Rat: Parteien wollen bei wichtigen Themen weiter Konsens suchen
Eigeninteressen sollen zurückstehen

Montag, 14.09.2020, 17:10 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 17:37 Uhr
Am Tag nach den Kommunalwahlen machen einige Plakate den Eindruck dass sie ihre beste Zeit hinter sich haben.
Am Tag nach den Kommunalwahlen machen einige Plakate den Eindruck dass sie ihre beste Zeit hinter sich haben. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

FDP-Fraktionschef Jens Kröger formulierte es so: „Wir machen alle Kommunalpolitik für Lengerich. Da wird niemand sein eigenes Süppchen kochen.“ Das könne er für die Liberalen fest zusagen, und er sei optimistisch, dass auch bei den anderen Parteien nach dieser Maxime gehandelt werde, „bei allen Meinungsverschiedenheiten, die es natürlich auch geben wird und geben muss“.

Den Erwartungen der Wähler gerecht werden, das verbirgt sich sicher auch hinter den stolzen 24,3 Prozent, die die Grünen eingefahren haben. Gerade in Hohne, wo die Partei in Person von Marion Krasting eines von zwei Direktmandaten geholt hat. Der Dauerbrenner Dyckerhoff/Teuto habe dabei natürlich eine Rolle gespielt, so Grünen-Sprecher Dennis Schmitter. „Aber auch das Gefühl, dass sich dort viele von der Entwicklung der Stadt abgehängt fühlen.“

Dieses Thema, glaubt er, werde sicher mit allen anderen Fraktionen gemeinsam angepackt. Aber selbst beim konfliktträchtigen Kalkabbau, sagt Schmitter, könne er sich eine gemeinsame Linie des Rates (der keine Entscheidungsbefugnis hat) vorstellen.

Der Ausgang der Wahl in Hohne (SPD 33,3 Prozent, Grüne 34,9 Prozent) schmerze, das gibt Lengerichs SPD-Chef Björn Schilling unumwunden zu. Alles in allem könnten die Sozialdemokraten angesichts der bundes- und landespolitischen Begleitumstände und der Tatsache, dass eine niedrige Wahlbeteiligung „traditionell zulasten der SPD geht“, aber noch ganz zufrieden mit den 34,1 Prozent sein, die es am Ende geworden sind – und mit zwei Direktmandaten, die man in der Stadt für den Kreistag gewonnen habe.

Der Einbruch um fast zehn Prozent falle zwar etwas höher aus, als er erwartet habe. Aber an der inhaltlichen Ausrichtung der SPD vor Ort werde das nichts Wesentliches ändern. In Bezug auf Dyckerhoff heiße das beispielsweise, dass 400 Arbeitsplätze mit dem Werk verbunden seien. Dieser Fakt werde weiter Berücksichtigung finden, auch wenn über den Kalkabbau „in der Fraktion sehr kontrovers diskutiert worden ist“.

Den Erfolg der Grünen, die in etwa das hinzugewonnen haben, was die SPD verloren hat, erklärt Schilling unter anderem damit, dass es „en vogue“ sei, die Partei zu wählen.

„Handlungsbedarf in Hohne ist definitiv da.“ Mit diesen Worten kommentiert der Lengericher CDU-Vorsitzende Maik Wagner die besondere Konstellation im östlichen Stadtteil. Seine Partei werde sich dem noch mehr zuwenden als bisher. Alles in allem wolle sich die Union aber den Punkten widmen, die sich im Wahlprogramm finden. Und man werde weiter an der personellen Erneuerung arbeiten, auch wenn es in die neue Fraktion nur zwei Personen geschafft haben, die bislang noch nicht im Rat waren. „Vielleicht geht da etwas über die Ausschüsse.“

Insgesamt gibt es im neuen Rat zwölf personelle Veränderungen. Von den 32 Ratsmitgliedern (plus Bürgermeister) sind wie bisher elf Frauen (34 Prozent). Den höchsten Anteil verzeichnen die Grünen (50 Prozent) gefolgt von der SPD (45 Prozent) und der CDU (18 Prozent). Die beiden Ratsmitglieder der FDP sind Männer (Kerstin Glindmeyer ist nicht mehr dabei). Das Durchschnittsalter im Kommunalparlament liegt bei 52,8 Jahren. Die jüngsten Mitglieder sind mit 22 Jahren Philippa Fronk von der SPD und Marcel Lammerskitten von der CDU. Ältestes Mitglied ist Ulrich Weiß (75 Jahre).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7584659?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F7491863%2F
Nachrichten-Ticker