Biotonne wird kontrolliert
Klassenziel nicht erreicht

Greven -

Der Biomüll aus Greven ist alles andere als bio. Das hat sich jetzt bei Kontrollen im Kompostwerk des Kreises in Saerbeck heraus gestellt. Deshalb sind jetzt die Müllkontrolleure unterwegs.

Dienstag, 05.04.2016, 14:07 Uhr aktualisiert: 05.04.2016, 14:30 Uhr
 
  Foto: Axel Roll

Greven hat das Klassenziel nicht erreicht, hat miserabel abgeschnitten bei den Kontrollen in Saerbeck . Dort, im Bioenergiepark, wird der Bioabfall aus dem gesamten Kreis abgeliefert und kompostiert. Und der Grevener Bioabfall war durchsetzt mit Plastiktüten und anderen Fremdstoffen. Und deshalb werden seit gestern die Biotonnen kontrolliert.

Bernhard Gringel , Abwasserexperte bei den Technischen Betrieben Greven (TBG), ist ratlos. „Ich habe keine Ahnung, warum die Grevener das richtige Befüllen der Biotonne nicht auf die Reihe bekommen“, sagt er. Das Grundverständnis sei doch da. „Doch trotzdem klappt es nicht.

Das größte Problem seien die Plastiktüten. „Aldi, Lidl, Netto, Edeka – da kann man das ganze Sortiment beobachten“, verdeutlicht Gringel. Und das finden die Mitarbeiter der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST), die die Kompostierungsanlage in Saerbeck betreibt, gar nicht lustig und drohen damit, Fuhren mit zu hohem Anteil an Störstoffen als Restmüll zu entsorgen – was dann gleich mal mehr als drei Mal so teuer ist..

Und deswegen ist jetzt ein Mitarbeiter der TBG unterwegs und kontrolliert die Biotonnen. Aktion „Saubere Biotonne“ nennt sich das. Alle Haushalte sind aufgerufen, diese Aktion zu unterstützen und dazu beizutragen, dass der in den Biotonnen gesammelte Bioabfall zu Qualitätskompost verarbeitet werden kann.

In die Biotonne gehören ausschließlich Abfälle, die biologisch abbaubar sind, also Speisereste und –abfälle sowie Gartenabfälle. Die Bioabfälle, die in Greven eingesammelt werden, verwertet der Kreis Steinfurt in seiner Kompostanlage in Saerbeck. Der Kompost, der dort gewonnen wird, trägt ein Gütezeichen, seine Qualität wird ständig überwacht.

Eine Untersuchung hat ergeben, dass der Biomüll aus Greven stark verunreinigt ist. Eine Tonne Bioabfall enthält rund 100 Kilo nicht kompostierbare Stoffe.

Damit der Biomüll kompostiert werden kann und nicht als Restmüll teuer entsorgt werden muss, muss die Qualität verbessert werden. Darum beteiligt sich die Stadt Greven an der Aktion „Saubere Biotonne“ des Kreises und führt die Kontrollen durch. Biotonnen, die ausschließlich mit kompostierbaren Abfällen gefüllt sind, werden mit einer grünen „Lobkarte“ versehen. Biotonnen, in denen Plastiktüte oder andere Abfälle gefunden werden, die nicht kompostierbar sind, werden mit einer gelben Ermahnungskarte gekennzeichnet. Sollte bei einer nächsten Kontrolle erneut festgestellt werden, dass nicht kompostierbare Abfälle enthalten sind, so gibt es die „Rote Karte“: die Tonne wird nicht geleert. Gravierende Verstöße werden direkt mit einer roten Karte gekennzeichnet. Die Leerung der Tonne unterbleibt.

Wie können die Bürger die Aktion „saubere Biotonne“ unterstützen? „Füllen Sie bitte nur kompostierbare Abfälle in die Biotonne. Verwenden Sie Papiertüten oder kompostierbare Biomülltüten. Trennen Sie die Abfälle und nutzen Sie in Zweifelsfällen die Restmülltonne“, heißt es in der Presseinformation der TBG.

Und Bernhard Gringel hat noch ein Anliegen. „Viele nutzen die Biotonne nur für Hausabfälle. Dabei ist es durchaus auch wirtschaftlich sinnvoll eine größere Tonne zu nehmen und darin auch die Gartenabfälle zu entsorgen.“ Guter Nebeneffekt: Befinden sich mehr Gartenabfälle in der Tonne, sinkt natürlich auch der prozentuale Anteil der Störstoffe. Ein Trick, der dazu beitragen kann, dass Greven irgendwann doch noch das Klassenziel erreicht.

Zum Thema

Weitere Informationen und eine beispielhafte Aufstellung, was in die Biotonne gehört und was nicht, gibt es im Internet unter www.greven.net/biotonne .

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3911347?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker