Kulturrucksack
Rumtata mit dem Rapper

Greven -

Jugendliche für Kultur begeistern? Gar nicht so einfach. Bei der kreisweiten Aktion „Kulturrucksack“ versuchen es die Organisatoren mit ungewöhnlichen Angeboten an ungewöhnlichen Schauplätzen.

Donnerstag, 04.05.2017, 09:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2017, 17:09 Uhr
Ein Party-Bus verbindet die Stationen der Nachtschicht – nur eine der Aktionen, die Veranstalter und Sponsoren nun vorstellten. Auch eine Veranstaltung mit Rapper „Kayef“ und Naturerlebnis im Tipicamp sind im Angebot.
Ein Party-Bus verbindet die Stationen der Nachtschicht – nur eine der Aktionen, die Veranstalter und Sponsoren nun vorstellten. Auch eine Veranstaltung mit Rapper „Kayef“ und Naturerlebnis im Tipicamp sind im Angebot.

Die Zielgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen nehmen die Veranstalter des kreisweiten Projektes „Kultur-Rucksack“in Greven in den Blick. Für Kinder und Jugendliche in diesem Alter fehlt es mitunter an passgenauen Angeboten – das soll sich ändern.

Der Kultur-Rucksack ist deshalb reich bepackt mit Veranstaltungen an mitunter ungewöhnlichen Orten, die die Jungen und Mädchen ansprechen sollen. „Die Teilnahme an diesem Projekt macht es uns möglich, besondere Aktionen anzubieten, die sonst vielleicht nicht möglich wären“, freut sich Bürgermeister Peter Vennemeyer. Vor allem Kooperationen und Sponsoren trügen dazu bei. Man wolle mit den kostenlosen oder mindestens sehr günstigen Veranstaltungen Zehn- bis 14-Jährige ansprechen, „die ja nicht so eine große Affinität zum Thema Kultur haben“. Deshalb hole man die Jugendlichen dort ab, wo sie unterwegs seien, ergänzt Georg Dodt vom städtischen Team Jugendarbeit. Die junge Zielgruppe habe durchaus (von Erwachsenen mitunter belächelte) kreative Ausdrucksformen: Youtube, soziale Medien, Party, Musik, Tanzen, Sprayen und manches mehr. Beim Zusammenstellen des Programms habe man nicht nur gegen den Strich gedacht, sondern auch viele Jugendverbände und Vereine mit ins Boot geholt. Das soll nicht zuletzt auch gute Besucherzahlen garantieren.

► Der Verein „Draußenzeit“ und die Karderie laden gemeinsam dazu ein, sich mal wieder – Achtung! – mit der Natur auseinanderzusetzen. In den Sommerferien verbringen die Teilnehmer dreieinhalb Tage im Tipicamp Hembergen und erleben dort ganz bewusst reduzierten Komfort. Zudem gestalten sie „Land-Art“, also Kunstwerke aus Naturmaterialien – auch in der Innenstadt. Bei der Gestaltung der mit Natur-Kunst verzierten Bänke, Sicherungskästen oder anderer Dinge werden auch Passanten eingebunden.

► Die „Nachtschicht“ richtet sich dieses Jahr ausdrücklich an die Zwölf- bis 14-Jährigen (früher: über 14 Jahre). Am Samstag, 13 Mai, stehen von 18 bis 22 Uhr allerlei kreative Aktionen an ungewöhnlichen Orten auf dem Programm. Trommeln im Parkhaus, ein Auto demolieren (richtig gelesen!), Steinkunst unter der Emsbrücke, ein Horror-Foto-Shooting und vieles mehr ist in Vorbereitung. Ein Partybus verbindet die Standorte. Fachleute von Jugendamt und Caritas betreuen die Jugendlichen, so dass Eltern sie unbesorgt in diese Spätabends-Abenteuer entlassen können.

► Eine Bloggerin und eine Medienpädagogin begleiten Jugendliche im Juni in Reckenfeld auf dem Weg zum Youtube-Star. Filmische Kreativität wird so umgesetzt, dass Klicks und Likes sicher nicht ausbleiben werden.

► Der Spielmannszug Einigkeit Greven und Rapper „Kayef“ laden gemeinsam (!) ein, musikalisch neue Pfade zu beschreiten – Mischen im Tonstudio inklusive. Fast alles ist erlaubt. Welche Rolle Märsche und Rumtata spielen? Abwarten!

► Jugend und Graffiti geht immer: Chris Helmig wird mit Jugendlichen das Lifthaus gestalten – jenes noch weiße Gemäuer am Rathaus-Hintereingang, das den Parkdeck-Aufzug einkleidet.

► Die Tanzgruppe „Frozen Steps“, bestehend aus älteren Jugendlichen, bietet einen Workshop an, der sich über einen Monat erstreckt.

Der Kultur-Rucksack ist eine kreisweite Aktion, unterstützt von den Volksbanken im Kreis. Der Grevener Volksbank-Vorstand Dietmar Dertwinkel freut sich über die große Bandbreite der Veranstaltungen: „Kultur fällt nicht vom Himmel, sie entwickelt sich ständig weiter.“ Jugendliche hätten oft einen anderen Zugang. Das müsse man aufnehmen. Die kreisweite Abschlussparty findet am 20. Oktober im Ballenlager statt.

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