Abschied vom Stardesigner
Modeschöpfer Karl Lagerfeld gestorben

Karl Lagerfeld wurde weltweit hofiert und bewundert. Als Fashion-Guru herrschte er über die Welt der Mode. Nun ist der Stardesigner mit dem weißen Mozartzopf gestorben.

Dienstag, 19.02.2019, 13:10 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 16:56 Uhr
Karl Lagerfeld ist tot.
Karl Lagerfeld ist tot. Foto: Caroline Seidel

Paris - Karl Lagerfeld hat königliche Körper in Traumkreationen gehüllt und Outfits für Pop-Stars wie Madonna und Kylie Minogue entworfen. Nun ist der Modezar gestorben, wie der Modekonzern Chanel am Dienstag mitteilte. Nach eigenen Angaben kam Lagerfeld 1935 in Hamburg zur Welt. Als Geburtsjahre kursieren aber auch 1933 und 1938.

Lagerfeld hat mehr als ein halbes Jahrhundert die Mode mitbestimmt. Mitte der 50er Jahre begann er in Paris große Couture-Häuser wie Balmain, Patou, Chloé oder Fendi zum Erfolg zu führen. Er habe sich schon immer für Kleider interessiert, ohne zu wissen, dass man das Mode nenne, sagte Lagerfeld einmal in einem seiner zahlreichen Interviews. Als Kreativdirektor übernahm er 1983 Chanel. Ein Wechsel, der für das französische Modehaus wegweisend war.

Diese Prominenten sind 2019 gestorben

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  • Die Formel 1 hat eine ihrer größten Legenden verloren. Der Tod von Niki Lauda löst weit über die Rennserie hinaus Trauer und Bestürzung aus. Lauda starb am 20. Mai starb Lauda im Kreis seiner Familie in der Universitätsklinik in Zürich.

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  • Der unerwartete Tod von Instinktfußballer und Stürmer-Idol  Manfred Burgsmüller  hat in der Bundesliga große Bestürzung ausgelöst. Er starb am 20. Mai. Burgsmüller wurde 69 Jahre alt.

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  • Ihren deutschen Nachnamen Kappelhoff legte die Amerikanerin ab - und wurde als Doris Day berühmt. Die Schauspielerin und Sängerin, die mit Stars wie Cary Grant und Rock Hudson drehte, starb am 13. Mai mit 97 Jahren.

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  • Mit Ken Kercheval, einem Millionen-Publikum als Cliff Barnes bekannt , ist ein weiterer Star der US-Kultserie «Dallas» gestorben. Der Tod des 83-jährigen Schauspielers wurde am Mittwoch bekannt.

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  • Im Alter von 76 Jahren ist die temperamentvolle Theater-, TV-, und Filmschauspielerin Hannelore Elsner am Ostersonntag nach kurzer, schwerer Krankheit in München gestorben. Sie galt als eine der großen Diven des deutschen Nachkriegsfilms.

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  • Der Einfluss des Anfang 1943 als Noel Scott Engel im US-Bundesstaat Ohio geborenen, nun mit 76 Jahren gestorbenen amerikanisch-britischen Sängers und Komponisten ist kaum hoch genug einzuschätzen. Seine Hits mit den Walker Brothers und die Soloalben der späten 60er Jahre gehören zum Kanon der Popmusik. Scott Walker starb am 25. März.

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  • Schauspieler Luke Perry , der in der Kultserie «Beverly Hills, 90210» den Herzensbrecher Dylan McKay gespielt hat, ist tot. Perry starb am 4. März im Alter von nur 52 Jahren nach einem «massiven Schlaganfall», wie sein Sprecher bestätigte.

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  • Er war der letzte noch lebende Ex-Außenminister der FDP: Klaus Kinkel ist tot. Der politische Ziehsohn von Hans-Dietrich Genscher starb am 4. März mit 82 Jahren.

