Grevener Bäder und Grevener Verkehrs GmbH
Heißer September hilft den Bädern

Greven -

Dank des heißen Septembers geht es den Grevener Bädern besser als erhofft. Dennoch musste 2016 die Muttergesellschaft 1,349 Millionen Euro zuschießen, um die Verluste auszugleichen. Auch die Verkehrs GmbH braucht finanzielle Unterstützung – und hat mit dem FMO ein Risiko zu tragen.

Mittwoch, 24.05.2017, 06:00 Uhr
Ein volles Freibad im September 2016: In den zwei Wochen, die das Bad länger geöffnet hatte, wurden 5300 Tageskarten zusätzlich verkauft.
Ein volles Freibad im September 2016: In den zwei Wochen, die das Bad länger geöffnet hatte, wurden 5300 Tageskarten zusätzlich verkauft. Foto: Peter Beckmann

Alles im grünen Bereich bei den Grevener Bädern – sofern die Rutsche hält. So könnte man, ganz knapp, den Lagebericht zusammen fassen, der jetzt dem Haupt- und Finanzausschuss vorlag und den der Rat am 31. Mai genehmigen muss. Die Bäder haben 2016 rund 28 000 Euro mehr eingespielt als ein Jahr zuvor. „Hier wirkt sich im Wesentlichen der zusätzliche Verkauf von rund 5300 Tageskarten aufgrund der zweiwöchigen Verlängerung der Freibadsaison aus“, erinnert die Ratsvorlage an den heißen September 2016. Insgesamt haben im vorigen Jahr rund 149 000 Menschen das Hallen- und das Freibad besucht – 4200 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015.

Trotzdem: Kostendeckend arbeiten die Bäder damit noch lange nicht. 1,349 Millionen Euro musste die „Grevener Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH“ – die an diesem Konzern beteiligten Stadtwerke sorgen für die notwendigen Gewinne – für den Bäderbetrieb zuschießen. Die gute Freibadsaison hat einzig dazu beigetragen, dass der veranschlagte Zuschussbedarf etwas niedriger war als geplant. Aber weil die Stadtwerke ordentlich verdient haben, ist der Bestand der Bäder nicht gefährdet, zumal die vor elf Jahren beschlossenen Sanierungsmaßnahmen komplett erledigt sind.

Allerdings gibt es, wie erwähnt, den Pferdefuß Rutsche. „Noch tut sie ja unermüdlich ihren Dienst“, freut sich Stadtwerke-Chefin Andrea Lüke, die auch Chefin der Grevener Bäder ist. Aber wie lange das dauert, ist die Frage. „Es besteht das Risiko, dass die über 25 Jahre alte Rutsche aufgrund fehlender Ersatzteile beziehungsweise einer nicht mehr möglichen Ausbesserung außer Betrieb genommen werden muss“, heißt es im Chancen- und Risikobericht der Gesellschaft. Und die mangelnde Attraktivität des Hallenbades würde die Besucherzahlen im Hallenbad sofort drücken. „Bestandsgefährdende Risiken sind nicht ersichtlich, so lange die Jahresverluste . . . im Konzernverbund durch das Mutterunternehmen vertraglich ausgeglichen werden“, heißt es in der Vorlage. Marschrichtung sei kurzfristig auf jeden Fall, die Bäder so, wie sie sind, zu erhalten. Alles andere bedürfe politischer Beschlüsse.

Bei der Grevener Verkehrs GmbH sehen die Zahlen, wenigstens auf den ersten Blick, rosiger aus als bei den Bädern. Der Verlust, der von Gewinnen aus den Stadtwerken zu decken ist, beträgt gut 420 000 Euro – fast 170 000 Euro weniger als 2015. Grund dafür sind unter anderem Einsparungen beim Nahverkehr durch das neue Verkehrskonzept (wir haben berichtet) und erhaltene Fördergelder. Interessant: 2016 gab es 2293 Fahren des Anruf-Sammeltaxis – 646 Fahrten weniger als vor einem Jahr. Umgekehrt ist der Nachtbus ein Hit: 13 424 Fahrgäste nutzten das Angebot, 230 mehr als 2016.

Die Verluste des öffentlichen Nahverkehrs, das zeigt der Bericht, stellen für sich kein Problem dar, sollten die Stadtwerke nicht wider Erwarten in Turbulenzen geraten. Allerdings hat die Verkehrs GmbH ein Risiko ganz eigener Art: Den Flughafen, an dem sie beteiligt ist. Sollte sich der FMO deutlich schlechter entwickeln als erhofft, dann kann der Gesellschaft nur eines helfen: Greven muss in den Stadtsäckel greifen und zusätzlich Geld aus Steuermitteln zuschießen.

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