Berufsorientierung Gymnasium
„Auslandspraktikum fast schon Pflicht“

Greven -

Q1, elfte Klasse - allerhöchste Zeit, sich darüber klar zu werden, was man nach dem Abi machen möchte, welche Voraussetzungen für den Traumjob erfüllt werden müssen und welche Wege zum Ziel führen. Gelegenheit, diese Fragen zu klären, bot am Montag ein Projekttag zur Studien- und Berufswahl.

Montag, 29.05.2017, 17:47 Uhr aktualisiert: 29.05.2017, 17:50 Uhr
Eine ganze Jahrgangsstufe macht sich schlau: Während in der Schule mündliche Abi-Prüfungen stattfanden und die restliche Schule daher unterrichtsfrei hatte, gab es für die Q1 einen Berufsorientierungstag.  
Eine ganze Jahrgangsstufe macht sich schlau: Während in der Schule mündliche Abi-Prüfungen stattfanden und die restliche Schule daher unterrichtsfrei hatte, gab es für die Q1 einen Berufsorientierungstag.   Foto: oh

Beim Auslandsjahr sind die jungen Frauen unter sich. Beim Bauingenieurwesen: deutlicher Männerüberhang. Beim Lehramt: sehr voll und recht ausgeglichen besetzt. Beim Projekttag zur Studien- und Berufswahl der Jahrgangsstufe Q1 des Gymnasiums dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein. Wer nach diesem Tag nicht zumindest ein kleines bisschen klarer sieht, was die eigene berufliche Zukunft angeht, dem dürfte nicht mehr zu helfen sein.

In der Auftaktveranstaltung, moderiert von Thorsten Laumann, berichteten Absolventen der vergangenen Abi-Jahrgänge von ihren Erfahrungen vom Übergang von der Schule zum Beruf, berichteten von ihrer Motivation, ihren Zweifeln, ihren Erwartungen. „Das Podium ist sehr nah dran an der Sprachwelt der Q1“, freut sich Karina Hansen, die zum Berufsorientierungs-Team der Schule gehört. Der Tag biete den 16- bis 17-jährigen Schülern des elften Jahrgangs die Gelegenheit, sich einen ersten Einblick oder schon letzte Gewissheit zu verschaffen, je nachdem, wo die Schüler in ihrem Entscheidungsprozess stehen. Es gebe beide Fraktionen: jene, die bereits sehr klar eine Perspektive vor Augen haben, und jene, die noch orientierungslos seien. Die Mädchen, räumt Hansen, ein, seien oft einen Schritt weiter.

Wer bei der Studien- oder Berufswahl schon sicher ist, konnte sich mit Infos zu Bewerbungen, Vorstellungsgesprächen oder Assesment-Centern versorgen. Wer noch keine Entscheidung getroffen hat, konnte sich Anregungen holen oder sich mit Infos und Tipps zu einzelnen Berufsfeldern ausstatten lassen. Polizei, Verwaltung, Medizin, Bankwesen, Soziale Berufe – an Auswahl mangelte es nicht.

Ein Workshop-Leiter: Stefan Bamberg, früherer Augustinianer und aktuell Jura-Student und freier Mitarbeiter dieser Zeitung. Er berichtete von seinem WWU-Studium. „Ich möchte gerne klarmachen, dass es bei Jura eben nicht darum geht, Gesetze auswenig zu lernen, sondern dass wir uns mit spannenden Fällen aus dem Alltag beschäftigen.“

Juristisches Fachwissen ist mitunter auch in Bauunternehmen gefragt, erfuhren die Teilnehmer des Bauingenieur-Vortrages: „Wer schon mal mit dem Bau zu tun hatte weiß, dass es dort schon mal Rechtsstreitigkeiten geben kann“, hieß es dort.

Klare Botschaft beim Workshop der Organisation „Practigo“: Ein Auslandspraktikum sei „ein großes Plus im Lebenslauf – und heute schon fast Pflicht“, warb die Referentin.

Die Lehramts-Interessierten erfuhren, dass sie bis zum Ende des Master-Studienganges noch keine Festlegung vornehmen. „Sie können damit auch in einem Verlag arbeiten, etwa als Lektor.“ Erst mit dem anschließenden Master-Studiengang ist der Weg dann unumkehrbar. In NRW bekomme im Übrigen jeder Bachelor-Absolvent garantiert einen Master-Platz – aber nicht immer an der Wunsch-Uni. „Wenn die ganzen Paderborner nach Münster wollen, müssen wir eine Auswahl treffen.“

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