Ein Blick auf die Ergebnisse der Kommunalwahl
Das Ende der politischen Thronherrschaft in Schöppingen

Schöppingen -

Wie sehr eine Kommunalwahl an Personen hängen kann, zeigte das Ergebnis im Wahlbezirk neun (Haverbeck). Bei der Schöppinger Kommunalwahl gab es einige Überraschungen.

Montag, 14.09.2020, 19:25 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 18:26 Uhr
Zwar zog Jule Fuchs (vorne) nicht für die UWG in den Gemeinderat ein, ihre 34,95 Prozent im Wahlbezirk gegen den CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Helmut Möllenkotte (39,1 Prozent), Jürgen Holste (SPD) und Manfred Epping (Grüne) waren für sie ein sehr gutes Ergebnis.
Zwar zog Jule Fuchs (vorne) nicht für die UWG in den Gemeinderat ein, ihre 34,95 Prozent im Wahlbezirk gegen den CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Helmut Möllenkotte (39,1 Prozent), Jürgen Holste (SPD) und Manfred Epping (Grüne) waren für sie ein sehr gutes Ergebnis. Foto: Rupert Joemann

Der fest in Haverbeck verwurzelte Werner Meiners (UWG) gewann das Direktmandat mit 53,94 Prozent. Die junge CDU-Kandidatin Anne Wissing, die erstmals antrat, landete mit 28,22 Prozent auf dem zweiten Rang. Bei der vergangenen Kommunalwahl ging der Wahlbezirk noch mit einem Stimmenanteil von 60,99 Prozent an CDU-Mitglied Ursula Uphoff.

Dass es die CDU dieses Mal schwierig hatte, erfuhren Julia Roters und Alfons Wissing. Beide mussten einen deutlichen Rückgang im Wahlergebnis hinnehmen, auch wenn sie den Einzug in den Gemeinderat als Direktkandidaten schafften. Roters sackte im Vergleich zur vergangenen Wahl vor sechs Jahren von 71,07 auf nunmehr 46,53 Prozent ab. Das entspricht einem Rückgang von rund 25 Prozentpunkten. Etwa 14 Prozentpunkte fiel das Ergebnis von Alfons Wissing schlechter aus. Statt 76,59 Prozent erreichte er dieses Mal 62,05 Prozent, was dennoch immerhin das zweitbeste Wahlergebnis in den elf Wahlkreisen war.

Das beste Einzelergebnis erreichte Antonius Alfert. Der CDU-Ratsherr holte 73,05 Prozent im Wahlbezirk sieben – Ramsberg, Heven, Herrenkämpe, In den Kämpen.

CDU Schöppingen/Eggerode verliert absolute Mehrheit

Angesichts des Verlustes der absoluten Mehrheit erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Holger Benölken am Wahlabend, dass man sich zusammensetzen und die Ergebnisse analysieren werde. Danach wolle die CDU wieder anpacken, „um in den kommenden Jahren das Beste für Schöppingen zu erreichen. Das wollen wir schließlich alle“, sagte Benölken.

Den Einzug in den Gemeinderat verpasst hat Jule Fuchs (UWG) knapp. Dennoch erreichte sie ein glänzendes Resultat. Die 23-Jährige holte im Wahlbezirk sechs (Stadt-Süd) 34,95 Prozent. Vor ihr lag nur der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Helmut Möllenkotte (39,10 Prozent). Fuchs, die sich erstmals um ein Direktmandat bewarb, ließ die erfahrenen Lokalpolitiker Jürgen Holste (SPD/12,11 Prozent) und Manfred Epping (Grüne/10,03 Prozent) weit hinter sich.

Jule Fuchs (UWG) verpasst knapp ein Direktmandat

Vereint war die Opposition darin, dass sie die absolute Mehrheit der CDU geknackt hat. „Dies geschah zum letzten Mal 1989“, so der UWG-Fraktionsvorsitzende Horst Emmrich. Er zeigte sich zufrieden, dass die UWG zweitstärkste Fraktion bleibe. Er bedauerte jedoch, dass „wir nur in drei Wahlkreisen den Direktkandidaten stellen können“. Das lag möglicherweise an der Reduzierung von 13 auf elf Wahlbezirke.

Auch für Frank Dostal, der für die Grünen zum ersten Mal in den Rat einzog, war das Kippen der absoluten CDU-Mehrheit „ein ganz wichtiger Aspekt, damit die Thronherrschaft aufhört“. Er zeigte sich überzeugt, dass seine Fraktion durch das dritte Mandat künftig „noch effektiver arbeiten“ werde.

Wir haben unser wichtigstes Ziel, in Fraktionsstärke in den Gemeinderat einzuziehen, erreicht.

Rüdiger Kremser, SPD-Ortsvereinsvorsitzender

Zufrieden mit dem Wahlergebnis war auch der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Rüdiger Kremser. „Wir haben unser wichtigstes Ziel, in Fraktionsstärke in den Gemeinderat einzuziehen, erreicht“, sagte Kremser am Montag. Er kann sich vorstellen, dass es keine feste Koalition geben werde, sondern, „dass man sich themenabhängig immer wieder andere Konstellation suchen“ werde.

Ganz froh war Wolfgang Wenzel, dass die FDP wieder den Einzug in den Gemeinderat geschafft hat, nach die Liberalen zuletzt nur zuschauen konnten. Wenzel war mit den erreichten 3,7 Prozent zufrieden. Mehr habe die FDP nicht erreichen können, „da wir drei Wahlbezirke nicht besetzen konnten“. Wenzel selbst wird die FDP im Gemeinderat vertreten und dabei seine „Gedanken mit einfließen lassen“. Grundsätzlich sei der FDP Bürgernähe ganz wichtig.

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