Werbebanner der nord-westfälischen Industrie
Weg vom Töttchen-Image

Greven -

Münsterland? Das sind Kühe und Töttchen. Von wegen. Im Rahmen einer Imagekampagne, zu der auch ein Werbebanner am FMO gehört, präsentiert die Industrie der Region jetzt ihre Stärken – nicht zuletzt, um Nachwuchskräfte auf sich aufmerksam zu machen.

Dienstag, 04.07.2017, 17:00 Uhr
Sprachen in Greven über  die Chancen der Digitalisierung für die Industrie (von links): Oliver Tuszik (Cisco Deutschland), Gustav Deiters (Vorsitzender des IHK-Industrieausschusses) und IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer.
Sprachen in Greven über  die Chancen der Digitalisierung für die Industrie (von links): Oliver Tuszik (Cisco Deutschland), Gustav Deiters (Vorsitzender des IHK-Industrieausschusses) und IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer. Foto: Jean-Marie Tronquet

Mit einem Werbebanner macht die nord-westfälische Industrie jetzt die Passagiere am Flughafen Münster/Osnabrück auf sich aufmerksam: „Jeder, der via FMO reist, sieht ab sofort, dass wir eine zukunftsfähige Industrieregion sind“, begrüßte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer die Aktion.

„Dass das Münsterland eine führende Industrieregion ist, lässt sich nicht in der Landschaft, sondern nur an Beschäftigtenzahlen oder Rekordumsätzen erkennen“, erläuterte Hüffer. Schon deshalb müsse die Wirtschaft der öffentlichen Wahrnehmung „ein wenig nachhelfen“, um das noch immer zu sehr von Kiepenkerl und Töttchen geprägte Image zu korrigieren: „Hier lebt es sich nicht nur sehr gut, hier gibt es auch hoch interessante Arbeitsplätze bei Weltmarktführern und solchen, die es mit Hilfe guter Mitarbeiter aus aller Welt noch werden wollen.“

Die Enthüllung des Banners war der Auftakt zum diesjährigen Industriekongress der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. Das Treffen führender Industrieunternehmer der Region war geprägt von der Diskussion über die Bedeutung der Digitalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Industrie.

Impulse für die Debatte lieferte Oliver Tuszik, Vice-President und Vorsitzender der Geschäftsführung von Cisco Deutschland. „Wegducken und aussitzen funktioniert hier nicht. Die Digitalisierung ist eine enorme Chance für Deutschland, gerade auch für die Industrie“, so der Chef des international führenden IT-Unternehmens. Andererseits brauche sich die Industrie in Nord Westfalen auch nicht zu verstecken, sie sei stark und von hoher Innovationskraft gekennzeichnet. Tuszik ging sogar noch einen Schritt weiter: Für die erfolgreiche Digitalisierung in der Produktion sei die Industrie entscheidend, weniger die IT-Wirtschaft. Das Internet der Dinge hänge im Wesentlichen von der digitalen Vernetzung von Maschinen, Produkten und Fertigungsprozessen ab.

Ein weiteres Thema des IHK-Industriekongresses war die Fachkräftesicherung. Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, Fachkräfte zu finden. „Deshalb müssen sie viel stärker auf sich aufmerksam und sich für den Nachwuchs interessant machen“, so Gustav Deiters, Vorsitzender des IHK-Industrieausschusses.

Wie das geht, zeigten Peer Karstedt von der Thyssenkrupp Industrial Solutions AG aus Beckum, und Julius Busse, der dort gerade seine Ausbildung zum Industriekaufmann abgeschlossen hat. Beide stellten das Auszubildendenprojekt „Junior GmbH“ vor, bei dem Azubis ein Produkt von der Idee bis hin zum Verkauf unter den Mitarbeitern entwerfen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4984048?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker