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Bill Cosby geht in die Offensive - Gegenklage

Los Angeles (dpa) - Der des sexuellen Missbrauchs bezichtigte US-Komiker Bill Cosby geht Medienberichten zufolge in die Offensive.

Freitag, 05.12.2014, 16:25 Uhr aktualisiert: 05.12.2014, 16:43 Uhr

Der 77-Jährige legte gegen eine von einer 55-jährigen Kalifornierin eingereichten Klage nun Gegenklage ein, wie der Sender ABC News und das Online-Portal «TMZ.com» übereinstimmend am Donnerstagabend berichteten.

Die Frau gibt an, erst vor drei Jahren erkannt zu haben, wie sehr sie das 40 Jahre zurückliegende Erlebnis traumatisiert habe. Sie wirft Cosby vor, sie damals nach einem Alkohol-Trinkspiel in Los Angeles missbraucht zu haben.

Cosbys Anwalt Marty Singer wies die Anschuldigungen mit dem Hinweis zurück, der Komiker sei bekanntermaßen seit Jahrzehnten Abstinenzler. In der Gegenklage wird der Frau vorgeworfen, den Komiker erpressen zu wollen. Sie habe angeblich 250 000 Dollar (202 000 Euro) für ihr Schweigen verlangt. Außerdem habe sie bereits vor zehn Jahren versucht, ihre Geschichte an Boulevardzeitungen zu verkaufen - sie könne also gar nicht erst vor drei Jahren ihre Traumatisierung erkannt haben. Cosby fordere in seiner Gegenklage, die Anklage gegen ihn fallen zu lassen, berichtete ABC weiter.

Öffentlich äußerte sich Cosby bisher nicht zu den Vorwürfen. Auf Twitter hatte er am Mittwoch kurz der Sängerin Jill Scott und der Schauspielerin Whoopi Goldberg gedankt, die vor einer Vorverurteilung des Komikers warnten.

Zwei für den Nikolaustag angekündigte Shows des Entertainers in einem New Yorker Vorort wurden am Mittwoch abgesagt. «Bill Cosby hat, in Einvernehmen mit dem Veranstalter, zugestimmt, die Auftritte auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben», heißt es auf der Webseite des Veranstaltungsorts, Tarrytown Music Hall.

Die US-Navy hat dem Komiker unterdessen den Ehrentitel «Chief Petty Officer» («Oberbootsmann») aberkannt. «Die Navy geht diesen Schritt, weil die Anschuldigungen gegen Herrn Cosby sehr ernst sind und im Gegensatz zu den Kernwerten der Navy von Ehre, Mut und Einsatz stehen», hieß es laut Magazin «People» am Donnerstag zur Erklärung.

Inzwischen machen etwa 20 Frauen Cosby öffentlich schwere Vorwürfe. Mehrere schilderten in Interviews ähnliche Abläufe. Der Schauspieler habe sie mit Alkohol willenlos gemacht. Anschließend sei es zu sexuellen Übergriffen gekommen. Zum Teil sollen sich die Vorfälle vor Jahrzehnten ereignet haben. Wenn sich Opfer wie im aktuellen Fall darauf berufen, dass sie erst jetzt ihre Traumatisierung erkannt haben, verjähren die Anschuldigungen nicht.

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