Di., 26.05.2015

Neues EFI-Projekt Ein Eiland als Patenkind

 Gabriele Güngördü (links) und Edeltraud Maaß werben für die kleine Insel in der Ägäis.

Gabriele Güngördü (links) und Edeltraud Maaß werben für die kleine Insel in der Ägäis. Foto: Monika Gerharz

Greven - 

Gökceada ist eine Insel in der Ägäis. Gabriele Güngördü und Edeltraud Maaß wollen das kleine, vom Tourismus weitgehend unberührte Eiland in Greven bekannt machen und hoffen auf Paten- und Partnerschaften.

Von Monika Gerharz

Gabriele Güngördü sah – und war verliebt. Nein, kein Herzensbrecher hatte die Grevenerin erobert. Eine kleine Insel im Mittelmeer, mit weniger Einwohnern als Saerbeck, gefiel ihr so gut, dass sie ihren Mann überredet hat, dort ein Haus zu kaufen. Und jetzt spielt das kleine türkische Eiland die Hauptrolle in einem EFI-Projekt in Greven (siehe Kasten). „Ich möchte der Insel damit etwas zurück geben“, sagt Güngördü.

Die Insel heißt Gökceada, hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, war in der Antike schon besiedelt, dann lange osmanisch, einige Zeit griechisch und gehört nun zur Türkei. Die Folge: „Es gibt dort mehr Kirchen als Moscheen“, sagt Güngördü. Und nach Zeiten von Spannungen leben die knapp 8000 Einwohner recht friedlich zusammen. Der Tourismus spielt noch keine große Rolle – damit ist die Insel verlockend für Reisende, die das Ursprüngliche suchen. „Ich bin niemand, der Hotelurlaube à la Neckermann bevorzugt“, sagt Edeltraud Maaß, eine der drei Mitstreiter, die Gabriele Güngördü bei EFI für ihr Anliegen gefunden hat. Sie fährt mit Gabriele Güngördü demnächst auf die Insel, um Kontakte zu knüpfen. „Bei einer Frauengruppe besteht schon Interesse“, sagen die beiden. „Aber vielleicht sind auch Schulpatenschaften möglich.“

Neben solch institutionellen Kontakten ist der EFI-Gruppe daran gelegen, die Insel und ihre vielfältigen Möglichkeiten überhaupt bekannt zu machen. „Es gibt Berge bis etwa 700 Meter, man kann wandern, tauchen und sehr gut surfen“, sagt Güngördü. Die Menschen lebten vom Wein- und Olivenanbau, von Viehwirtschaft und der Fischerei und bisher von bescheidenem Tourismus. Der Vorteil: Man kann dort, anders als in den Bettenburgen am Festland, die unverfälschte türkische Kultur kennen lernen. „Ich habe keine Lust, im Urlaub Menschen aus Köln und Düsseldorf kennen zu lernen“, sagt Edeltraud Maaß. Sie ist im Urlaub am liebsten mit dem Rucksack unterwegs oder beteiligt sich an sozialen Projekten in Guatemala. „Mir ist es wichtig, dass ich die Kultur vor Ort kennen lerne.“

Nach der ersten Kontaktsuche vor Ort wird de EFI-Gruppe „Gökceada“ beim Reisestammtisch, der ebenfalls von einer EFI-Gruppe gegründet worden ist, zunächst einmal die Insel vorstellen. „Das ist unser Probelauf“, sagt Edeltraud Maaß. Man werde sich aber auch gerne von Vereinen und Verbänden für Vorträge einladen lassen. Und vielleicht werde man eines Tages sogar eigene Urlaubsangebote mit Partnern vor Ort zusammenstellen – von Yoga- bis Kochwochen sei vieles denkbar. „Aber das ist noch Zukunftsmusik“, sagen die beiden Frauen.



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