Do., 23.08.2018

Romantische Filmmusik Promi-Geburtstag vom 23. August 2018: Alexandre Desplat

Alexandre Desplat hat für «Shape of Water» seinen zweiten Oscar gewonnen.

Alexandre Desplat hat für «Shape of Water» seinen zweiten Oscar gewonnen. Foto: Jordan Strauss

Mit perlenden Pinoklängen und einem großen Sinn für Romantik wurde Alexandre Desplat einer der ganz großen Filmkomponisten in Hollywood. Zwei Oscars hat der französische Musiker bereits gewonnen.

Von dpa

Berlin (dpa) - Alexandre Desplat ist der große Romantiker unter den Filmkomponisten. Seit seinem Durchbruch mit dem Soundtrack zu «Das Mädchen mit dem Perlenohrring» (2003) gehört der Franzose zu den ganz Großen in Hollywood.

Für Wes Andersons exzentrisch-künstliche Operetten-Farce «Grand Budapest Hotel» (2014) hat Desplat seinen ersten Oscar gewonnen. In diesem Jahr konnte er mit dem Soundtrack zu Guillermo del Toros Film «Shape Of Water - Das Flüstern des Wassers» das Kunststück wiederholen.

Mit seinem Gespür für elegante Melodien, denen nicht selten etwas Nostalgisches anhaftet, war er die perfekte Wahl, um das Fantasy-Märchen mit Retro-Charme, in dem die Magie der Liebe gefeiert wird, zu untermalen.

Beeinflusst wurde Alexandre Desplat, der heute 57 Jahre alt wird, von französischen Filmkomponisten wie Georges Delerue oder Maurice Jarre. Aber auch Bernard Herrmann («Psycho») und John Williams («Star Wars») zählen zu seinen Vorbildern. Letzterer war in diesem Jahr für «Die letzten Jedi» ebenfalls für einen Oscar nominiert - «Meister» und «Schüler» in einem Wettbewerb.

Im Alter von fünf Jahren hat der Sohn einer griechischen Mutter und eines französischen Vaters das Klavierspielen erlernt. Später kamen noch die Trompete und die Flöte hinzu. Studiert hat Desplat in Paris und Los Angeles, seit Mitte der 80er Jahre arbeitet er in der Filmindustrie.

Das Piano ist in seinen Kompositionen vornehmlich das Leitinstrument, aber Alexandre Desplat, der auch schon für die französische Schauspielerin/Sängerin Charlotte Gainsbourg komponiert hat, weiß sich meisterhaft mit unterschiedlichster Orchestrierung zwischen den verschiedensten Stimmungen und Genres zu bewegen.

Den Animationsfilm «Pets» unterlegt er mit Swing-Jazz, den Affen entfesselt er mit wirbelnde Bombastik in «Godzilla! und bei Ben Afflecks Polit-Thriller «Argo» setzt Alexandre Desplat auf klassische Symphonik.

Aber der französische Soundtrack-Magier hat nicht nur ein Faible für stimmungsvolle Romantik-Features: Für Kathryn Bigelows Action-Thriller «Zero Dark Thirty», in dem es um die Jagd nach Osama bin Laden geht, ist Alexandre Desplat tief in die Dunkelheit abgetaucht.

Sein Orchester hat er dafür gewaltig abgespeckt: «Ich habe die Celli, den Bass, die Geigen, die Bläser und nur eine Trompete behalten», sagte Desplat dem Musiksender MTV über seinen vielleicht experimentellsten Soundtrack, in dem alle Klänge wundersam verschleift sind. «Es sind die dunkel klingenden Instrumente des Orchesters, die einen ganz eigenen, dem Film entsprechenden, Sound kreieren.»



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