Hermann Huerkamp (SPD)
Die „Marke Ahlen“ stärken

Im „Kandidatencheck“ bei der „Ahlener Elefanrenrunde 2020“ in der Stadthalle: Hermann Huerkamp (SPD).

Mittwoch, 09.09.2020, 09:36 Uhr
„Immer weiter hoch hinaus, egal wie hoch die Hürden auch sind“: SPD-Kandidat Hermann Huerkamp traut sich zu, als Bürgermeister Ahlen „besser“ zu machen.
„Immer weiter hoch hinaus, egal wie hoch die Hürden auch sind“: SPD-Kandidat Hermann Huerkamp traut sich zu, als Bürgermeister Ahlen „besser“ zu machen.

Die Schaffung einer Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft – das Kernziel der Kandidatur von Hermann Huerkamp. Bei der „Elefantenrunde“ hielt er der Verwaltung vor, zu wenig für bezahlbaren Wohnraum zu tun.

Der Wahlkampf an sich sei für ihn eine neue Erfahrung gewesen, gab Huerkamp zu und nannte sich selbst „Novize“ in dieser Rolle. Nachdem er von der SPD gefragt wurde, ob er sich vorstellen könnte, für sie als Bürgermeister zu kandidieren, sei er schnell sicher gewesen, dass er der Richtige dafür ist. „Im Auftrag der Verwaltung bin ich seit 25 Jahren im Ahlener Osten und Süden unterwegs“, sagte er. Dabei habe er festgestellt, welche Hürden man überwinden kann. Im Wahlkampf habe er es hingegen mit wenigen Hürden zu tun gehabt. „Da öffneten sich viele Türen.“

Dass er beim Bürgerbegehren für einen Erhalt des bisherigen Rathauses unterschrieben habe, passe natürlich nicht zur Linie der Partei, die ihn nun aufgestellt habe, merkte Moderator Peter Harke kritisch an. Doch Huerkamp bekräftigte, dass zu jenem Zeitpunkt noch nicht ganz klar gewesen sei, welche Linie die SPD in dieser Sache überhaupt verfolge. „Ich bin sehr offen damit umgegangen. Jetzt ist es demokratisch legitimiert.“ Das respektiere er, so der Kandidat. Und Signale, dass dieser Ratsbeschluss keinen Bestand habe, sehe er nicht.

Ablehnung der Grünen hat geschmerzt

Maria Kessing fand es bemerkenswert, dass der SPD-Kandidat – entgegen früherer Gepflogenheiten – diesmal nicht von den Grünen unterstützt wurde. „Zu wenig Substanz hat Ihnen Pe­tra Pähler-Paul attestiert. Hat Sie das geschmerzt?“, fragte die Moderatorin. Huerkamp äußerte sein Unverständnis über diese Ablehnung. „Ich bin sehr nah an Grünen-Themen“, bekannte er und verriet, dass ein gemeinsamer Termin zur Aussprache nicht mehr zustande gekommen sei.

Seine größte Lehre aus der Corona-Pandemie nannte Huerkamp die Solidarität. „Wir haben gesehen, dass Familien und Nachbarschaften funktionieren.“ Und wie kann das markante Jugendstilgebäude am Marktplatz, das seit Jahren vor sich hin dümpelt, gerettet werden? „Ich stelle mir einen persönlichen Kontakt vor.“ Bei seinem Versuch, mit dem Eigentümer des Hauses Holtermann in Kontakt zu treten, biss Huerkamp jedoch auf Granit. „Ich bin nur bis zu seinem Assistenten hervorgedrungen“, erzählte er. „Dauerhaft kann der Zustand dieses Hauses nicht so bleiben.“

Peter Harke lenkte den Blick auf die Zeche „Westfalen“. Beim Leerstandsmanagement sei der „ganz große Wurf“ noch nicht gelungen, meinte er. Mit einer Indooranlage für Skater und Biker sei die Maschinenzentrale sicher nicht wirtschaftlich zu beleben. Hier verwies der Bürgermeisterkandidat darauf, dass dies nicht ohne Fördermaßnahmen gelinge. „Ich finde, wir sind auf der Zeche sehr rührselig. 60 Hektar sind in der Vermarktung, wir haben mehr als 30 Firmen ansiedeln können.“ Für die Maschinenzentrale habe es schon 20 bis 25 Anfragen gegeben.

Offener Dialog mit Unternehmern und Einzelhändlern

Ein Gerücht aus der türkischen Gemeinschaft, dass Huerkamp türkische Hochzeiten auf der Zeche ablehne, brachte Maria Kessing aufs Tapet. Dem trat der Chef der Projektgesellschaft Westfalen entschieden entgegen. Er wisse nicht, woher das komme.

Was die Steigerung der Kaufkraft in Ahlen angehe, aber auch die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftsleistung, will Huerkamp einen „offenen Dialog mit den Unternehmern und Einzelhändlern führen“, um zu wissen, wo man Hebel am besten ansetzen kann. „Eine schlagkräftige WFG kann das umsetzen.“

Ohnehin sieht Huerkamp „die Marke Ahlen“ derzeit zu schwach besetzt. „Wir müssen sie selbstbewusster nach außen tragen.“ Und so integrierte der SPD-Kandidat bei seiner „Vision für Ahlen im Jahr 2030“ bewusst das bereits in den 1970er Jahren erfolgreich eingesetzte Attribut „mammutstark“. Daneben solle Ahlen eine „Stadt der Vielfalt“ sein – im Gewerbe, im Einzelhandel, im Miteinander der Kulturen.

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