor allem in Köln und Hamburg. Während die Quadratmetermiete im Mittel in Köln nach einem Plus von sechs Prozent nun bei 11,50 Euro liegt, haben die Preise in Hamburg um drei Prozent zugelegt.

In Berlin hat auch der vom Senat beschlossene Mietendeckel an der aufwärts drehenden Mietspirale nichts ändern können. Die Mieten in der Bundeshauptstadt stiegen 2020 um insgesamt fünf Prozent und liegen nun bei durchschnittlich 12,50.

Im bundesweiten Vergleich liegen Stuttgart und Pforzheim vorn. Während Stuttgart auf ein Plus von 12 Prozent verzeichnet, muss Pforzheim ebenso noch auf ein Plus von neun Prozent verweisen.

Münster wird mit günstigem Wohnraum immer attraktiver

Während viele große Universitätsstädte der Bundesrepublik mit gravierenden Preissteigerungen zu kämpfen haben, gestalten sich die Mieten gleich in mehreren kleineren Universitätsstädten im bundesweiten Vergleich rückläufig. In Münster beispielsweise ist das Mietniveau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent gesunken und liegt nun bei 10 Euro. Angetrieben wird die Entwicklung, die neben Münster auch in Heidelberg, Erlangen und Potsdam erkennbar ist, vor allem durch die fehlenden Präsenzveranstaltungen an den Universitäten. Entsprechend sind weniger Studenten auf der Suche nach einer Wohnung.

Präsenzveranstaltungen bleiben weiter eingeschränkt

Neben den fehlenden Präsenzveranstaltungen im vergangenen Jahr müssen sich StudentInnen in Münster und anderen Universitätsstädten wohl noch länger auf massive Einschränkungen einstellen. So werden sich viele Studiengänge weiterhin nur auf digitale Angebote konzentrieren, da sowohl Lehrveranstaltungen als auch Prüfungen nicht oder nur unter strengen Auflagen vor Ort stattfinden dürfen.

Vor allem mit Blick auf das bevorstehende Sommersemester hofft die Universität Münster gemeinsam mit anderen Hochschulen im Land auf eine weitgehende Rückkehr zum Präsenzangebot. Wann diese im Unibetrieb stattfinden kann, ist auf breiter Ebene jedoch noch offen. 

Corona-Krise drängt Studenten zusehends in Finanznot

Mehr denn je sind StudentInnen in diesen Tagen auf günstigen Wohnraum angewiesen. Durch den verhängten Lockdown und die damit einhergehenden Schließungen im Gastgewerbe sind vielen StudentInnen wichtige Einkommensmöglichkeiten weggebrochen. Um die StudentInnen in Münster zu unterstützen, wurden die Corona-Notfonds ins Leben gerufen. Die Hilfe kann hier beantragt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7844215?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686138%2F2686293%2F2686478%2F
Nachrichten-Ticker