Dr. Alexander Berger (parteilos)
„Ziemlich viel bewegt“

Im „Kandidatencheck“ bei der „Ahlener Elefantenrunde 2020“ in der Stadthalle: Dr. Alexander Berger (parteilos).

Mittwoch, 09.09.2020, 09:36 Uhr
Spiel, Satz und Sieg für den passionierten Tennisspieler Dr. Alexander Berger? Auf dem politischen Feld sieht der amtierende Bürgermeister viele Erfolge, die in den vergangenen fünf Jahren angestoßen wurden.
Spiel, Satz und Sieg für den passionierten Tennisspieler Dr. Alexander Berger? Auf dem politischen Feld sieht der amtierende Bürgermeister viele Erfolge, die in den vergangenen fünf Jahren angestoßen wurden.

Nicht nur wegen seines Kandidatensongs – „Bycicle Race“ von „Queen“ – hatte Dr. Alexander Berger gleich die Sympathien der ADFC-Ortsgruppenvertreter auf seiner Seite. Der amtierende Bürgermeister – als passionierter Tennisspieler ohnehin gerne sportlich un­terwegs – rechtfertigte im Laufe der „Elefantenrunde“ die aktive Förderung des Radverkehrs in Ahlen vor allem als Teil der umfangreichen Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität.

„Ich habe noch längst nicht alle Ziele erreicht“, sagte der 50-Jährige, der sich als Parteiloser oft eine zu große Nähe zu CDU oder FDP vorwerfen lassen muss, die ihn schließlich aufgestellt haben. Diesem Vorwurf trat Berger jedoch mit Beispielen seiner bisherigen Amtszeit entgegen: „Wir haben viele Beschlüsse parteiübergreifend mit Mehrheit auf den Weg gebracht.“ Wenn es um die Umsetzung sinnvoller Ideen und Visionen gehe, stünden dem Rat keine Parteigrenzen im Wege. Ohnehin sei die Zeit, in der wenige große Parteien den Ton angegeben haben, längst vorbei. Mit jetzt acht Gruppierungen spiegele sich dieser Umstand bei der Kommunalwahl im Besonderen wider.

Mehr Bürgerbeteiligung erreicht

Dr. Alexander Bergers zentrales Wahlversprechen, mit dem er vor fünf Jahren in den Ring stieg, sei „mehr Bürgerbeteiligung“ gewesen, erinnerte Moderator Peter Harke. „Das haben Sie, muss man objektiv zugeben, eingelöst. Noch nie gab es so viele Bürgerversammlungen, Informationsveranstaltungen und sogenannte Bürgerdialoge wie in den letzten fünf Jahren“, zählte er auf. „Die Ahlener konnten abstimmen über die neuen Bänke für die Fußgängerzone, über das Marktplatzpflaster und über die Fototapete in der Bahnunterführung am Kerkmann-Platz.“ Dass er beim Werben um den Ratsbeschluss für ei­nen Neubau von Rathaus und Stadthalle seine persönliche Meinung nicht immer zurückgehalten habe, räumte Berger auf Nachfrage ein. „Am Ende hat sich ja die richtige Meinung durchgesetzt“, schob er mit Augenzwinkern hinterher. Er wolle die Bürger weiterhin mitnehmen – nicht nur bei den Rathausplänen.

Apropos Rathauspläne: Beim Corona-Lockdown sei die Verwaltung handlungsfähig geblieben, so Harke, obwohl sich viele Rathausmitarbeiter im Homeoffice befanden. Das führte den Moderator zur Frage, ob ein Neubau nicht noch kleiner zugeschnitten sein könnte als ohnehin schon vorgesehen. „Wir haben es jetzt schon so geplant, dass wir die Möglichkeit haben, einzelne Bereiche zu vermieten, wenn die Kommune sie nicht mehr braucht“, erklärte Dr. Alexander Berger dazu.

Stärkung des Sicherheitsgefühls

Die Stärkung des Sicherheitsgefühls nannte der Bürgermeister als weitere zentrale Absicht einer kommenden Amtsperiode. Die Forderung der FWG, die Stadtwerke-Anteile aus Bielefeld durch den Verkauf von RWE-Aktien zurückzuholen, sieht er als wenig vorstellbar an. „Ich glaube nicht, das unser RWE-Anteil dazu ausreichend wäre.“

„Wir haben schon ziemlich viel bewegt“, blickte Berger auf die vergangenen Jahre zurück. „Wir haben es geschafft, die Stadt Ahlen um 30 Millionen Euro Schulden zu entlasten, wir haben den Haushalt konsolidiert.“ Als Beiträge zur Steigerung der Lebensqualität nannte er die Reaktivierung von Brachen, die Erneuerung von Marktplatz, Weststraße, Kerkmann-Platz und Berliner Park. In Kürze folge der Stadtpark. Dass die sogenannte „Mops-Affäre“, die Ahlen sogar in die Schlagzeilen der „New York Times“ brachte und dem „Spiegel“ eine vierseitige Geschichte wert war, nicht unbedingt zu den Dingen zählt, die er noch einmal erleben möchte, stand dabei außer Frage. Aber: „Recht muss Recht bleiben.“ Insofern habe die Stadtverwaltung trotz aller Kritik alles richtig gemacht. „Wir können da nicht einfach einknicken.“

Bergers „Vision für Ahlen im Jahr 2030“? „Dass die Stadt noch schöner und lebenswerter ist, als sie jetzt schon ist. Neue Ideen liegen auf dem Tisch.“

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