Mit dem Kontrolleur unterwegs
Den Biomüll im Blick

Greven/Saerbeck -

Der gesamte Biomüll des Kreises Steinfurt wird in einem modernen Werk in Saerbeck zu Kompost und Energie verarbeitet. Probleme bereiten dabei so genannte „Störstoffe“. Die Grevener gelten als größte Sortiermuffel des Kreises.

Montag, 22.05.2017, 20:00 Uhr
Blick in die Biotonne: Robert Hille kontrolliert in Greven die richtige Befüllung.
Blick in die Biotonne: Robert Hille kontrolliert in Greven die richtige Befüllung. Foto: Gunnar A. Pier

Neulich in der Fermenterhalle des Saerbecker Kompostwerks: Auf einem Wühltisch landet eine Radlader-Schaufel Biomüll. Spezialisten mit Mundschutz und Handschuhen pflücken das stinkende Material auseinander auf der Suche nach Stoffen, die in der Biotonne nichts zu suchen haben. Die Grevener gelten als größte Sortiermuffel des Kreises.

Der gesamte Biomüll des Kreises Steinfurt wird in einem modernen Werk in Saerbeck zu Kompost und Energie verarbeitet. Probleme bereiten dabei so genannte „Störstoffe“. Nicht nur mutwillig auf diese Weise entsorgter Sondermüll wie Autobatterien ist da gemeint, sondern auch Plastiktüten und Gläser, die vermutlich eher sorglos zwischen Spargelschalen und Rasenschnitt landen. Mehr als elf Prozent Störstoffe stellten die Kontrolleure im Grevener Biomüll bereits fest: Schlusslicht im Kreis.

„Je ländlicher eine Region ist, desto besser wird sortiert“, hat Nico Königkrämer von der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt festgestellt. Schlüssig also, dass es in Greven schlechter aussieht als in manchem Dorf. Bei der Kontrolle vor einigen Tagen lag die Quote unter zwei Prozent – die Probe kam aus einem Gebiet mit vielen Einfamilienhäusern. Die bereiten meist weniger sorgen.

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