Post verweigert Annahme
Bargeld als Ladenhüter

Greven -

Einzelhändler wollen nach Ladenschluss Geldkassetten mit den Tageseinnahmen in der Postbank abgeben - werden es aber dort nicht los, aus Gründen des Versicherungsschutzes. So mehrfach geschehen in Greven.

Montag, 29.05.2017, 21:01 Uhr aktualisiert: 29.05.2017, 21:17 Uhr
 
  Foto: dpa

Es gab mal Zeiten, da waren die Banken ganz heiß auf das Geld ihrer Kunden. Sie zahlten dem Kunden ein wenig und verliehen es für drei oder vier mal mehr an Zinsen. Heute, in Zeiten der Niedrig- oder gar Negativzinsen, sind die Banken gar nicht mehr scharf auf das Geld. Aber: Das hat mit der folgenden Geschichte auf den ersten Blick eigentlich wenig zu tun.

Geld ist über Nacht nicht versichert

Und doch: Auch die Grevenerin, deren Name und deren Arbeitgeber der Redaktion bekannt sind (aber wegen möglicher böser Onkels nicht genannt werden), hat schon ein paar mal in der „Bank“ gestanden, und wurde ihr Geld nicht los. Geld, das nicht ihr gehörte. Es waren die Tageseinnahmen des Einzelhandelsgeschäftes, in dem sie arbeitet. „Wir können das Geld nicht in der Filiale liegen lassen, das ist nicht versichert“, erzählt sie und nimmt mit dieser Aussage dem Pressesprecher der Deutschen Post den Clou vorweg.

Denn: Die Probleme, die die Frau hat, und die nach ihrer Erkenntnis weitere 20 Einzelhandelsgeschäfte in Greven ab und an haben, betreffen die Postbank. Die, als Bankfiliale, gibt es bekanntlich nicht in Greven. Aber: Es gibt die so genannte Kooperations-Filiale der Deutschen Post bei Foto Kösters, die, so Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post, „in erster Linie Postdienstleistungen anbietet und nur im kleineren Rahmen Postbankangelegenheiten.“

Hauptsächlich Geschäftskunden betroffen

Aber: Genau da liegt der Hund begraben. Denn: In dieser Kooperations-Filiale darf nur eine bestimmte Menge an Bargeld gelagert werden. Alles was über diesen Höchstbetrag (der nicht verraten wird) hinaus geht, ist nicht versichert und darf nicht angenommen werden. „Das ist immer mal wieder vorgekommen, aber zu 99 Prozent passt das“, erklärt Erzner, um sich dann gleich auch zu entschuldigen. „Das ist unglücklich, aber aus der Nummer kommen wir nicht heraus.“

Betroffen seien in der Regel Geschäftskunden. Und: „Es kommt wirklich nicht all zu häufig vor“, sagt Ernzer. Was aber besagte Kauffrau durchaus anders sieht. Ihr sei das innerhalb kurzer Zeit drei Mal passiert. „Es kann natürlich sein, dass sich in drei Tagen an der Grundsituation nicht viel ändert“, schränkt Ernzer seine Aussage ein.

Keine hundertprozentige Lösung

Grundsätzlich könne man aber nicht alle Kooperations-Filialen so ausstatten, dass es diese Probleme nie gäbe. „Eine 100-prozentige Lösung gibt es da einfach nicht.“ Er könne da nur an die Postbank-Finanzcenter verweisen. Dort gebe es solche Probleme nicht. „Ich weiß, dass es so ein Finanzcenter nicht in Greven gibt und das nächste erst in Emsdetten zu erreichen ist“, sagt der Postsprecher – und wirft Asche über sein Haupt. „Dafür könne wir uns nur entschuldigen.“

Übrigens, für alle, die es nicht wissen: Bei der Sparkasse, der Volksbank und der Commerzbank gibt es solche Probleme nicht . . .

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