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  • Keith Flint, Sänger von The Prodigy, ist im Alter von 49 Jahren gestorben. Er wurde am 4. März leblos in seinem Haus in der englischen Grafschaft Essex gefunden.

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  • Der Österreicher Werner Schneyder ist Anfang März im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Liste seiner Talente war lang: Autor, Sänger, Sportkommentator, Schauspieler, Regisseur, Ringrichter. Schneyder hat aber vor allem die Kabarett-Szene in Deutschland viele Jahre mitgeprägt.

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  • Der weltbekannte deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das teilte das französische Modehaus Chanel am Dienstag (19. Februar) in Paris mit. 

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  • Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz starb am 16. Februar im Alter von 77 Jahren. In seiner wohl berühmtesten Rolle spielte er Adolf Hitler im Film „Der Untergang“ (2004). Seine Karriere hatte Ganz im Theater begonnen.

    Foto: Jörg Carstensen
  • Am 12. Februar segnete einer der größten Torhüter der Fußballgeschichte das Zeitliche: Gordon Banks (81), Weltmeister 1966, begeisterte die Fans unter anderem bei der WM 1970 mit einer legendären Parade gegen Pelé.

    Foto: Dave Thompson
  • Am 10. Februar verstarb „der weiße Blitz“: Sprinter Heinz Fütterer (87) stellte 1954 mit handgestoppten 10,2 Sekunden den damaligen 100-Meter-Weltrekord von Jesse Owens ein. Zudem wurde Fütterer dreifacher Europameister.

    Foto: Uli Deck
  • Ruder-Olympiasieger Maximilian Reinelt war nur ein kurzes Leben beschieden: Im Alter von 30 Jahren verstarb er am 9. Februar beim Skilanglauf in St. Moritz (Schweiz).

    Foto: Ina Fassbender
  • Der ehemalige Berliner Innensenator und Innenminister des Landes Brandenburg, CDU-Politiker Jörg Schönbohm (81), erlitt am 7. Februar in seinem Haus einen Herzinfarkt. Vor seiner politischen Karriere war Schönbohm für das Militär tätig und zwischen 1991 und 1992 Inspekteur des Heeres.

    Foto: Ralf Hirschberger
  • Europas Fußballerin des Jahrhunderts und dreifache Europameisterin: Heidi Mohr bestritt insgesamt 104 Spiele (83 Tore) für die deutsche Nationalmannschaft. Sie verstarb am 7. Februar im Alter von 51 Jahren in ihrem Heimatort Weinheim.

    Foto: Pascal George
  • Der mehrfach für den Oscar nominierte britische Schauspieler Albert Finney (bekannt unter anderem aus „Erin Brockovich“) starb am 7. Februar im Alter von 82 Jahren. Seine letzte Rolle spielte er 2012 im Bond-Film „Skyfall“.

    Foto: William Conran
  • Am 6. Februar starb eine Vereinslegende des FC Schalke 04: Rudi Assauer war von 1981-1986 und von 1993-2006 Manager der „Knappen“. In seine Amtszeit fallen der UEFA-Cup-Sieg 1997 und zwei DFB-Pokal-Erfolge.

    Foto: Roland Weihrauch
  • Erfolgsautorin Rosamunde Pilcher erlitt am 6. Februar im Alter von 94 Jahren einen Schlaganfall. Ihre Liebesromane spielen in der Landschaft Cornwall und wurden auch im deutschen Fernsehen vielfach verfilmt.

    Foto: Jens Kalaene
  • Im Alter von 90 Jahren starb Libet Werhahn, die jüngste Tochter des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer, am 3. Februar. Sie begleitete ihren Vater nach dem Tod ihrer Mutter bei zahlreichen Auslandsreisen.

    Foto: Marcel Mettelsiefen
  • Ausnahme-Skispringer Matti Nykänen musste sein Leben am 4. Februar bereits mit 55 Jahren beenden: Der vierfache Olympiasieger und sechsmalige Weltmeister gehörte zu den Größten seiner Sportart, kämpfte nach der Karriere aber mit Alkoholproblemen.

