Polizeimeldungen Polizei Münster
Kriminalstatistik 2019: Wohnungseinbrüche, Fahrrad- und Taschendiebstähle auf Zehnjahrestiefstand

Münster (ots) - Polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt - Gesamtzahl der Straftaten etwa auf Vorjahresniveau - Wohnungseinbrüche, Fahrraddiebstähle und Taschendiebstähle auf Zehnjahrestiefstand - Jede zweite Straftat ist ein Eigentumsdelikt, jede sechste Tat ein Fahrraddiebstahl - mehr als jeder zweite Einbruch scheitert - Polizeipräsident Rainer Furth: "Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, wie zum Beispiel 'Enkeltrick' und 'falsche Polizeibeamte' sind besonders verwerflich und verursachen erheblichen Schaden. Weiterentwickelte Präventionsangebote der Münsteraner Polizei folgen in Kürze"

Montag, 02.03.2020, 12:30 Uhr

Die Kriminalität in Münster hat im Jahr 2019 leicht zugenommen. Die Zahl der
Straftaten ist um 557 Delikte von 25.753 auf aktuell 26.310 Fälle gestiegen und
liegt damit auf dem zweitniedrigsten Wert im Zehnjahresvergleich.

323 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei im Jahr 2019, 155 Fälle weniger
gegenüber 478 aus dem Vorjahr. Die Aufklärungsquote ging dabei von 21,13 auf
17,96 Prozent zurück.

"Der erneute Rückgang der Fallzahlen Wohnungseinbruch um rund 32 Prozent ist
erfreulich", resümierte Polizeipräsident Rainer Furth. "Gleichzeitig scheitern
mittlerweile mehr als die Hälfte aller Einbrüche und bleiben im Versuchsstadium
stecken, weil die Täter nicht in die Wohnungen und Häuser gelangten oder ohne
Beute flüchteten."

Traditionell ist Münster besonders vom Fahrraddiebstahl betroffen. Die Zahl der
mehr als 500.000 Fahrräder in der Stadt steigt mit der Zahl der Einwohner an.
Trotz dieser gestiegenen Tatmöglichkeiten ging die Anzahl der gestohlenen Räder
erneut von 4.382 auf 4.320 Fälle zurück. Die Aufklärungsquote von 6,92 Prozent
zeigt einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert. Dieser lag im Jahr 2018 durch
die Klärung einer Tatserie aus dem Monat April mit 9,74 Prozent deutlich höher.

"Nicht nur bei Wohnungseinbrüchen und Fahrraddiebstählen verzeichnen wir die
niedrigsten Fallzahlen der letzten zehn Jahre, auch die Taschendiebstähle gingen
erneut um 32 Delikte auf 986 zurück", verdeutlichte der Direktionsleiter Frank
Kaiser. "Das ist der beste Wert im Zehnjahresvergleich. Gleichzeitig stieg die
Aufklärungsquote beim Taschendiebstahl auf fast 10 Prozent."

Weiterhin ist fast jede zweite Straftat ein Eigentumsdelikt, das sind 48,52
Prozent aller registrierten Straftaten.

Seit 2016 nimmt die Straßenkriminalität ab: 2019 sank die Zahl der Delikte von
9.273 im Vorjahr auf 8.888 Fälle. Zur Straßenkriminalität zählen unter anderem
Körperverletzungs-, Raub- und Diebstahlsdelikte auf Straßen, Wegen und Plätzen.
Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote von 15,96 auf 13,11 Prozent, liegt damit
aber noch über den Werten aus den Jahren 2015 bis 2017.

"Der Rückgang der Straßenkriminalität steht auch im Zusammenhang mit unseren
Aktivitäten rund um den Hauptbahnhof", beschrieb der Leitende Kriminaldirektor
die Entwicklung. "Mehrere Razzien und weitere regelmäßige Kontrollen in
Kombination mit den zum Teil aufwändigen Ermittlungen gegen Drogendealer führen
zum Erfolg. Allein im letzten Jahr gingen 28 Täter wegen illegalen
Rauschgifthandels in Haft, davon 10 niederländische Staatsbürger."

