Stichwahl in Münster
Todeskino gewinnt in der Mitte – Lewe in den Außenstadtteilen

Münster -

Münster hat den alten Oberbürgermeister wieder gewählt. Hier ein Blick in die Ergebnisse:

Montag, 28.09.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 15:31 Uhr
Gratulation in Corona-Zeiten: Gewinner Markus Lewe (l.) und der knapp geschlagene Peter Todeskino begrüßen sich im Rathaus von Münster.
Gratulation in Corona-Zeiten: Gewinner Markus Lewe (l.) und der knapp geschlagene Peter Todeskino begrüßen sich im Rathaus von Münster. Foto: Matthias Ahlke

Was Wahlbeteiligung alles ausmacht: Mit 68 817 Stimmen kam der wiedergewählte Oberbürgermeister Markus Lewe vor zwei Wochen auf 44,6 Prozent der Stimmen, bei der gestrigen Stichwahl bescherten ihm 69.705 Stimmen gleich 52,6 Prozent und damit die absolute Mehrheit. Die Wahlbeteiligung war zwischenzeitlich von 63 auf 53,9 Prozent gesunken. Das ist bei Stichwahlen üblich, weil zahlreiche Wähler nur ungern gleich zwei Mal in 14 Tagen zur Wahlurne marschieren.

Angesichts der immer wiederkehrenden Debatten über die Sinnhaftigkeit von Stichwahlen kann sich Oberbürgermeister Markus Lewe darüber freuen , dass es ihm gelungen ist, nicht nur prozentual, sondern auch in absoluten Zahlen sein Wahlergebnis verbessert zu haben, und zwar um 888 Stimmen.

Todeskino legte um Stimmen zu

Bei der Stichwahl standen der SPD-Kandidat Dr. Michael Jung und der Linke Ulrich Thoden nicht mehr auf dem Stimmzettel. Die Vermutung liegt nahe, dass der Herausforderer Peter Todeskino einen Großteil der „verwaisten“ Stimmen für sich gewinnen konnte. Auf jeden Fall legte er bei der Stichwahl um satte 18.846 Stimmen zu. Und das, obwohl auch er mit der deutlich gesunkenen Wahlbeteiligung fertig werden musste. In absoluten Zahlen wurden am Sonntag 21.934 gültige Stimmen weniger gezählt als vor zwei Wochen.

Die Tendenz im Wahlverhalten ist jedoch unverändert: Todeskino gewann in den grünen Hochburgen, Lewe in den schwarzen . Das heißt im Detail: Von den 13 Wahlbezirken im Stadtbezirk Münster-Mitte gewann Todeskino zwölf. Gleich vier Mal schaffte er dabei Werte von über 60 Prozent. Und das in den Bezirken Herz-Jesu, Pluggendorf/Bahnhof, Schützenhof/Hafen und Geist/Pluggendorf. Der einzige Innstadt-Wahlkreis, der an Lewe ging, war Düesberg.

Die Oberbürgermeister-Stichwahl in Bildern

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  • Gratulation an den Wahlsieger: Peter Todeskino (Grüne, r.) gratuliert Oberbürgermeister Markus Lewe zur Wiederwahl.

    Foto: hpe
  • Ellbogengruß statt Handschlag: Die Gratulation an den Wahlsieger erfolgte coronakonform.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Auszählung der Stimmen bei der Oberbürgermeister-Stichwahl (hier die Wahlbriefumschläge im Schlaungymnasium) war spannend.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Rathaus wurden die Zwischenergebnisse auf einer Leinwand verfolgt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Viele Bürger waren gekommen, um das Geschehen vor Ort live zu verfolgen.

    Foto: hpe
  • Auf einer Leinwand wurden die Zwischenergebnisse der Auszählung dargestellt. Und auch wenn der Kandidat der Grünen zwischenzeitig vorne lag,...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... musste Peter Todeskino (r.) am Ende doch Markus Lewe zum Wahlsieg gratulieren. Lewe holte 52,6 Prozent der Stimmen, Todeskino entsprechend 47,4.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Markus Lewe und seine Ehefrau Maria freuen sich über den Wahlsieg.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Lewe: „Ich bin sehr erleichtert und freue mich über das Ergebnis, auch wenn es knapp ist.“

    Foto: hpe
  • Trotz der Niederlage war Todeskino nicht niedergeschlagen: „Ich hätte natürlich gerne gewonnen, aber ich bin nicht enttäuscht. Auf das Ergebnis kann ich stolz sein.“

    Foto: hpe
  • Im Stadtbezirk Münster-Mitte lag Todeskino in zwölf von 13 Wahlbezirken vor Lewe, der wiederum in den Außenbezirken punkten konnte.

    Foto: hpe
  • Robert von Olberg (r.,SPD) zieht am 27.09.2020 in der Bürgerhalle des Rathauses den imaginären Hut vor der Leistung von Wahlverlierer Peter Todeskino.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Die Grünen hatten das Marktcafé gebucht. Mit Spannung wurde das Geschehen hier verfolgt.

    Foto: hpe
  • Als Todeskino aus dem Rathaus auf den Prinzipalmarkt tritt, wird er von einem Pulk jubelnder Anhänger empfangen.

    Foto: hpe
  • Im Marktcafé blickte Todeskino schon nach vorn: „Beim nächsten Mal treten wir mit einer grünen Oberbürgermeister-Kandidatin an, dann schneiden wir noch besser ab.“

    Foto: hpe
  • Gelöste Stimmung herrschte bei der Wahlparty der CDU vor dem Stadtcafé.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ganz coronakonform war der Freudentaumel im CDU-Lager nicht zu jeder Minute.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Lewe stieß mit seinen Anhängern auf seine nun dritte Amtszeit an.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Und die könnte durchaus schwierig werden. Denn im Rat, dem CDU-Mann Lewe weiter vorsteht, ist ein Mehrheitsbündnis des linken Lagers durchaus denkbar.

    Foto: Matthias Ahlke

Lewe knackte elf Mal die 60-Prozent-Grenze

Im Gegenzug hatte Lewe in allen – bis auf drei – Wahlbezirken am Stadtrand die Mehrheit. Er knackte gleich elf Mal die 60-Prozent-Grenze, und zwar in Kinderhaus-Ost/Sprakel, Handorf, Wolbeck, Angelmodde, Berg Fidel, Hiltrup-Ost, Hiltrup-Mitte, Amelsbüren, Albachten, Roxel und Nienberge. Sein bestes Ergebnis erzielte der Amtsinhaber in Amelsbüren, der Herausforderer in Pluggendorf/Bahnhof.

Dass trotz dieser vielen Lewe-Hochburgen der Amtsinhaber im Endergebnis „nur“ 5,2 Prozentpunkte vor dem Herausforderer landete, hängt damit zusammen, das die Wahlbeteiligung über das Stadtgebiet hinweg sehr unterschiedlich ausgefallen ist. Die beiden Wahlbezirke mit der höchsten Wahlbeteiligung (Kreuzviertel und Mauritz-Mitte) gingen an Todeskino, die Lewe-Hochburg Amelsbüren hingegen kam nur auf 47,6 Prozent Wahlbeteiligung.

Interessant ist, dass sich das Abstimmungsverhalten der Briefwähler nur marginal vom Abstimmungsverhalten derer unterschieden hat, die an der Urne ihre Stimme abgegeben haben. Der Unterschied beträgt nur 1,2 Prozentpunkte.

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