Sa., 10.01.2015

Fotos und Videos Prinzenproklamation 2015: Ein atemloses Versteckspiel

Fotos und Videos : Prinzenproklamation 2015: Ein atemloses Versteckspiel

Hunderte Narren feierten am Samstagabend das neue Grevener Prinzenpaar Udo Laufmöller / Caroline Wentker und das Showprogramm mit Sammy Tavalis und vielen anderen. Foto: Gunnar A. Pier

Greven - Mit einem rund vierstündigen närrischen Programm wurde am Samstagabend der Thronwechsel im Grevener Karneval gefeiert. In der Rönnehalle lüftete die Karnevalsgesellschaft Emspünte das Geheimnis und stellte Stadtprinz und Püntenmariechen für die neue Session vor. Die Namen waren für die meisten im Saal eine Überraschung.

Von Peter Beckmann

Nein, Theo Mulder , selbst 18 Jahre in der KG Emspünte aktiv und diesmal zum ersten Mal im Publikum sitzend, weiß es nicht. „Nein, ich habe keine Ahnung, wer der neue Karnevalsprinz ist“, sagt er, fügt aber hinzu, dass er da so eine Ahnung habe. (Eine falsche, wie sich später herausstellt). Und: In seinen 18 aktiven Jahren habe er nur einmal richtig gelegen.

Auch der Versuch der Presse, vor der offiziellen Proklamation den neuen Prinz und die neue Pünte in der Umkleidekabine 2 der Rönnehalle zu besuchen, scheitert. Klopfen hilft nichts, auch Lauschen nicht, in der Kabine herrscht atemlose Ruhe. Und der Tipp von Sitzungspräsident Jo Schreiber erweist sich auch als Ente. Die angebliche Handy-Nummer der neuen Pünte erweist sich als falsch, dort meldet sich nur der Notdienst der Stadtwerke. Und so mussten die Grevener Narren und auch die Presse warten, bis dann endlich das Geheimnis gelüftet wurde.

Doch vorher ging es schon mal richtig karnevalistisch zur Sache. „De Froende“ aus dem karnevalistischen Speckgürtel rund um Köln und Düsseldorf heizten dem Publikum sofort kräftig ein. Bei „Schenk mir Dein ganzes Herz“ stand der nicht ganz ausverkaufte Saal. Aber die sieben Jungs hatten es eilig. „Wir müssen zurück in die Heimat“, sagt der „Rowdy“ der Gruppe und schaut dabei ein bisschen wehmütig ins Publikum. „Schon komisch, hier ist ja niemand verkleidet.“ Da kannte er den westfälischen Karneval wohl noch nicht und hatte sicher auch den jecken Mann mit der roten Pappnase übersehen.

Auch Horst und Ewald hatten Termin-Stress, ließen sich das aber bei ihrer Show nicht anmerken. Ein Blues von Gary Moore auf dem Alpenhorn, der witzige Dialog über das schwache Geschlecht, und ein dickes Kompliment. „Das schönste, was es im Leben für mich gibt, ist der Karneval bei der KG Emspünte.“ Da wurde der auf etwa 30 Köpfe aufgestockte Elferrat förmlich rot.

Dann gab es tatsächlich etwas Lokalkolorit, der doch von vielen schmerzlich vermisst wurde. Die Grevener Tanzgruppe „Die Springmäuse“ begeisterte mit toller Choreographie und anmutigem Tanz. Und: Sie hatten sogar ein Geburtstagkind in ihren Reihen.

Dann endlich die Erlösung: Udo I. Laufmöller – vielen Grevener noch als Inhaber des Fahrradgeschäftes Lautec an der Alten Münsterstraße bekannt – zog zusammen mit Pünte Caroline Wentker – sie hat am Dienstag übrigens Geburtstag – unter lauten Ooohs und Aaaahs in den Saal ein. Und er versprach den Grevener Narren eine „atemlose“ Narrenzeit. „Wer mich kennt, weiß was damit gemeint ist.“

Eine Frau, ein Inder, ein Baby – Sammy Tavalis zeigte sich im Anschluss sehr wandlungsfähig und hatte die Lacher bei der Travesti-Übung mit Zuschauer Dieter Frauning auf seiner Seite.

Absoluter Höhepunkt war dann aber der Auftritt der Tanzmäuse, die eine akrobatische Vorführung hinlegten. „Das ist Hochleistungssport“, staunte ein Zuschauer, der Saal tobte und Jo Schreiber kniete nach der Zugabe gar nieder, zog seinen Hut. „Das ist ganz, ganz großes Kino.“



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