Karriere mit Umwegen
Promi-Geburtstag vom 4. Mai 2020: Franziska Weisz

Früher war Franziska Weisz der Meinung, dass man als Schauspielerin entdeckt werden müsse. Und? Es hat funktioniert.

Montag, 04.05.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 05:01 Uhr
Franziska Weisz wird 40.
Franziska Weisz wird 40. Foto: Jens Kalaene

Berlin (dpa) - In der Königsklasse des deutschen Fernsehens ist Franziska Weisz längst angekommen: Seit 2015 dreht und ermittelt die österreichische Schauspielerin an der Seite von Wotan Wilke Möhring im Norddeutschland-«Tatort».

Ihr ganzes Leben lang wollte Franziska Weisz Schauspielerin werden, und doch erfüllte sie sich ihren Traum erst über Umwege. Da war zuerst einmal das Studium der Entwicklungs- und Umweltpolitik in Leicester und London - und eine verwegene Idee.

«Da ich von Models gehört habe, die zur Schauspielerei gekommen sind, dachte ich mir: Dann model ich einfach ein bisschen», erzählte sie im «360 Grad Interview» von «HANSEstyle». Und tatsächlich: Ihre Agentur schickte sie zu einem Casting - und damit begann die Schauspielkarriere von Franziska Weisz, die heute 40 Jahre alt wird.

Der Start war fulminant: Ulrich Seidl verpflichtete die Newcomerin für seinen Vorstadt-Alptraum «Hundstage» (2001) und Michael Haneke holte sie für die Jelinek-Verfilmung «Die Klavierspielerin» vor die Kamera. Allerdings waren da noch nicht alle Weichen gestellt - durch ihr Politik-Studium fuhr Franziska Weisz vorerst noch zweigleisig.

Mit dem kühlen Thriller «Hotel» gelang ihr schließlich der ganz große Durchbruch. Die österreichische Regisseurin Jessica Hausner hat Franziska Weisz den Film auf dem Leib geschrieben. Schauplatz ist ein einsam gelegenes Berghotel, in dem Weisz als Rezeptionistin in ein verwirrendes Labyrinth gerät - sowohl räumlich als auch emotional: Der Wald um das Hotel herum scheint von Hexen und Zauberern dominiert zu werden.

Auf der Berlinale wurde sie 2005 schließlich als Shooting Star ausgezeichnet. Mit ihrem Mann, dem Regisseur Felix Herzogenrath (44), lebt die Schauspielerin inzwischen auch in Berlin.

«Ich wünsche mir, dass meine Rollen so unterschiedlich und herausfordernd wie möglich sind. Vom Junkie bis zur erzkatholischen Mutter, von der Hure bis zur Königin will ich alles spielen», sagt Franziska Weisz.

In der Tat - auf einen bestimmten Typ oder ein bestimmtes Genre hat sich Franziska Weisz in ihrer rund 20-jährigen Karriere nie festlegen lassen. In der Gottfried-Keller-Verfilmung «In Liebe vereint» geht es um eine zerstörte Liebe. Im Berlinale-Beitrag «Kreuzweg» ist Weisz eine religiös fanatische Mutter und der Psychothriller «Der Taucher» dreht sich um Gewalt gegen Frauen.

Aber auch in Serien wie «Die Bergretter», «Der letzte Bulle» oder «Der Bergdoktor» übernahm sie Rollen. Sie fände es «total spannend, alles auszutesten», sagte sie einmal der «Austrian Film Commission» (AFC). Dazu gehört auch ihre Band Jawoi!, die mit Coversionen für ordentlich Stimmung sorgt.

Im Januar hat sie noch bei einer Preview-Party zu einem neuen «Tatort» für Wotan Wilke Möhring gesungen - und der war ganz aus dem Häuschen: «Franzi ist ne Bombe!!», schrieb er danach auf Instagram.

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