Filmproduzentin
Promi-Geburtstag vom 8. März 2019: Regina Ziegler

Mehr als 500 TV- und Kinofilme hat Regina Ziegler produziert, darunter Serien wie «Weissensee» und den «Gladbeck»-Zweiteiler im vergangenen Jahr. Seit mehr als 45 Jahren behauptet sich die Filmproduzentin, die am Freitag 75 Jahre alt wird, in ihrer Branche.

Freitag, 08.03.2019, 00:01 Uhr
Die Berliner Filmproduzentin Regina Ziegler hat sich in einer klassischen Männerdomäne durchgesetzt. Heute wird sie 75.
Die Berliner Filmproduzentin Regina Ziegler hat sich in einer klassischen Männerdomäne durchgesetzt. Heute wird sie 75. Foto: Felix Kästle

Berlin (dpa) - Sie ist Deutschlands Grande Dame der Filmproduktion - und ein passenderes Geburtsdatum als den Weltfrauentag hätte es für Regina Ziegler nicht geben können.

In einer Zeit, als Frauen den Ehemann noch um Erlaubnis fragen mussten, wenn sie arbeiten wollten, kündigte sie 1972 ihre Festanstellung und gründete kurz darauf ihre eigene Produktionsfirma. Nach der Trennung von ihrem Mann sei es das zweite Mal gewesen, dass sie für eine Frau damals Unvorstellbares getan habe, schreibt Ziegler, die heute 75 Jahre alt wird, in ihrer Autobiografie über den Start in einer Männerdomäne.

«Die Bezeichnung "Filmproduzentin" existierte damals gar nicht», erinnert sich die gebürtige Quedlinburgerin, die Mitte der 60er Jahre nach Berlin kam, in dem Buch (2017). «Produzenten waren Männer, basta. Für Frauen war das nicht vorgesehen.» Ziegler hatte ihren ersten Ehemann und Vater ihrer Tochter Tanja für den Regisseur Wolf Gremm verlassen. Als Gremm, der 1977 ihr zweiter Ehemann wurde, sie bearbeitet habe, seinerzeit erste und einzige Filmproduzentin zu werden, habe sie das getan, was junge Menschen gern täten: «Ich sah nur die Chancen und verdrängte alle Gefahren und Risiken.»

Anfangs nannte sich Ziegler selbstironisch «die Minus-Millionärin». Mit geliehenem Geld produzierte sie ihren ersten Film - «Ich dachte, ich wäre tot» unter der Regie von Gremm (1942-2015). Im vergangenen Jahr feierte ihre Firma 45-jähriges Bestehen, Tochter Tanja ist seit 2000 Geschäftsführerin. Mehr als 500 TV- und Kinofilme hat Ziegler produziert. Zur langen Liste ihrer Erfolge gehörten zuletzt der TV-Zweiteiler «Gladbeck» und die vierte Staffel der Erfolgsserie «Weissensee». Ein nächstes Highlight dürfte im Herbst der Kinostart für die Verfilmung des Udo-Jürgens-Musicals «Ich war noch niemals in New York» werden.

Mit renommierten Ehrungen wurde ihr Werk bedacht - vom Grimme-Preis bis zum Emmy Award. Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York würdigte Zieglers Schaffen mit einer Retrospektive (2006). «Für mich gibt es keinen schöneren Beruf auf dieser Welt», schreibt sie im Buch. Sie sei glücklich über ihre Tochter Tanja, die ihr Lebenswerk weiterführe. Und die beste Entscheidung sei gewesen, Gremm zu heiraten. «Wenn ich nur einen Wunsch frei hätte, würde ich das alles am liebsten noch einmal erleben: das Schöne und das Schreckliche, die Angst und das Glück.»

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