Greven ist Farbe
Wenn Multi-Kulti Alltag wird

Greven -

Am Donnerstag enthüllten die Initiatoren von Flüchtlingshilfe und muslimischer Gemeinde ihr Kunstprojekt „Greven ist Farbe“. Mitgemacht haben Junge und Alte, Bodenständige und bunte Vögel, bekannte Köpfe und stille Helfer. 29 Doppelporträts sind entstanden.

Freitag, 26.05.2017, 14:43 Uhr
Überglücklich bei der offiziellen Einweihung: Die Macher von Flüchtlingshilfe und muslimischer Gemeinde.
Überglücklich bei der offiziellen Einweihung: Die Macher von Flüchtlingshilfe und muslimischer Gemeinde. Foto: Stefan Bamberg

Multi-Kulti? Das ist für Christine und Adi Pande das Normalste der Welt. Kein Grund durchzudrehen. „Bei uns zu Hause Alltag“, erzählen die beiden – und sehen dabei einfach nur überglücklich aus. Sie Deutsche, er Inder, ein Urlaubsflirt in Lissabon, die Hochzeit, eine gemeinsame Zukunft in Greven (siehe Reportage Lokalseite 3). Internationale Geschichten von der Liebe, von Freundschaft, von Menschen, die einander – häufig unverhofft – begegnen. Und Geschichten, die am Beach ab sofort erleb-, oder zumindest sichtbar sind.

Am Donnerstag enthüllten die Initiatoren von Flüchtlingshilfe und muslimischer Gemeinde ihr Kunstprojekt „Greven ist Farbe“. Farbe, die dem Strand bestens bekommt, so die einhellige Meinung: Zum einen, weil die Lokalpromis – deren Porträts bis vor kurzem die Emsbrücke zierten – nach zehn Jahren geradezu besorgniserregend blass um die Nase geworden sind. Vor allem aber geht es den zahlreichen Aktiven um ein Statement: „Wir wollen ein Zeichen dafür setzen, dass in Greven alle Menschen willkommen sind“, erläutert Mitstreiterin Christine Petersen die Idee. „Gemeinsam sind wir Heimat.“

Greven ist Farbe: neues Kunstprojekt am Beach

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Mitgemacht haben Junge und Alte, Bodenständige und bunte Vögel, bekannte Köpfe und stille Helfer. 29 Doppelporträts sind entstanden, in Szene gesetzt vom Fotografen und Journalisten Gunnar Pier, beratend unterstützt von Augustinianum-Kunstlehrerin Susanne Hagemann-Poltronieri – und mit Leben gefüllt von Grevenern verschiedener Herkunft. Je ein Bürger mit und einer ohne Migrationshintergrund ließen sich zusammen ablichten. „Menschen, die auf irgendeine Art in Beziehung zueinander stehen“, sagt Dunja Hinze-König von der Flüchtlingshilfe.

Und da muss es gewiss nicht gleich – wie bei Familie Pande – eine Ehe sein. Nein, es sind beste Freundinnen. Bolzplatz-Kumpels. Arbeitskollegen. Fußballtrainer und Jugend-Kicker. Geflüchtete und ihre ehrenamtlichen Alltagshelfer. Ja sogar Babys aus dem gleichen Kreißsaal.

Der eine oder andere habe gezögert, ob er sein Konterfei nun für zehn Jahre in der Öffentlichkeit sehen wolle, berichtet Hinze-König: „Da ist man vielleicht im ersten Moment unsicher.“ Warum aber trotzdem so viele dabei sein möchten? „Es ist eine Stärkung für uns alle. Die Aussage ist: ‚Ich stehe an Deiner Seite!‘“, schwärmt eine Beteiligte.

Keine Frage: Diese Prise Pathos schwingt bei der Eröffnung gelegentlich mit, da wird schon ein bisschen auf die Tränendrüse gedrückt – doch wer Gutes tut, wird ja wohl auch drüber reden dürfen.

Allerdings wird auch angepackt: Als Selma Eskici, federführende Planerin aus den Reihen der muslimischen Gemeinde, bei einem spontanen Windstoß beinahe ihr Rede-Manuskript um die Ohren fliegt, eilt Dunja Hinze-König zur Hilfe und hält fest. Eine verlässliche Partnerin ist eben immer Gold wert. Nicht nur auf dem Foto.

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