Stadtplanung soll umgebaut werden
Die Rathaus-Baustelle

Greven -

Greven expandiert – und die Stadtplanung hat Mühe, alle wirklichen und symbolischen Baustellen in den Griff zu bekommen. Nun ist offenbar ein Verwaltungsumbau geplant.

Donnerstag, 04.05.2017, 16:32 Uhr
Das Rathaus eine Baustelle:  Das gilt nicht nur für das sanierungsbedürftige Gebäude, sondern auch für den Bereich der Stadtentwicklung und Stadtplanung.
Das Rathaus eine Baustelle:  Das gilt nicht nur für das sanierungsbedürftige Gebäude, sondern auch für den Bereich der Stadtentwicklung und Stadtplanung.

Das sind nicht nur Meldungen aus dem Rathaus-Flurfunk. Vom „Kaltstellen des Stadtplaners“ ist die Rede, von einer „desolaten Situation“, gar von einer „Katastrophe“. „Wir wollen unseren Technischen Beigeordneten wieder haben“ lautete gar der Retro-Tenor eines Fraktionsantrags vor ein paar Wochen. Ein Antrag, der allerdings ganz rasch wieder in den Schubladen verschwand. Was seitdem aber klar ist: Der Bereich Stadtentwicklung und Planung ist eine große Baustelle.

Offizielle Stellungnahmen aus dem Rathaus sind nicht zu kriegen. Trotzdem zeichnet sich ganz konkret ein Umbau dort ab, der viel mit den wachsenden Aufgaben im Bereich der Stadtentwicklung zu tun hat, der aber auch deswegen dringend notwendig wird, weil binnen kurzer Zeit drei Mitarbeiter aus dem Bereich Stadtplanung aus unterschiedlichen Gründen (wir berichteten) die Segel gestrichen haben.

Dass die Wiedereinführung des Technischen Beigeordneten für die Stadt nicht der Weisheit letzter Schluss ist, machte die Verwaltung selbst den Antragstellern von „Reckenfeld direkt“ deutlich. „Flache Hierarchien mit einer übersichtlichen Struktur der Führungsebene“ zeichnen nach Einschätzung von Klaus Hoffstadt – zitiert aus der entsprechenden Vorlage – die Verwaltung der Stadt Greven aus. Zudem würden Personalkosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro für einen Technischen Beigeordneter (Amtszeit acht Jahre) entstehen.

Die Wiedereinführung des Technischen Beigeordneten ist vom Tisch, nicht aber der notwendige Umbau der Verwaltung für die Bereiche Stadtentwicklung und Stadtplanung. Wie die Zeitung aus zuverlässiger Quelle erfuhr, soll der Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt unter der Leitung von Christian Jakob künftig einem neuen Fachbereich zugeordnet werden. Bislang eher als fachlicher Fremdkörper im juristisch geprägten Fachbereich „Bürgerdienste und Recht“ von Rechtsrat Uwe Kunze verankert, würde die Stadtplanung unter das Dach eines neu zu schaffenden Fachbereiches wandern.

„Stadtentwicklung“ würde das neue Verwaltungskind im Organigramm der Stadt heißen. Ein Kind, das wohl auch einen neuen Chef braucht. Der soll nach Informationen unserer Zeitung demnächst per Stellenanzeige gesucht werden.

Was offensichtlich eben einige Politiker auf den Plan ruft, die ein „Kaltstellen des Stadtplaners“ befürchten. Nach Informationen dieser Zeitung könnten Details zu Stellenausschreibung und Finanzierung schon im Haupt- und Finanzausschuss Ende Mai auf dem Tisch liegen.

Die neu zu schaffende Stelle könnte, so war zu hören, zum Teil finanziert werden durch eine andere Stelle, die einen kw-Vermerk trägt (kann wegfallen). Sie betrifft den ehemaligen Planungsamtsleiters Klaus Dieter Kotz-Lörper, der im kommenden Jahr ausscheiden wird.

In der Politik selbst gibt es unterschiedliche Auffassungen zur künftigen Rolle von Stadtplaner Christian Jakob. Vorzügliche fachliche Kompetenz würden ihn für die neue Fachbereichsleitung prädestinieren, sagen die einen. Aber auch Zweifler melden sich zu Wort, die Defizite in Punkto Kommunikation und Teamfähigkeit feststellen.

Die Politik kann mitdiskutieren und Vorschläge unterbreiten. Die Entscheidungshoheit liegt in dieser Personalfrage aber allein beim Bürgermeister.

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