Klare Worte
Gloria von Thurn und Taxis kritisiert Gottesdienst-Verbot

Die Chefin des Regensburger Fürstenhauses ist strenge Katholikin, doch nicht mit allem einverstanden, was in Kirchenkreisen entschieden wird. Auch während der Corona-Krise hält sie auf das Recht auf Religionsfreiheit fest.

Mittwoch, 13.05.2020, 14:34 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 14:36 Uhr
Gloria von Thurn und Taxis macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube.
Gloria von Thurn und Taxis macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Foto: Armin Weigel

Regensburg (dpa) - Gloria von Thurn und Taxis hat das Verbot von Gottesdiensten während der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen scharf kritisiert.

«Dass Gottesdienste nicht stattfinden durften, war reine Schikane», sagte die 60-Jährige im «Welt»-Interview (Mittwoch). «Die meisten Kirchen sind so groß, dass bei den wenigen Menschen, die zur Messe kommen, der Abstand auch schon vor der Corona-Krise leicht eingehalten wurde.»

Die Chefin des Regensburger Fürstenhauses ist strenge Katholikin und kritisierte auch die Deutsche Bischofskonferenz, die die Absage der Gottesdienste mitgetragen hat. «Da kann man tatsächlich den Eindruck bekommen, dass hier Staatsfunktionäre brav und gehorsam agieren, die an das Opfermahl gar nicht mehr zu glauben scheinen.»

In ihren Augen ist die Bischofskonferenz «überflüssig, denn sie raubt den Herren viel Zeit und Kraft». Jeder Oberhirte sei in seiner Diözese «ein souveräner Fürst», der frei schalten und walten könne, sagte sie. «Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ist mitnichten der Chef, sondern bestenfalls eine Art Moderator.»

In den vergangenen Tagen hatte es zu einer breiten Diskussion in der katholischen Kirche wegen eines umstrittenen Corona-Schreibens mehrerer hochrangiger Kirchenmänner gegeben.

In dem Text, den der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, früherer Bischof von Regensburg und ehemaliger Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, unterschrieben hat, heißt es: «Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit.»

Mehrere Bischöfe hatten diese Kritik an den Maßnahmen in der Corona-Krise zurückgewiesen.

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