    Foto: Mikko Stig
  • Am 1. Februar verstarb die Schauspielerin Ursula Karusseit mit 79 Jahren in Berlin. Karusseit zählte zu den bedeutendsten Schauspielerinnen des DDR-Theaters und war den Fernsehzuschauern aus der ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ (seit 1998) bekannt.

    Foto: Britta Pedersen
  • Mirjam Pressler (gestorben am 16. Januar im Alter von 78 Jahren) zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautorinnen (u.a. „Ich bin's, Kitty“). Zudem übersetzte sie über 500 Bücher ins Deutsche.

    Foto: Sven Hoppe

Elegant, minimalistisch, innovativ

Der deutsche Modeschöpfer rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Fransen neu auf, Haute-Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Treu blieb er dem klassischen Cocktailkleid und dem rosa Kostüm. Kollektionen unter seinem eigenen Namen entwarf er ab Mitte der 70er Jahre. Heute hinterlässt der Wahlpariser ein Modeimperium, dessen Wert auf mehrere Millionen Euro geschätzt wird.

Seine Mode war elegant, minimalistisch und innovativ. Unvergesslich sind das kleine Chanel-Jäckchen, die tiefe Rücken-Dekolletés, seine Wollmäntel mit Gürtelschließe am Kragen. Lagerfeld hat klassische Formen erneuert und „Looks“ geschaffen. Er schickte die schönsten Models über die Laufstege, darunter Claudia Schiffer und Inès de la Fressange.

Zuletzt fehlte er genau da, wo er jedes Mal frenetisch gefeiert wurde - auf dem Laufsteg zum Finale einer Chanel-Show. Die offizielle Begründung: Lagerfeld habe sich müde gefühlt. In Paris, wo er nach dem Tod von Modeschöpfer Yves Saint-Laurent der letzte noch verbliebene Modezar war, war die Sorge groß. Erst im November hatte er noch die berühmte Festtagsbeleuchtung auf der Pariser Prachtmeile Champs-Élysées eingeweiht.

Karl Lagerfeld - Ein Leben in Bildern

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  • Der erst 16-jährige Hamburger Mode-Student Karl Lagerfeld im Jahr 1954 mit einem Model beim Vorführen des Cocktail-Mantels. Im Hintergrund: seine Modellskizze. 

    Foto: dpa
  • Karl Lagerfeld im Januar 1979 in seinem Atelier in Paris. In der Hauptstadt Frankreichs begann die Laufbahn des Designers in der Modewelt Mitte der 1950er-Jahre. Geboren wurde er am 10. September 1933 - so ergaben es zumindest Recherchen von Historikern.

    Foto: dpa
  • Der Modekönig selbst machte immer ein Geheimnis aus seinem genauen Geburtsdatum. Lange Zeit gab er 1938 als Geburtsjahr an, später 1935. Auf diesem Foto zeigt sich der Sohn des Hamburger "Glücksklee"-Kondensmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeld bei einer Auszeichnung 1973 inmitten einiger Models.  

    Foto: dpa
  • Oktober 1995: Karl Lagerfeld schließt sich den Models Cindy Crawford (v.l) aus den USA, Linda Evangelista aus Kanada, und Claudia Schiffer nach der Präsentation seiner Frühjahr-Sommer-Kollektion für Chanel in Paris an. Zu Chanel wechselte der Modeschöpfer im Jahr 1983, nachdem er von 1963 bis 1978 als künstlerischer Direktor bei Chloé Kollektionen entwickelte.

    Foto: dpa
  • Karl Lagerfeld, rund zehn Jahre später, wieder in Paris am Ende einer Modenshow für Chanel. Im Jahr 2004 erregte der Modeschöpfer Aufsehen durch seine Zusammenarbeit mit der schwedischen Modekette H&M, für die er eine günstige Kollektion entwarf.

