Künftig weniger Osterfeuer
Eine Frage der Tradition

Greven -

50 bis 60 Osterfeuer in Greven - sind sie alle als Brauchtum zu werten? Die Stadt hat ihre Zweifel und will die Zahl nun aus Umweltschutzgründen reduzieren.

Montag, 22.05.2017, 21:32 Uhr aktualisiert: 22.05.2017, 21:40 Uhr
Rund 50 bis 60 Osterfeuer werden in Greven (hier ein Bild aus Gimbte) jährlich abgebrannt. In anderen Städten mit vergleichbarer Größe sind es fünf bis zehn. Aus Gründen den Umweltschutzes wollen Land und Kommune nun eingreifen.
Rund 50 bis 60 Osterfeuer werden in Greven (hier ein Bild aus Gimbte) jährlich abgebrannt. In anderen Städten mit vergleichbarer Größe sind es fünf bis zehn. Aus Gründen den Umweltschutzes wollen Land und Kommune nun eingreifen. Foto: PF

In anderen Städten ähnlicher Größe sind es fünf bis zehn pro Jahr. In Greven dagegen werden jährlich 50 bis 60 Osterfeuer angemeldet – und sicher noch einige mehr tatsächlich abgebrannt. Auf jeden Fall seien es „extrem viele“, wie Uwe Kunze von der Stadtverwaltung nun im Umweltausschuss zusammenfasste. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass das nicht immer aus Gründen des Brauchtums geschieht.“

Doch eben dieser Anlass – nämlich die Brauchtumspflege – soll künftig das maßgebliche Kriterium sein, das bei der Genehmigung (oder eben der Nicht-Genehmigung) von Osterfeuern angelegt wird. Die Stadt will so die Genehmigung beschränken. Osterfeuer dürfen nach der neuen Satzung (die die Politik allerdings noch nicht verabschiedet hat) „nur von örtlichen Glaubensgemeinschaften, größeren Organisationen und Vereinen im Rahmen einer für jedermann zugänglichen öffentlichen Veranstaltung durchgeführt werden“.

Feinstaubbelastung steigt an

Private Freundeskreise und Nachbarschaften dürften es somit künftig deutlich schwerer haben, ihr Osterfeuer legal abzubrennen.

Klar ist: Es sollen deutlich weniger werden – das will das Land aus Umweltschutzgründen so und das will auch die Stadt aus den selben Gründen. „Kein Brauchtumsfeuer im Sinne dieser Verordnung sind Feuer, deren Zweck darauf gerichtet ist, pflanzliche oder sonstige Abfälle durch schlichtes Verbrennen zu beseitigen“, heißt es klar in der Satzung.

Doch nicht nur diese – verbotenen – Feuer sind eine Umweltbelastung, sondern auch ganz reguläre Osterfeuer mit dafür geeignetem Material sind es, zumindest in großer Zahl. Vor allem die Feinstaubbelastung steigt durch Osterfeuer spürbar an. Als Kommune, die sich dem Klimaschutz verpflichtet fühlt, muss und will Greven einschreiten.

Beratung über neue Satzung

Klare Vorgaben gibt es zum zugelassenen Brennmaterial: Es dürfen ausschließlich trockene pflanzliche Rückstände wie Hecken- und Baumschnitt sowie Schlagabraum verwendet werden. Zum Anzünden dürfen nur Stroh, Reisig oder unbehandeltes Holz eingesetzt werden. Der Gebrauch von Brandbeschleunigern ist verboten.

Dass gegen Letzteres verstoßen wurde hat offenbar auch dem durchaus traditionellen Osterfeuer am Anglerheim den Garaus gemacht, wie Kunze erläuterte.

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Über die neue Satzung soll nun in weiteren Ausschüssen (vor allem für die Bauerschaften nd Ortsteile) beraten werden, so dass interessierte Vereine bald Klarheit haben.

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