Insbesondere in diesem Bereich ist dem Polizeipräsidenten das Sicherheitsgefühl
der Bürgerinnen und Bürger ein ganz besonderes Anliegen:

"Es wird jede 7. Straftat, das sind insgesamt über 3600 Straftaten, im
Bahnhofsumfeld begangen", betonte Polizeipräsident Rainer Furth. "Wir müssen die
polizeilichen Maßnahmen hier trotz der bisherigen Erfolge weiter intensivieren
und werden unter anderem auch die Möglichkeiten des neuen Polizeigesetzes
ausschöpfen. Sichtbare Präsenz und zivile Streifen in Kombination mit
regelmäßigen Kontrollen sind Bestandteil unserer professionellen Polizeiarbeit."

Das Polizeipräsidium Münster übernimmt bei bestimmten Delikten die Ermittlungen
im gesamten Münsterland. Von herausragendem Interesse sind dabei immer wieder
die Einsätze der Mordkommissionen. Im vergangenen Jahr führten Beamte des
Polizeipräsidiums Münster 30 Mordkommissionen, davon 13 im Stadtgebiet Münster.

Besondere Aufmerksamkeit fanden in Münster die Ermittlungen zu einer seit Anfang
August vermissten Frau aus Münster Kinderhaus, deren Leichnam Ende August in
Schleswig-Holstein gefunden wurde. Der Tatverdächtige, ein Neffe der Frau aus
Pinneberg, muss sich aktuell wegen Mordes vor Gericht verantworten.

Ende September versuchten zwei Frauen, sich durch das Herbeiführen einer
Explosion in ihrem Wohnhaus am Max-Klemens-Kanal das Leben zu nehmen. Die
38-jährige Mieterin und ihre 67-jährige Mutter warteten auf das Eintreffen von
Gerichtsvollzieher und Polizei, bevor sie den Kraftstoff entzündeten. Beide
Frauen überlebten die Explosion. Drei Polizisten wurden verletzt. Die
Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage wegen versuchten Mordes erhoben.

Im Jahr 2019 versuchten Betrüger durch unterschiedliche Maschen, wie zum
Beispiel "Falscher Polizeibeamter" oder "Enkeltrick", insbesondere Bargeld von
älteren Menschen zu erlangen. In mehr als 800 Fällen blieb es beim Versuch, in
48 Fällen kam es zu einem finanziellen Schaden. In den vergangenen drei Jahren
haben die dreisten Täter drei Millionen Euro in Münster erbeutet.

"Die Täter sitzen meist in Call-Centern im Ausland", verdeutlichte der
Polizeipräsident. "Wir setzen mit unseren Maßnahmen einen Schwerpunkt auf die
Prävention. Es darf erst gar nicht dazu kommen, dass ältere Menschen ihr ganzes
Vermögen an diese Betrüger aushändigen."

Die Polizei Münster steht nicht nur im engen Austausch mit den Geldinstituten,
sondern berät auch Seniorinnen und Senioren zu diesem Thema. Aktuell bereiten
wir eine Handreichung zur Vorbeugung vor.

"Immer wieder werden Polizisten und Rettungskräfte respektlos behandelt",
erklärte Rainer Furth. "Es ist unerträglich, dass Menschen in der Ausübung ihres
Dienstes geschlagen, beleidigt, bespuckt und bedroht werden. Wir werden dieser
Entwicklung mit allen rechtmäßigen Mitteln konsequent entgegenwirken."

Seit dem letzten Jahr wird in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst, wie
oft ein Messer bei einer Straftat zum Einsatz kam. In 106 Fällen setzten
Tatverdächtige das mitgeführte Messer ein. Dies war insbesondere bei
Raubdelikten, bei gefährlichen Körperverletzungen und Bedrohungen der Fall.
Unter den Tätern waren 44 nichtdeutsche Tatverdächtige, davon 20 Zuwanderer. 35
Opfer wurden leicht und acht schwer verletzt.

Die gesamte Bilanz ist auf der Homepage der Polizei Münster abrufbar: https://mu
enster.polizei.nrw/sites/default/files/2020-03/200302__Kriminalstatistik_2019.pd
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Original-Content von: Polizei Münster, übermittelt durch news aktuell

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