    Foto: dpa
  • Karl Lagerfeld hält neben Top-Model Claudia Schiffer in Berlin nach der Verleihung des «Elle Fashion Star» seine Auszeichnung, den «Mercedes Platinum», in den Händen. Lagerfeld gilt als der Entdecker des ehemaligen Top-Models, seiner zeitweiligen Muse. Heute lebt die dreifache Mutter in London.

    Foto: Soeren Stache
  • Vom Laufsteg auf´s Promi-Sofa: Karl Lagerfeld unterhält sich bei der ZDF-Samstagsabendshow "Wetten, dass..?" im Jahr 2008 mit Model Sylvie Van Der Vaart.

    Foto: Daniel Karmann
  • Karl Lagerfeld posiert im Juni 2009 mit seinem "Karl Lagerfeld Bär", den er für Steiff entworfen hat. Damaliger Verkaufspreis: 1000 Euro. Frankreichs Presse nannte den Modezar wegen seiner rastlosen Kreativität auch „König der Maßlosigkeit“ oder „Karl den Großen“.

    Foto: dpa
  • Im Juli 2018 kam Mode-Ikone Lagerfeld noch mit seinem Patensohn, dem Model Hudson Kroenig, in Paris auf den Laufsteg - nach der Präsentation seiner Kreationen des Modehauses Chanel im Rahmen der Haute-Couture-Schauen für Herbst/Winter 2018/2019.

    Foto: dpa
  • Doch zuletzt fehlte Karl Lagerfeld genau da, wo er - wie auf dem Bild von Oktober 2013 - frenetisch gefeiert wurde: auf dem Laufsteg zum Finale einer Chanel-Show. Die offizielle Begründung: Lagerfeld habe sich müde gefühlt. In Paris war die Sorge groß. 

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  • Karl Lagerfeld hat klassische Formen erneuert und „Looks“ geschaffen. Seine Mode war elegant, minimalistisch, innovativ. 

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  • Wenige haben die Mode so geprägt, wie er. Bis zuletzt waren der hohe Hemdkragen, der weiß-gepuderte Zopf und die Sonnenbrille seine Marken­zeichen. Am Dienstag ist Karl Lagerfeld im Alter von 85 Jahren in Paris gestorben.

    Foto: dpa

„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“

Legendär waren Lagerfelds Aussprüche. Über seine Haut sagte er: „Ich gehe nicht mehr in die Sonne. Schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Ich will nicht aussehen wie eine alte Schildkröte.“ Über seine Ausbildung sagte der Besitzer von 300.000 Büchern: „Ich habe ja im Grunde nie etwas gelernt. Ich habe nicht einmal Abitur gemacht und nix.“ Vernichtend war das Urteil des Modezaren über Freizeitkleidung: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Lagerfelds unermüdlicher Gestaltungswille beschränkte sich nicht nur auf die Haute-Couture. Für Aufsehen sorgte 2004 seine Ankündigung, kostengünstige Mode für den schwedischen Discount-Modefilialisten H&M zu entwerfen. Lagerfeld war der erste Design-Kooperationspartner. Ihm folgten unter anderem Lanvin und Versace.

„Karl der Große“ und seine Markenzeichen

Frankreichs Presse nannte den Sohn des Hamburger „Glücksklee“-Kondensmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeld wegen seiner rastlosen Kreativität auch „König der Maßlosigkeit“ oder „Karl den Großen“. Eine Anspielung an den gleichnamigen Herrscher, der bis 814 König des Frankenreichs war, das unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung fand.

Schwarze Sonnenbrille, weißer Mozartzopf, steifer Vatermörderkragen und Ringe an jedem Finger: So kannte Lagerfeld die ganze Welt. Seinen fast schon maskenhaften Stil hat er zu seinem Markenzeichen gemacht.

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